Vom Konzernjob in die Gastro: Ramona Lerner vom Steg 11
Shownotes
In der ersten Folge von Bisschen Bodensee Business spricht Andy Ritzi mit Ramona Lerner, Inhaberin des Restaurants Steg 11 im Yachthafen in Radolfzell.
Mit Mitte 20 tauscht sie den sicheren Konzernjob bei Würth gegen den Schritt in die Selbstständigkeit und steigt gemeinsam mit ihrem Partner in die Gastronomie ein. Zunächst mit dem „5. Element“ und später mit der Übernahme des ehemaligen Vela, aus dem das heutige Steg 11 wurde.
Im Gespräch geht es um unternehmerische Entscheidungen, die oft nicht lange durchdacht, sondern getroffen werden müssen und um die Realität hinter einem Restaurant, das an guten Tagen mehrere hundert Gäste bewirtet. Ramona gibt Einblicke in die Herausforderungen der Branche: von Personalfragen über schwankende Auslastung bis hin zu äußeren Faktoren wie Wetter und Saisonalität. Außerdem erklärt sie, warum ein voller Gastraum noch lange kein entspanntes Geschäft bedeutet. Wir sprechen über internationale Einflüsse auf der Speisekarte, veränderte Erwartungen von Gästen und darüber, warum Gastronomie von außen oft einfacher wirkt, als sie tatsächlich ist. Es geht um Bauchgefühl, Verantwortung und die Entwicklung eines Restaurants zu einer festen Größe in der Region.
Und am Ende auch um eine Sommermärchen-Idee, die irgendwo zwischen kreativ und genehmigungspflichtig liegt. Viel Spaß beim zuhören.
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00:00:00: Andy: Ramona. Herzlich willkommen vom Steg 11 hier zu uns in den Podcast. Freut mich sehr, dass du da bist heute. Wenn man dir während deines Studiums gesagt hätte, dass du mal in der Gastro mit einem Restaurant direkt am See selbstständig sein wirst, was hättest du geantwortet? Ramona: Puh. Also ich glaube ehrlich gesagt nein, daran glaube ich nicht, weil gar keine Idee dazu da war. Ich wusste schon immer, dass ich was selber machen möchte, dass ich eigenständig sein möchte. Aber dass es dann das wird, war tatsächlich nicht klar. Aber wenn man jetzt zurückblickend das alles Revue passieren lässt, dann war es vielleicht schon ein bisschen klar. Andy: Ich würde zum Einstieg gerne eine schnelle Fragerunde machen. Dein Lieblingsrestaurant am Bodensee. Ramona: Es gibt mehrere, aber Pferdehof in Bodmann und Pane e Vino in Radolfzell. Andy: Vorspeise oder Dessert? Ramona: Vorspeise. Andy: Das kam schnell. du bist nicht so für Dessert, oder? Ramona: Doch, schon auch für andere? Auf jeden Fall. Für mich selber bin ich eher deftig unterwegs. Ich mag lieber salzig als süß. Süß geht schon mal, aber dann wirklich nur so ein bisschen. Ich bin auch nicht keine Naschkatze oder so, ich brauche jetzt keine Gummibärchen auf dem Sofa oder irgendwas. Lieber Chips oder Nüsse. Andy: Lieber voller Gastraum oder volle Terrasse. Ramona: Volle Terrasse. Andy: Bauchgefühl oder Businessplan? Ramona: Bauchgefühl Andy: Gastronomie ist für dich... Ramona: Kreativ. Andy: Ich würde jetzt gern ein bisschen auf deinen Werdegang eingehen. Und auf natürlich die Entwicklung auch bis hin zum Steg 11. Du hast International Business studiert in Aalen. Vielleicht kannst du mal erzählen, wie du dazu kamst und wie sich das ergeben hat. Ramona: ...dass ich studiert habe? Vor ein paar Jahren war das, glaube ich, noch so typisch. Vielleicht ist es auch heute typisch. Weiß ich nicht. Würde sagen, ich habe Abitur gemacht und dann war das so klar, dass man das macht, dass man studieren geht. War irgendwie auch so ein bisschen Schluri in meiner Abizeit. Vielleicht kennt das der ein oder andere. Habe tatsächlich doch aufgrund von meinem Sprachentalent vielleicht so ein bisschen einen Studienplatz bekommen in Aalen. Und das war auch die oder damals eine der wenigen Unis oder FHs, die International Business angeboten haben. Also gerade mit internationalem Schwerpunkt. Das war mir schon sehr wichtig. Und dann hab ich das gemacht. Andy: Und warst du da auch im Ausland? Dann? Ramona: Ja, war ich. Andy: Okay. Wo warst du da? Ramona: Auf Teneriffa. Tatsächlich? Da ich Spanisch gelernt habe, in der Schule und auch im Studium. Und bin dann nach Teneriffa gegangen. Genau. Andy: Sehr schön. Was hast du da genau gemacht? Ramona: Immobilien. Andy: Ach ja, Spannend. Und dann hast du quasi international Business studiert und hast auch so ein Marketing Einschlag so ein bisschen gehabt. Ramona: Genau. Andy: Ist es Marketingthema? Und das, was du dort gelernt hast im Studium ist es immer noch was, wovon du jetzt noch profitierst und was du anwendest oder wo du dich daran erinnerst. Ramona: Ja, definitiv, würde ich sagen. Also auch des Mindset, dass man damals so ein bisschen, wie soll man das sagen, mitbekommen hat von den Profs. Da muss man natürlich auch Glück haben. War auf jeden Fall eine gute Sache und muss ich sagen, das ist so das Wichtigste, was mich da begleitet. Das offene Marketing und einfach immer was Neues zu machen und auch auch in Bezug auf KI zum Beispiel nicht einfach sagen wir sind ein Restaurant. Wie soll das funktionieren mit KI? Natürlich funktioniert das. Man kann auch einfach mal einfache Fragen stellen, wo man jetzt gerade keine Antwort drauf hat. Und ich glaube auch, ob es jetzt richtig oder falsch ist, das spielt gar keine Rolle. Aber einfach ein Stück weiterdenken. In dem Moment Andy: Spannend. Das heißt, hast du da ein konkretes Beispiel? Wenn du jetzt daran denkst, wie du KI im Alltag in deinem Restaurant nutzt? Ramona: Auch gerade in Bezug auf Marketing. Man hat eine Idee und hat keine Ahnung im ersten Moment, wie man das ausreifen soll, stellt einfach eine Frage. Natürlich ist auch immer die Frage, wie man die Frage stellt. Da bekommt man dann dementsprechend die Antworten auch. Und da kriegt man dann einfach vielleicht auch so ein paar Tipps, wo man dann weiterspinnen kann, ohne dass es jetzt auch richtig oder falsch sein muss. Wie immer halt bei KI. Das ist ja immer auch so ein Thema. Das muss man ja für sich selber entscheiden, was richtig und was falsch ist. Gerade beim Marketing und wie man das weiter ausbauen kann. Andy: Rezeptinspiration? Ramona: Definitiv. Auch wenn man mal nicht weiter weiß. Wenn da jetzt ein Gericht hat und ich sage okay, wir brauchen jetzt noch irgendeine Komponente. Mir fällt keine ein. Dann schreibe ich meine Idee da rein und dann sagt er mir ABC zum Beispiel. Und dann ist es auf jeden Fall auch eine gute Sache, wo man mit arbeiten kann. Andy: Ja, Cool, Jetzt hattest du ja dann mit diesem Studium eigentlich so ein bisschen den Weg vorbereitet in irgendein Corporate Beruf, also in irgendeinen Konzern rein oder irgend so eine Richtung einzuschlagen. Hast deine Bachelorarbeit bei Würth geschrieben? Wie war da so dein Eindruck, als du dann wirklich in so einem Unternehmen gearbeitet hast. Ramona: Also ich habe es geliebt, dort zu arbeiten, muss ich sagen. Das war auch so eine spontane Idee. Ich hatte eigentlich schon eine andere Stelle, die ich dann abgesagt habe und das Team dort war auch super. Das war inspirierend. Wie das funktioniert und was dort alles abgewickelt wird. Und für mich war immer klar für meinen weiteren Werdegang ich möchte nicht in einen großen Unternehmen gehen, weil mir das würde ich sagen damals wusste ich nicht, aber ich hätte einfach vom Gefühl her gesagt, das liegt mir nicht so auch Strukturen politisch etc. und habe dann gedacht, wenn ich es jetzt nicht ausprobiere, wenn ich noch so jung bin und gerade so einsteige, dann werde ich es nie tun. Und deshalb habe ich dann die Stelle dort angenommen und die andere abgesagt. Andy: Nachdem du die Bachelorarbeit dort geschrieben hast, dein Studium beendet hast, hast du dann auch direkt bei Würth angefangen zu arbeiten. Okay, in der Festanstellung waren Und wie lange warst du dort Ramona: Ein bisschen mehr als zwei Jahre. Andy: Und dann gab es irgendwann den Aha Moment. Oder ein Angebot. Oder wie kamst du dann dazu, zu sagen So, jetzt reicht es mir im Konzern, jetzt möchte ich wieder an den See Ramona: Also der Punkt, an den See zurückkommen war schon immer da. Dass ich einfach mehr nach dem Studium auch und nach der Arbeit dann einfach wieder zurück möchte. Auch Freunde, Familie etc.. Die Frage war immer nur wie? Und in meiner oder in meiner Arbeit war ich so schon zufrieden. Es war sehr vielfältig und es war in Ordnung. Aber ich wollte einfach mehr. Und da war dann die Frage Was mache ich jetzt? War da so ein bisschen sagen, ein bisschen am Schwimmen, wusste nicht, wohin meine Reise geht. Und dann habe ich überlegt, ob ich noch einen Master mache im Ausland oder ob ich noch irgendwie was anderes am See finde. Habe mich ein bisschen umgeschaut und dann kam das Angebot vom fünften Element damals. So aus dem Nichts. Andy: Okay, das heißt auf einmal ein Angebot Gastro zu machen, heißt jetzt etwas, was du eigentlich nicht gelernt hast, oder? Oder hattest du Erfahrung vorher im Gastrobereich? Ramona: Ja, ich habe schon immer in der Gastro gearbeitet, um Geld zu verdienen, so wie es viele tun. Damals mit fünfzehn angefangen und eigentlich durchgängig in der Gastro gearbeitet. Habe es immer geliebt, den Austausch mit Gästen und auch einfach die Arbeit an sich. Ja, und ich habe dann schon auch mal so einen Satz gesagt Entweder mache ich jetzt einen Master oder ich mache ein eigenes Restaurant. Das war halt, auch wenn es nur so dahingesagt war. Aber es war schon irgendwie so ein Traum. Aber jetzt nichts, was ich sagen würde. Ja, das habe ich jetzt forciert. Das war jetzt nicht, dass ich gesagt okay, da muss jetzt irgendwie was passieren. Aber meistens ist es ja das Beste, was man tun kann. Einfach laufen lassen. Andy: Ja, das hast du. Mit fünf und zwanzig hast du dich dann quasi selbstständig gemacht. Ramona: Ja. Andy: Wie war das so vom Gefühl her. Also das ist ja, wie du gerade gesagt hast. Bist du da eher so ein bisschen naiv rangegangen und hast gedacht schauen wir mal, was passiert? Oder hast du dir da schon Gedanken gemacht, wie kann das funktionieren, wie ist das für die Zukunft usw. Ramona: Ich glaube, wenn ich mir die Gedanken gemacht hätte, wie das in der Zukunft ist, dann hätte ich es nicht gemacht. Aber da ich nicht so ein nicht der Typ bin, der sich da viele Gedanken macht, bin ich da einfach ins kalte Wasser gesprungen und hab gedacht, es läuft schon irgendwie. Es war aufregend, es war spannend, es war neu und ich liebe neue Sachen. Ich mag es, mich irgendwo reinzufuchsen oder auch von anderen Menschen zu lernen. Und das hat dann tatsächlich stattgefunden. Also es war ein Reinkommen in einen bestehenden Betrieb und habe gelernt von meinen Mitarbeitern tatsächlich wie die Abläufe sind und dann natürlich im nächsten Stepp optimiert. Andy: Hast du da auch mal in der Küche gearbeitet oder hast du da mal im Service ausgeholfen? Ramona: Tatsächlich alles? Ja, es gab dann die Momente, wo dann ein Mitarbeiter gesagt hat Ja, er hat schon Urlaub eingereicht. Und dadurch, dass es eine Übernahme war, musste man das einfach akzeptieren. Und dann stand man halt mal kurz in der Küche und hat Pizza gebacken. Das gab es auch. Und natürlich Service. Eigentlich rund um die uhr Bar Service bei den Gästen sein. Andy: Ja, Wahnsinn. Spannend. Jetzt ist es ja auch wahrscheinlich so, wenn man so einen Gastraum oder so ein Restaurant anmietet oder pachtet. Das sind ja meistens auch keine Einjahresverträge, oder? Ramona: Nee, meistens ein bisschen länger. Andy: Okay, das heißt schon durchaus. Dann bewusst eine Unterschrift irgendwo hingesetzt, wo man wusste, okay, da muss ich jetzt so und so viele Jahre gucken, dass das gut funktioniert. Ramona: Ja, ich glaube, damals war es ein Zehn Jahres Vertrag. Das hatte man in dem Moment nicht so durchdacht und ich glaube, man weiß auch nicht, wie lange. Zehn Jahre sind in so einem Betrieb, dass. Aber wenn man sich darüber so viele Gedanken macht, dann macht man sich über vieles Gedanken. Und dann hätte ich das auch wirklich nicht gemacht, glaube ich im Nachhinein. Von daher hat man da einfach gesagt also für mich war es eine emotionale Entscheidung, Es war der Traumladen. Also für mich persönlich und da schlage ich zu, wenn ich die Möglichkeit bekomme, dann bin ich dabei. Andy: Ja, und dann ging es. Aber keine zehn Jahre, oder? Ramona: Nein, tatsächlich nicht. Wir hatten dann nach drei Jahren haben wir unterbrochen. Es war dann auch ja mit Vereinbarungen durch den Verpächter. Und einen Nachpächter gab es dann auch. Und dann sind wir in den Yachtclub gezogen. Andy: Ja, okay. Dort war ja vorher das Vela drin. Relativ bekannt. Ja, eine relativ lange und eine, sagen wir mal eine Institution. Und das wurde dann frei und euch angeboten oder ist das sowas? Keine Ahnung. Gibt es so ein Portal, einen Markt, wo man sieht okay, das Lokal wäre jetzt frei verfügbar. Ramona: Die Yachtclubmitglieder oder einige davon waren damals schon Gäste bei uns im fünften Element und haben uns darauf angesprochen. Und dann gab es tatsächlich mehrere Gespräche darüber und uns war ja eigentlich klar, dass wir zehn Jahre in der Stadt haben und da nicht raus können. Und dann haben wir das halt ein bisschen forciert. Und tatsächlich hat es am Ende geklappt. Wir wurden angeworben, sage ich mal, so, was ja auch ein schönes Gefühl ist. Und wie schwer ist dann die Entscheidung gefallen für jetzt von der Stadt, wo sag ich mal ja auch viel los ist hin zum See. Natürlich top Lage, Tatsächlich, Weil das war ja so wie so ein Baby, wo man gestartet ist. Und da gab es viele Höhen und Tiefen. Viel gelernt. Auch eine Location zu verlassen ist glaube ich immer so ein bisschen, hängt viel mit Erinnerungen zusammen, aber im zweiten Schritt war es was. Die richtige Entscheidung. Tatsächlich? Andy: Und dort dann wieder einen langfristigen Pachtvertrag unterschreiben müssen oder wo es ein bisschen lockerer? Ramona: Etwas lockerer. Andy: Okay, sehr gut. Jetzt habt ihr das Steg 11 übernommen. Wie kamt ihr überhaupt auf den Namen? Ramona: Na ja, wir sind am Wasser und Steak. Da kommt man gerne an, würde ich mal sagen. Und elf war die Hausnummer oder ist immer noch die Hausnummer? Genau. Andy: Siehst du das Rätsel jetzt auch mal? Endlich gelöst? Gab es irgendwelche Altlasten oder irgendwelche Dinge wie Wie funktioniert das überhaupt? Ist so eine Küche dann komplett eingerichtet oder kommt man in so ein leeres Gebäude rein, Wenn man so ein Restaurant übernimmt? Ramona: Tatsächlich unterschiedlich. Es kommt ganz darauf an wir haben eine Küche gehabt, die eingerichtet war mit STANDARD, sage ich mal Schränke usw und so fort. Gerätschaften, Teller etc. haben wir selber mitgebracht. Das musste man selber einrichten. Es war ja leer. Davor hat der Vorgänger den Laden komplett geräumt. Die haben ja aufgehört, hatten ein Jahr Pause und da war nichts mehr vorhanden, bis auf das Mobiliar, die Theke und das haben wir dann auch alles umgebaut. So ein bisschen. Genau. Andy: Das heißt, man geht ja schon mit einem großen Investment auch erst mal da rein. Oder auch okay heißt dann machst du dir da so eine Art Businessplan, wie du jetzt kalkulieren musst, um dann dein Investment wieder reinzukriegen? Ramona: Ja, man überlegt sich natürlich schon, was alles notwendig ist. Natürlich, was wichtig ist, auch um Atmosphäre zu schaffen, was ja auch ein großes Thema ist. Denn wenn ich viel investiere und keine Atmosphäre schaffen kann, dann wird es auch schwierig, dass Gäste bleiben oder sich wohlfühlen. Das sind auf jeden Fall alles Themen und man muss sich schon aufstellen, was man investiert und was rentabel ist. Und ich meine, ein Stuhl bezahlt sich ja nicht von alleine. Das sollte schon auf jeden Fall in dem Fall nicht nur das Bauchgefühl sein, sondern tatsächlich auch die Fakten und die Zahlen. Andy: Wie lange seid ihr denn jetzt schon in der Location? Im Steg 11? Ramona: Sieben Jahre. Und jetzt das achte Jahr. Andy: Okay, sieben Jahre heißt. Das war ja ziemlich kurz vor Corona, oder? Ramona: Tatsächlich? Ja, Wir sind in neunzehn nach unten gezogen. Ins Steg 11 und zwanzig, also Anfang zwanzig war Corona. Ja. Andy: Okay. Das heißt, du hast eine Saison so ein bisschen arbeiten können? Ja, und dann war ja vor allem für die Gastro ein brutaler Bruch, oder? Ja. Wie habt ihr das gelöst? Ramona: Ähm. Wie haben wir das gelöst? Also erst mal mit ganz viel Unwissenheit und Unsicherheit. Tatsächlich. Aber eigentlich finde ich es sehr gut. Wir haben es sehr gut gelöst, muss ich sagen. Wir haben dann schnell umgestellt, einen Lieferservice angeboten. Das wurde auch wirklich sehr gut angenommen im Lockdown und die Unterstützung war wirklich überwältigend, muss ich sagen. Das war schon schön. Schon schön auch zu sehen, wie viel Unterstützung man von außen bekommt. Andy: Ja super, Aber eben ist ja eine super Unsicherheit. Dann Kontaktbeschränkungen. Jeder dachte zuerst, das dauert vielleicht ein paar Wochen, dann zieht es sich immer länger. Wie nervös wird man dann mit der Zeit? Ramona: Man dachte ja am Anfang, so zwei Wochen, dann wird es schon wieder ganz normal sein. Dann waren es im Endeffekt, glaube ich, drei Monate oder zwei Monate. Ich bin mir gar nicht mehr sicher, So lange ist es schon her. Ja, man hat halt damit gearbeitet. Dann musste man wusste, man muss was verändern. Man wusste, man muss sich in die Situation irgendwie reinfinden und das Beste draus machen. Jammern hilft nichts. Und irgendwie nach vorne schauen und hoffen, dass irgendwann die Welt wieder ein bisschen normal tickt. Andy: Ja, ja, Und gab es da auch staatliche Unterstützung? Hier und da? Ramona: Ja. Gab es auch. Andy: Okay, das heißt, es hat funktioniert. Ramona: Das hat funktioniert. Im ersten Stepp. Natürlich war das jetzt nicht das, was, wenn man hätte gerettet werden müssen, gerettet worden wäre. Deshalb glaube ich auch, da sind einige daran zerbrochen. Das war ja schon auch das, was man beobachten konnte. Wenn man nicht finanzielle Mittel im Background hatte oder gut aufgestellt war, dann hatte man da, glaube ich, extreme Probleme auch gerade. Ich meine, wir hatten natürlich wir am Bodensee haben die Poleposition ja, was das betrifft. Wir sind gut besucht, aber alles was im Hinterland ist, ist glaube ich tatsächlich, die hatten mehr zu kämpfen, als wir es hatten. Andy: Apropos Poleposition. Wie wichtig ist denn das Wetter für euch? Also merkt ihr das? Wenn schlechtes Wetter ist oder gutes Wetter, ist Winter. Sommer? Ramona: Ja, definitiv. Das ist sehr ausschlaggebend bei uns. Im Sommer sind viele trotzdem am See. Das ist in Ordnung, sag ich mal, aber trotzdem merken wir das. Und so Einschnitte wie zwei tausend vier und zwanzig im Sommer, das ist dann schon schwer zu verkraften, muss ich sagen. Weil natürlich auch die Kapazitäten im Innen und Außenbereich unterschiedlich sind und wir auch mehr Personal im Sommer haben, das wir bezahlen müssen. Und ja, das ist natürlich schon einschneidend. Andy: Dann also auch gerade dieses Personalthema ist ja auch in der Gastronomie gar nicht so einfach. Man hat vielleicht Saisonkräfte, die man kurzfristig irgendwie anlernen muss, dazuholen muss, die man wieder reduzieren muss. Wenn dann vielleicht eine Wintersaison ist, wie läuft das bei euch? Ramona: Also Personal, Personal, da sind wir wirklich, wirklich gesegnet, muss ich sagen. Wir haben ein super Team und ich glaube, das ist auch ein Punkt, weshalb viele Gäste gerne zu uns kommen, weil wir eine gewisse Konstanz bieten. Man sieht immer wieder bekannte Gesichter. Und ansonsten ja, bauen wir im Sommer natürlich unser Personal auf und haben natürlich Schüler. Wir haben Studenten und wir haben aber auch, sagen wir mal, Aushilfskräfte, die ja ein gewisses Alter haben, wo einfach eine Abwechslung brauchen und in dem Bereich einfach unterwegs sind und das gerne machen. Ja, das funktioniert eigentlich sehr gut, muss ich sagen. Und wir haben auch dieses Jahr wieder einige Bewerbungen. Heute Abend wird jemand zum Probearbeiten da und da freue ich mich schon drauf. Das wird gut. Andy: Ja, cool. Und ihr habt aber so einen festen Kern auch an Team, An Koch, an Service, an Bar? Ramona: Ja, also wir haben zwei Festangestellte im Service und in der Küche haben wir fünf Festangestellte. Und ja, die sind uns auch treu und das bleibt hoffentlich auch so! Andy: Super. Jetzt aber mal angenommen, ihr hättet draußen und drinnen sowohl die Terrasse als auch den Innenraum vollgefüllt. Die Küche bleibt ja trotzdem irgendwie limitiert, oder? Ramona: Also man kann ja nur eine gewisse Anzahl an Essen rausbringen, oder? Ja, die Küche ist tatsächlich sehr klein, muss ich sagen. Für das, was wir an Essen manchmal im Sommer zum Tisch bringen, ist es wirklich sehr limitiert. Andy: Hast du da eine Zahl? Wie viel Essen sind das? So in einem guten Tag im Sommer? Ramona: Ganze Tag oder Abend? An dem Wochenende sind es sich um die drei hundert bis drei hundert fünfzig an einem Tag. Andy: Okay, Ja, das ist schon eine Menge. Das ist schon eine Menge. Ja, okay. Ramona: Aber es ist alles eine Frage der Organisation. Also, man muss da gucken, wie man das koordiniert. Man muss natürlich auch gucken, Es gibt auch Tage, da sage ich Okay, jetzt ist gut, jetzt wird nichts mehr angenommen, wir können nicht mehr. Die Küche muss auch irgendwie mal noch atmen können. Manchmal schaffen die es gar nicht, zum Glas zu greifen und was zu trinken. Das ist natürlich, das ist, glaube ich allgemein Gastronomie, wo man dann sagt okay, das sind halt einfach die Engpässe, aber das kann man nicht ändern, damit muss man umgehen, das muss man irgendwie versuchen zu kanalisieren und dann funktioniert das auch gut. Andy: Das ist ja auch so, dass ihr eigentlich habt ihr ja fast immer auf. Also klar, es gibt vielleicht Ruhetage. Was? Was sind das bei euch? Ramona: Montags. Andy: Montags ist zu, das heißt ein Tag in der Woche. Nur andere normale Leute sag ich mal, wenn du jetzt bei Würth geblieben wärst, hättest du wahrscheinlich ein normales Wochenende. Ramona: Wahrscheinlich. Ja. Andy: Wie? Wie gehst du denn mit dem Stress um? Oder hast du einen Ausgleich? Ramona: Stress ist es für mich eigentlich nicht, wenn da eigentlich. Natürlich gibt es stressige Situationen, wo man wo man dann einfach auch für sich selber ein Limit hat. Sabrina sagt immer Stress hat man nicht, Stress macht man sich. Von dem her versuche ich jetzt auch ein bisschen zu verinnerlichen und zu sagen okay, alles entspannt, wie ich damit umgehe. Ich habe eigentlich mein Ausgleich ist Motorradfahren. So was. Andy: Wo andere Yoga machen, steigst du aufs Motorrad? Ramona: Ja, genau. Wenn schönes Wetter ist. Hoffentlich Andy: Hast du ein eigenes Motorrad. Ramona: Ja. Andy: Was für eins? Ramona: Aprilia. Ja. Andy: Jetzt habt ihr aber ja auch. Also, ihr habt glaube ich, nur einmal im Winter eine kurze Phase. Urlaub oder Betriebsruhe? Ramona: Genau. Andy: Wann? Wann macht ihr das immer? Ramona: Januar und Februar und Mitte März starten wir wieder. Also Anfang März starten wir wieder mit Vorbereiten usw.und Mitte März öffnen wir. Andy: Und das ist dann eigentlich auch die einzige Zeit, wo du dann auch mal Urlaub machen kannst, oder? Ramona: Ja, also ich nehme das dann schon raus, dass ich mal ein paar Tage wohin fahre. Aber nicht im Grundsatz. Also immer dann, wenn es ein bisschen ruhiger ist, Dann mache ich auch was mit Freunden, mit Familie, Das muss schon auch sein. Aber ansonsten Die längere Zeit ist Januar, Februar. Andy: Okay. Wo gehst du so am liebsten hin? Sonst zum Abschalten, zum Urlaub machen? Ramona: Südamerika. Aber ich würde auch gerne Europa, aber das ist einfach leider zu kalt im Januar Februar. Deswegen muss ich immer ein bisschen weiter weg. Andy: Wo warst du da zuletzt? Ramona: Argentinien. Andy: Wahnsinn. Da holst du dir dann auch Inspiration fürs Restaurant dort. Ramona: Immer. Egal wo. Andy: Ja. Okay. Das heißt, du gehst viel essen? Ramona: Ja. Also im Urlaub kann man ja nicht anders als essen gehen. Außer man hat jetzt all inclusive gebucht. Aber das ist nicht mein Fall. Wir sind im Rucksack mit dem Rucksack unterwegs, viel unterwegs und da hat man selten irgendwie was, wo man sagt ja, jetzt kocht man was. Und da habe ich im Urlaub auch gar keine Lust dazu, weil man muss ja noch nicht kochen, sondern auch spülen. Das ist das größte Problem an der Sache. Von dem her, ja. Wir gehen da viel essen. Eigentlich täglich. Ja, das sind dann drei, vier Wochen, je nachdem, wie lange man ist, wo man am Stück unterwegs ist und was Neues probiert. Andy: Ja, okay. Wenn du jetzt irgendwo essen gehst, kannst du überhaupt noch ganz normal irgendwo in Ruhe gemütlich essen gehen und dich dabei entspannen? Oder guckst du die Karte genau an, studierst die Preise, achtest auf den Service, guckst natürlich die Qualität des Essens Also wie voreingenommen gehst du in so ein Restaurant? Ramona: Also ich kann es sagen. Ja und nein. Ich kann schon entspannt essen gehen, natürlich. Aber bringt es mit sich, dass man natürlich schon ein bisschen beobachtet: Wie ist der Service, wie ist das Timing? Was läuft hinter den Kulissen so ab? Vielleicht achtet man auch eher auf so Dinge, die halt der, der nicht in der Gastro ist, nicht beachtet und wird aber sagen, das sind immer gute Sachen, wenn man kann ja immer was dazu lernen vor allem. Und klar, die Speisekarte, die da bin ich, da gucke ich mir alles an, ganz genau. Und natürlich sind immer viele Ideen dabei, die man vielleicht anders umsetzen kann. Und ich finde es auch gut, wenn man, auch wenn andere so was machen. Das finde ich super. Man bleibt am Ball und sieht, was man noch ändern kann oder vielleicht besser machen kann. Andy: Vernetzt man sich dann auch so mit Gastronomen und sagt Ach ja, ich habe auch ein Restaurant. Und wie habt ihr denn jetzt hier dieses Gericht kalkuliert? Das kommt mir irgendwie so vor, als wäre das viel zu günstig oder irgendwie, Ich weiß nicht. Es sind ja wahrscheinlich ganz eigene Gespräche, die man führt. Oder mit solchen Leuten. Ramona: Man kennt sich natürlich in der Branche, den einen oder anderen mehr, den anderen weniger. Aber eigentlich möchte ich nicht, wenn ich essen bin, dass man weiß das jemand. Also dass ich da sitze und auch ein Restaurant habe, weil ich möchte auch ganz normal behandelt werden. Ich will ja nicht, dass jemand was anderes was anders macht. Nur weil die jetzt wissen, okay, die scannt uns Andy: Restaurantkritikerin Ist wieder so, ne, gar nicht. Tisch vier muss jetzt wieder aufpassen. Ramona: Lieber immer ein bisschen unbeobachtet und unentdeckt. Andy: Okay, schön. Hast du denn auch jetzt so Inspirationen? Gerade wenn wir noch mal zurückkommen zu Südamerika, wo du jetzt in Argentinien warst? Findet man das jetzt auf eurer Karte auch irgendwie wieder? Ramona: Also Argentinien ist tatsächlich nicht, muss ich sagen. Weil da war die Küche sehr. Man muss immer gucken, wie man so was in die Realität umsetzt und wie man das im Ablauf hinbekommt. Ich habe. Ich koche das dann schon zu Hause nach. Versucht es auch irgendwie, dass es funktioniert, aber das ist meistens schwierig. Also Argentinien? Nein. Aber wir haben uns schon überlegt, dass wir so eine argentinische Woche machen oder so was, wo man dann das ein bisschen begrenzt mit den Kapazitäten anbieten kann. Und dann ist es auch okay, aber doch vieles. Also vieles, Egal wo wir waren. Findet man wieder. Ja, und ich finde es auch schön, wenn es unbekannte Sachen sind. Andy: Okay und das wird auch angenommen. Dann sind die Leute hier am See offen für solche neuen Dinge. Ramona: Ja, gut, wenn sie zu uns kommen, dann müssen sie ja, weil klar, ein Schnitzel gibt es ja auch, Aber deswegen bieten wir unser Sharing Dinners an, die jedes Mal bei der Speisekarte beim Speisekartenwechsel stattfinden. Und da machen wir natürlich nicht normale Gerichte. Dann machen wir das drauf, was wir am verrücktesten finden oder wo wir denken okay, das würde vielleicht im ersten Moment keiner bestellen. Und dann ist da einfach so ein leckeres Black Cocoa Curry drauf. Was? Schokolade, Kakao in einem Curry und die probieren das dann, finden das gut. Und dann? Also es gibt auch Leute, die mögen es nicht, aber dann wissen sie, dass es nicht bestellen müssen. Andy: Heißt so, Deine Mission ist so ein bisschen die internationalen Einflüsse hier an den See zu bringen und den Leuten einen Zugang zu geben dazu. Ramona: Ja, und auch ein bisschen, das einfach zu kombinieren mit uns, also mit unserer Region und auch einfach was anderes zu machen, als die anderen machen, Das ist schon auch wichtig. Man muss sich ja schon auch ein bisschen abheben. Andy: Ihr macht ja auch sehr viel. Instagram produziert da und und gibt auch ganz viel Einblick, sag ich mal in den Alltag. kommt das jetzt auch noch daher, dass du aus dem Studium so ein bisschen diesen Marketingeinschlag hattest Oder ist es einfach, sag ich mal normal? Und muss man als Gastro heutzutage einfach auch sehr aktiv sein auf Instagram? Ramona: Ich glaube, es tut keinem schlecht, denn die Generation, die jüngere Generation sind unsere Gäste von morgen und das muss schon irgendwie. Also man sollte sowas natürlich fokussieren, finde ich. Aber es ist natürlich jedem seine eigene Entscheidung und kommt immer darauf an, wie man sich darstellen möchte und welche Werte man vermitteln möchte und ob man schon bekannt ist, ob man nicht bekannt ist, was man erreichen möchte mit einem Social Media Kanal. Finde ich aber auf jeden Fall auf jeden Fall eine sehr gute Alternative, um ja auch Kosten einzusparen, sage ich jetzt mal um trotzdem Bekanntheit zu gewinnen, weil Plakate etc. Wir wissen alle, was es kostet. Von daher finde ich es auf jeden Fall eine sehr wichtige, wichtige Sache und eine gute Sache. Und es macht Spaß. Und es kommt auf jeden Fall auch daher, dass ich aus dem Studium gelernt habe, einfach openminded zu sein, was das betrifft. Andy: Ja, Hast du irgendwann mal einen Moment gehabt, wo du dachtest? War vielleicht doch keine so gute Idee? Ramona: Tatsächlich? Nein. Ich finde gut, was ich mache. Mir gefällt es nach wie vor. Ich freue mich, jeden Tag in den Laden zu gehen. Und wenn das mal nicht mehr der Fall ist, dann muss ich mir überlegen, ob das eine gute Idee war und ob ich nicht was anderes machen möchte. Aber ansonsten? Nein, eigentlich war ich nie an dem Punkt, muss ich sagen. Wenn es irgendwas gab, dann war es irgendwas. Was wo ich mir denke okay, es war jetzt oder es ist ein Punkt, wo ich was verändern muss und dann ist es aber eine schöne Sache eigentlich. Im Endeffekt, weil es wieder was Neues gibt. Ja. Andy: Du willst immer mal was Neues. Hast du jetzt schon mehrfach erwähnt und freust dich über neue Dinge und bist da ganz offen und neugierig Auch. Wechselt ihr dann auch eure Karte öfter? Also gibt es da immer mal einen saisonalen Wechsel, zum Beispiel? Ramona: Ja, also ich finde Entwicklung schön. Es macht Spaß und neue Karte gibt es bei uns viermal im Jahr. Wir starten mit einer Frühlingskarte, dann kommt die Sommerkarte im Juni, im September die Herbstkarte und im November dann die Winter oder Weihnachtskarte. Genau. Und ich finde es wichtig, saisonal zu arbeiten. Saisonal, regional, mit internationalem Einfluss. Finde ich eine schöne Geschichte, macht Spaß. Und ja, man merkt dann auch oder es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man wieder eine verrückte Idee hat. Einfach aufschreiben, dann weiß man, ob es funktioniert oder nicht. Weiß man erst, wenn man es auf den Teller bringt oder wenn man Probeessen macht. Man merkt für sich selber, es funktioniert und es kommt dann auch an! Das ist einfach was Cooles. Andy: Ja, klingt toll und vor allen Dingen wahrscheinlich, wenn man dann sieht, dass es den Leuten schmeckt, dass die Leute sich darüber freuen, oder? Ja, regional einkaufen, wie macht ihr das mit? Mit Großlieferanten? Oder habt ihr da irgendwie spezielle Leute, die euch jetzt Fisch aus dem See zum Beispiel bringen? Ramona: Ja, also wir arbeiten natürlich mit Großlieferanten zusammen. Alles andere wäre nicht abzubilden. Aber wir haben unsere Kleinlieferanten von der Reichenau, von Konstanz hier aus Böhringen. Also wir haben schon so ganz viele kleine, mit denen wir zusammenarbeiten, Weingüter, wo wir dann sagen okay, das finden wir gut, das nehmen wir auf. Und es ist einfach eine schöne Sache, weil man ist, man kennt sich, man ist flexibel und man kommt gut ins Gespräch und kann auch Dinge aufeinander abstimmen. Andy: Hat sich aus deiner Sicht jetzt in der Zeit. Du machst es ja jetzt doch auch schon eine ganze Weile. In der Gastro hat sich die Gastro ein bisschen verändert aus deiner Sicht? Ramona: Ja, schon ein bisschen. Es ist tatsächlich etwas bewusster geworden, muss ich sagen. Das Essverhalten allgemein ist etwas bewusster geworden. Auch die, sage ich mal, die Art und Weise, wann man essen geht, wie oft man essen geht, hat sich verändert. Die Digitalisierung hat sich verändert. Ja, definitiv vieles. Andy: Okay, das ist ein gutes Stichwort. Jetzt, dass wir zu unserer nächsten Rubrik kommen. Die heißt nämlich ein bisschen Klartext. Hand aufs Herz. Was war denn der verrückteste Sonderwunsch, den du so im Kopf hast von einem Gast? Ramona: Tatsächlich, Wenn ich jetzt explizit drüber nachdenken muss, gibt es da viele. Aber so einen Curry mit Pommes zu kombinieren oder ein Fischgericht, wo so richtig leckere Soße drauf ist, Pommes dazu zu bestellen, das finde ich dann schon sehr. Das kann ich in meinem Kopf nicht so vereinbaren und auf dem Teller schon weniger. Und ich glaube, da traut sich auch keiner in die Küche. Danach nach der Bestellung suspekt, aber gibt es. Also wenn jemand ein Schnitzel mit Pommes bestellt, da kann ich drüber hinwegsehen. Aber wenn jemand einen Curry Pommes bestellt, dann weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll. Okay. Andy: Was unterschätzen denn Gäste auch generell? Vielleicht an der Gastro und an diesem Job? Ramona: Grundsätzlich unterschätzt man, glaube ich, was hinter den Kulissen abläuft. Also da steckt ja schon ein System dahinter. Sonst würde es nicht so gut funktionieren, oder ein gut laufendes Restaurant würde nicht funktionieren. Und gut laufen meine ich. Nicht Umsatz, sondern Abläufe. Da steckt viel Kalkulation, Gedanken, Kreativität, Personal. Ich glaube, wenn wie in jedem Unternehmen, aber man soll ja auch nicht sehen, was dahinter steckt. Das ist ja die Kunst, dass man das so ein bisschen hinter dem Vorhang hält. Aber man sollte es trotzdem schätzen. Mhm. Andy: Und ist dein Eindruck, dass die Wertschätzung da Auch bei euch jetzt bei euren Gästen da ist. Ramona: Ich finde, unsere Gäste sind sehr wertschätzend. Andy: Gibt es irgendeinen Satz, den du immer wieder hörst und wo du eigentlich gerne mal darauf antworten würdest? Oder ein Vorurteil. Ramona: Ein Vorurteil? Ja, Preise sind zu hoch. Auf jeden Fall. Aber da wären wir wieder beim Thema, das ich gerade angeschnitten habe, dass man ja nicht nur den Teller sieht, den man vor sich hat, sondern was dahinter steckt. Wir haben ja, also wir haben Personal und vor allem finde ich immer, es ist immer mehr wert, wenn man gutes Personal hat, wenn man gut betreut wird, wenn man guten Service genießen darf, wenn man eine schöne Aussicht hat, wenn man gute Qualität auf dem Teller findet und auch außergewöhnliche Dinge auf dem Teller findet, dann darf man das auch ruhig schätzen. Und essen gehen ist teuer, aber ein gutes Restaurant ist es auch wert, sag ich mal! Andy: Wie stehst du, wenn man jetzt gerade von Preisen sprechen? Jetzt wurde die Mehrwertsteuer wieder gesenkt. Ist das für dich was, wo du sagst Super, Endlich wieder ein bisschen mehr Luft, weil ein bisschen mehr Marge vielleicht da ist? Oder ist es etwas, wo du sagst Ah, ich muss es ja ohnehin jetzt dann wieder anpassen oder weitergeben in irgendeiner Form, wie? Wie geht man damit um? Ist das was Positives oder Negatives für dich? Ramona: Sowohl als auch, muss ich sagen. Denn die Kommunikation nach aussen seitens der Regierung oder den Entscheidungsträgern ist eher schlecht als recht uns gegenüber. Denn wir kriegen die Mehrwertsteuersenkung als Puffer dafür, dass andere Kosten steigen. Ja, also wir haben Personalkosten, die steigen seit Anfang Januar. Sind die. Sind die Mindestlöhne wieder nach oben gegangen? Die Krankenkassen gehen nach oben. Die Lebensmittelpreise sind aktuell noch in Ordnung. Aber das sind ja alles Dinge, die wir kompensieren müssen und man muss immer sehen. Ich glaube, die wenigsten Menschen sehen, dass wir kein Freizeitverein sind und das nur zum Spaß machen, sondern wir sind Unternehmer und jeder Gastronom will auch so wie du. So wie jeder andere, der einen Job hat, Geld verdienen. Und das ist auch wichtig. Ansonsten mache ich was falsch. Und da muss ich schon auch sehen, dass solche Dinge wie die Mehrwertsteuersenkung wichtig sind. Auch in der, sage ich mal, in der Abwicklung am Ende. Wir zahlen Mehrwertsteuer voraus. Sie müssen es wieder abgeben und geben mehr ab, als wir eigentlich müssen. Dann gibt es verschiedene Steuersätze für verschiedene Produkte. Also völlig konfus. Das ist einfach. Ja, da gehen wir jetzt zu tief ins Detail. Andy: Das Beispiel mit den Milchsorten und so kann ich da nur. Ramona: Ja, genau. Also so viel Prozent Milch, mehr als fünfzig Prozent Milch. Dann sind sieben Prozent Mehrwertsteuer. Und so weiter und so fort. Wer blickt da noch durch? Also kein Mensch wahrscheinlich. Andy: Okay. Dann haben wir jetzt hier mal den kleinen Appell Falls irgendjemand mit Einfluss das hört, der könnte sich gerne mal bei dir melden. Dann könntest du vielleicht einen kleinen Tipp geben. Okay, jetzt haben wir vorhin völlig verpasst, in der Rubrik zuvor noch darauf zu blicken. Wie siehst du es denn in Zukunft? Also hast du einen Plan für die nächsten zehn Jahre? Du hast schon gemeint, Pachtverträge sind jetzt nicht immer nur so ein halbes Jahr oder so. Was habt ihr noch vor mit dem Steg 11? Ramona: Also grundsätzlich vor habe ich das, was wir schon eigentlich ganz gut geschafft haben, weiter auszubauen. Ich möchte einfach konstant gut bleiben und dadurch wachsen. Also möchte einfach. Wichtig ist immer Auslastung und Auslastung durch Konstanz einfach und. Weitere Pläne gibt es aktuell keine. Andy: Und habt ihr mehr Touristen oder sind mehr lokale regionale, also Radolfzeller bei euch zu Gast? Wie ist da dein Eindruck? Ramona: Sowohl als auch, würde ich sagen. Also in den letzten Jahren tatsächlich viel Zugewinn bekommen an Einheimischen. Wir haben aber auch viele, die extra zu uns kommen, aus Donaueschingen, aus Villingen, Schwenningen. Das sind auch tatsächlich Einzugsgebiete von uns Schweizer natürlich, die auch grundsätzlich da sind, nicht nur zur Saison, die kommen auch so gerne wieder. Wir haben auch schöne, also schöne Weihnachtsfeiern usw. Andy: Dann würde ich jetzt gerne auf die letzte Rubrik übergehen. Letzte Kategorie. Bisschen kreativ. Andy's Gratis Pitch. Ja, ich würde dir einfach mal eine spontane Idee pitchen. Ich habe mehrere sogar dabei. Genau. Ramona: Also, ich warte. Ich schreib schnell mit. Andy: Du kannst mich jederzeit anrufen. Dann erzähle ich dir noch was. Sehr gut. Erster Tipp oder erste Idee. Betrifft eure Karte. Ihr habt das Signature Steak. Ich würde empfehlen, es Steak 11 zu nennen, statt Steg 11 Signature Steak. Das ist aber nur eine Kleinigkeit, die ich selber in der Karte gesehen habe, wo ich immer dachte, so als Kreativer, das müsste doch irgendwie umgedreht werden. Aber das war eigentlich nur so eine kleine Anmerkung. Ramona: Aber gut. Also viele rufen an und fragen Wie schreibt man euch Steak? Andy: Und ich weiß, dass man natürlich selbst mit seinem Markennamen immer so ein bisschen vorsichtig umgeht, aber ich plädiere dafür, da dynamisch mit umzugehen. Und solche Dinge sind total erlaubt. Ramona: Also Wortspiele sind super, oder? Also Ja, absolut. Andy: So, jetzt kommen wir aber zu einer richtigen Idee. Beziehungsweise ich habe zwei noch dabei. Wir sind einfach so viele Dinge eingefallen. Ich muss jetzt versuchen, ganz kurz und knapp loszuwerden. Idee eins Dieses Jahr ist Fußballweltmeisterschaft wieder. Und es ist ja alle zwei Jahre ein großes Turnier. Ich habe sofort mit eurer Hausnummer elf Spieler, die in einem Team spielen, im Kopf. Okay, heißt Public Viewing Steg 11 Freunde, große Leinwand auf dem Wasser. Ihr seid ja direkt am See. Terrasse. Leute können mit Luftmatratze sich die Spiele angucken. Ähm, bei jedem Elfmeter gibt es eine Lokalrunde oder irgendwas. Eine Glocke läutet und ihr verteilt kleine Drinks. Also aus eurem Namen mit Steg 11 den Bezug zum Fußball schaffen. Ramona: Okay, du holst die Genehmigung fürs Wasser. Ich bin dabei. Andy: Okay, Ich wusste, dass irgendwo ein Haken sein muss. Ramona: Die Leinwand auf dem Wasser finde ich schon sehr gut, muss ich sagen. Da können wir auf jeden Fall drüber sprechen. Aber ich würde dafür plädieren, dass du das organisierst mit diesem Wassergedöns. Ich mache den Rest. Andy: Okay, ich habe noch eine zweite Idee dabei. Okay. Da wird es mit Genehmigung wahrscheinlich noch schwieriger. Jetzt gibt es ja Wapo Bodensee. Das ist ja das Ding hier. So, jeder kennt es. Die kriegen ja immer an mit ihren Aufnahmewagen und drehen dann hier ganz groß diese Serie. Ähm, warum nicht eine Kooperation? Ihr macht ein Steg 11 Krimidinner mit Live Krimi Fall auf dem Wasser, Wapo Bodensee, Krimidinner im Steg 11 und die Leute sitzen auf der Terrasse. Wetter muss natürlich mitspielen. Beobachten, beobachten den Mordfall direkt vor ihren Augen und müssen dann helfen, die Szenerie aufzulösen. Ramona: Okay, alles klar. Wir fragen bei der WAPO mal an, wir haben sehr gute Kontakte, weil die auch immer bei uns unterwegs sind und filmen. Und der Yachtclub bietet immer ein bisschen Schiffe an und Begleitung usw und die haben auch schon feste bei uns gefeiert und wir sind tatsächlich. Ich glaube dieses Jahr im Juni werden wir ausgestrahlt als Tatort. Bei uns wurde eingebrochen. Oh, genau. Ich kann dir gar nicht sagen, welches Datum, aber es müsste jetzt im Frühjahr sein. Irgendwann oder Frühling. Vorsommer Genau. Andy: Also wir müssen dazu sagen, ich weiß noch nicht genau, wann diese Folge ausgestrahlt wird, aber vielleicht war es auch schon und es war ein ganz toller Tatort. Ramona: Genau. Vielleicht war es ein super Tag, ein super Tatort gewesen. Es ist gar nicht vielleicht, sondern ganz sicher. Das ist ein Tatort. Ja, Okay. Ja, da passiert schon viel, wenn die da sind. Auf jeden Fall. Aber Krimi ist auch eine gute Idee. Da müssen wir mal sprechen. Ob die den Drehplan einbauen können? Andy: Vielleicht lassen sie sich auch kombinieren. Und ihr macht einfach noch eine Wasseraktion. Krimishow während des Public Viewings. Genau. Aber jetzt wird es, glaube ich, zu wild. Vielen Dank, dass du da warst. Ramona: Ich danke auch. Hab mich total gefreut. Andy: Alle Zuhörerinnen und Zuhörer reserviert fleißig im Steglow. Guckt euch die Karte an, esst ein Curry und bestellt im Idealfall keine Pommes dazu. Als Beilage separat, vielleicht separat oder Tut so, als wäre es für die Kinder wenigstens. Und dann wird das mit Sicherheit gut werden. Ich wünsche euch viel Erfolg. Ramona: Danke schön. Ja, bis demnächst.
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