Italienische Strickmode vom Bodensee: Sandra Dangel von PITPARDON
Shownotes
Ein eigenes Modelabel vom Bodensee, hochwertige Strickmode aus Italien und zwei Schwestern, die irgendwann beschlossen haben: Wir machen das jetzt einfach.
In dieser Folge von Bisschen Bodensee Business spricht Andy Ritzi mit Sandra Dangel, die gemeinsam mit ihrer Schwester das Premium-Stricklabel PITPARDON gegründet hat.
Sandra erzählt, wie aus alten Modezeichnungen vom Dachboden viele Jahre später tatsächlich eine eigene Marke wurde und warum der Weg dorthin deutlich weniger glamourös war, als man sich das vielleicht vorstellt.
Auf der Suche nach den richtigen Strickereien greift sie anfangs ziemlich naiv zum Telefonhörer, ruft sich durch ganz Deutschland und bekommt rund 100 Absagen, bevor endlich jemand "Ja" sagt. In Italien sorgen dann ihre vergleichsweise kleinen Stückzahlen für die nächste Herausforderung und großes Gelächter.
Wir sprechen darüber, warum Sandra trotzdem ihr gesamtes Erspartes in die erste Kollektion gesteckt hat, wie es sich anfühlt, mehrere hundert Kleidungsstücke vorzufinanzieren und weshalb man als Gründerin manchmal zwischen großem Stolz und der Frage schwankt, ob man sich vielleicht doch ein bisschen überschätzt hat.
Außerdem geht es um organisches Wachstum, Produktion in Deutschland und Italien, die Zusammenarbeit mit ihrer Schwester und die weniger glamourösen Seiten des Gründerlebens: von Buchhaltung bis zu Kartons, die sich im Hausflur stapeln.
Und in Andys Gratis-Pitch geht es darum, wie jedes Kleidungsstück von PITPARDON schon vor dem Kauf seine eigene Geschichte bekommen könnte: „Every Piece a Story“.
Eine Folge über Mode, Mut und die Realität des Gründens. Hört rein aus welchem Stoff Startup-Träume wirklich gemacht sind.
Hier geht es zum Onlineshop von PITPARDON
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Transkript anzeigen
00:00:00: Andy: Sandra, schön, dass du heute im Podcast bist. Start up aus einer kleinen Gemeinde am Bodensee produziert italienische Premium Strickmode. Wie muss man sich das vorstellen? Wie passt das zusammen?
00:00:15: Sandra: Das ist auf jeden Fall eine sehr berechtigte Frage. Aus unserer Sicht passt es sehr gut zusammen. Ich muss aber dazu sagen Der Bodensee oder Salem ist unsere Wahlheimat. Wir kommen eigentlich aus dem Kreis Böblingen. Und unsere Oma kam aus Markdorf und wir haben uns schon immer sehr wohl gefühlt in der Region. Und ich glaube, dass die Menschen, die dort leben, auf jeden Fall eine bestimmte Bodenständigkeit nachsagen lassen können, was im Unternehmertum glaube ich, durchaus helfen kann. Zudem sind sie sicherlich sehr naturverbunden und vielleicht auch haben eine bestimmte Verantwortung, die damit einhergeht. Und glaube ich, dass die Menschen dort auf jeden Fall einen gewissen Anspruch an Qualität haben. Und das trifft eben auch auf unser Label zu. Jetzt was Italien und Strickmode anbelangt, da brauche ich, glaube ich, nicht viel zu zu sagen. Die Italiener sind wahre Strickkünstler, kann man sagen. Und sie haben eben ein gewisses Bewusstsein für Mode und Stil in jedem Fall.
00:01:16: Andy: Das heißt, dass die Lebensqualität, die die Leute an dem Standort Bodensee schätzen, die schätzen sie dementsprechend deiner Meinung nach auch in der Mode und in dem, was sie tragen?
00:01:29: Sandra: Absolut. Und auch die Werte, die damit einhergehen.
00:01:32: Andy: Ich habe ein paar Schnellfragen vorbereitet. Die stelle ich direkt. Du kannst kurz und knackig antworten. Werden wir doch ein bisschen abschweifen. Ist das auch in Ordnung? Erste Frage Italien oder Bodensee?
00:01:46: Sandra: Italien, würde ich sagen, Urlaub, Inspirationsquelle und aber auch Geschäftsbeziehungen in unserem Fall und Bodensee Heimat.
00:01:57: Andy: Lieber Onlineshop oder kleine Boutique.
00:02:00: Sandra: Das ist nicht einfach. Für unsere Lebenssituation, in der wir uns befinden, ist es in jedem Fall der Onlineshop. Weil der Onlineshop es einfach zulässt, dass man auch abends oder nachts noch mal dran sitzt und optimiert. Und das kann man in der kleinen Boutique nicht leisten, dass man den Kunden nachts mal vorbeikommen lässt. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass wir vielleicht eines Tages mal eine kleine Boutique haben. Ich Ich hätte große Lust darauf oder zumindest mal einen Showroom. Und wir sind absolut offen dafür, auch in ausgewählten Concept Stores vertreten zu sein, die eben schon existieren. Weil ich glaube an die Zukunft auch vom stationären Handel.
00:02:38: Andy: Das heißt, Aktuell aber vertreibt ihr alles über den Onlineshop.
00:02:41: Sandra: Über den Onlineshop und in kleinen Läden tatsächlich auch schon in Deutschland, die so ein Multi Brand Store eben führen.
00:02:49: Andy: Ja, jetzt gehen wir ein bisschen mehr ins Material. Merino oder Kaschmir?
00:02:54: Sandra: Es kommt drauf an, aber in den meisten Fällen würde ich sagen die Mischung macht's. Aufgrund der dieser Funktion von Merino, das eben temperaturregulierend ist und die weiche Haptik von Kaschmir. Und diese Kombi finde ich perfekt. Und deswegen haben wir uns tatsächlich auch auf diese Mischung spezialisiert.
00:03:11: Andy: Das heißt, eure Kleidungsstücke bestehen immer aus einem gewissen Teil?
00:03:15: Sandra: Merino hauptsächlich jetzt zum Beispiel das Polo, das ich trage, ist ein hundert Prozent Merino. Da könnte man sagen jetzt für den Sommer macht das total Sinn. Den Vorteil von dem temperaturregulierenden Material mit sich zu nehmen. Aber gerade für den Winter haben wir immer die Mischung aus Kaschmir und Merino.
00:03:31: Andy: Wie ist denn da so die Verfügbarkeit auch von solchen Sachen? Rohstoffen.
00:03:37: Sandra: Es kommt darauf an, was man auch bereit ist zu zahlen. Also die Großen haben da gar kein Problem natürlich dran zu kommen, auch zu geringeren Preisen. Aber jetzt in unserem Fall, wir haben schon deutlich andere Einkaufspreise als manch anderer.
00:03:52: Andy: Da gehen wir nachher noch ein bisschen genauer drauf ein. Das interessiert mich nämlich auch total. Aber damit wir die Schnellfragerunde noch weiter schnell weiterführen können. Lieber langsam organisch wachsen oder mit einem Investor direkt durch die Decke.
00:04:06: Sandra: Das hat auch beides seine Berechtigung, finde ich. Zum einen kann es Sinn machen, mit einer bestimmten Idee den Markt direkt erobern zu wollen. Und dann braucht man Investoren, Aber für unseren Fall wieder und unsere Lebenssituation. Als zwei Mamas von kleinen Kindern können wir das kapazitär gar nicht leisten. Also für uns macht es total Sinn und eigentlich auch mit der Philosophie, die wir leben, dass wir organisch langsamer wachsen in dem Fall.
00:04:29: Andy: Seit wann gibt es euch denn?
00:04:32: Sandra: Den Onlineshop gibt es seit November, Dezember letzten Jahres. Das Label haben wir vor einem Jahr angemeldet.
00:04:38: Andy: Was sollen Menschen fühlen, wenn sie ein Produkt von euch tragen?
00:04:47: Sandra: Also ich kann sagen, was ich fühle, wenn ich es trage. Man hat ja solche Stücke im Kleiderschrank von denen oder wenn man nicht weiß, was man tragen soll. Und ich finde, man zieht einen PITPARDON Kleidungsstück aus dem Kleiderschrank. Dann fühlt man sich direkt, als wäre das ganze Outfit in irgendeiner Form aufgewertet. Und dieses Gefühl soll man eigentlich haben. Wenn man weiß, man baut um dieses Stück herum, dann ist man eigentlich schon gut gekleidet und fühlt sich wohl darin.
00:05:11: Andy: Das heißt alles Basics und dann PITPARDON dazu und dann ist man perfekt modisch gekleidet.
00:05:17: Sandra: Ja.
00:05:17: Andy: Du beschäftigst dich wahrscheinlich auch ein bisschen so mit Trends. Und mit Was kommt jetzt als nächstes? Kannst du auch so einen Trend benennen für den Herbst? Jetzt?
00:05:26: Sandra: Wir sind jetzt nicht wie Zara, dass wir auf jeden Trend aufspringen können und und das wollen wir auch gar nicht. Wir können es überhaupt nicht leisten. Wir haben wirklich super kleine Kollektionen und wir haben Teile. Man könnte sagen so no brainer. Du ziehst es einfach an und es passt. Du fühlst dich wohl, lässt sich leicht kombinieren. Es sind eher Klassiker, aber wir versuchen schon auch immer, so einen modernen Twist reinzubringen. Klar, wenn jetzt eine Farbe über einen längeren Zeitraum mal ein absolutes Highlight ist, wie Chocolate Brown oder sonstiges, dann, dann sind wir da schon auch mit dabei. Aber wir lassen uns jetzt nicht komplett auf bestimmte Schnitte oder sonstiges ein. Das würde bei uns auch gar keinen Sinn machen.
00:06:02: Andy: Also eher langlebige, zeitlose Produkte.
00:06:07: Sandra: Zeitlos. Und auch wenn es vielleicht ein bisschen ambivalent klingt, immer mit einem modernen Twist. Also zum Beispiel so ein bisschen ein boxy Schnitt aber dennoch von der Aufmachung. Das in dem Fall Cardigans bleibt es immer, wird es immer im Trend bleiben. So kann man sagen. Also wir gehen jetzt nicht komplett davon ab.
00:06:25: Andy: Das war schon eine schnelle Fragerunde. Habe ich schon wieder viel gelernt. Dann gehen wir jetzt zu unserer Kategorie Bisschen Herkunft, bisschen Zukunft. Ich würde gerne von dir einmal erfahren, Wie ist denn überhaupt das Label PITPARDON entstanden? Wie kam es dazu? War das schon immer ein Kindheitstraum von dir? Was ist auch dein Background? Vielleicht kannst du uns ein bisschen erzählen, wie das alles zustande kam.
00:06:50: Sandra: Ja. Also, ich wusste nicht, als ich ein kleines Mädchen war, dass es mal PITPARDON geben wird. So konkret war es nicht. Aber wir haben jetzt vor kurzem unser Elternhaus in der Heimat verkauft, und da mussten wir eben das ganze Haus einmal entrümpeln. Dachboden. Alles raus, was sich angesammelt hat. Und da habe ich echt so Scribbles von mir damals gefunden. Bleistift auf Papier, so Modezeichnungen. Und da war ich echt gerührt, weil ich konnte mich so im Detail daran gar nicht mehr erinnern. Aber dann dachte ich echt, wie stolz wäre ich damals gewesen, wenn ich gewusst hätte, dass es heute dieses Label gibt. Das konnte ich natürlich nicht erahnen. Ich habe dann später mein Abitur mit Schwerpunkt Kunst gemacht und so ist es mir nie schwer gefallen, mich da irgendwie reinzudenken und auch handwerklich was zu tun. Das hat mir richtig viel Freude bereitet. Aber ich bin dann im Studium schon eher in Richtung BWL Marketing, habe mich da noch nicht so richtig getraut, irgendwie ein klassisches Modedesignstudium oder so an den Tag zu legen. Aber es hat mich nie losgelassen. Ich habe währenddessen auch immer im Einzelhandel gearbeitet und bin dann auch in der Modebranche im Angestelltenverhältnis gelandet. Ich war bei Marc Cain, das kennt man sicher und bei Groz Beckert in Albstadt, was eben auch eigentlich Mode ist, weil sie, das weiß vermutlich nicht jeder Systemteile für die Herstellung textiler Flächen herstellen, also beispielsweise so Nadeln für Industrierundstrickmaschinen also. Kunden sind eben aus der Modeindustrie. Und da habe ich wirklich so wichtige Kontakte knüpfen können, die mir heute extrem helfen. Und nach der Elternzeit habe ich überlegt Kehre ich jetzt in das Angestelltenverhältnis zurück, was sicher nicht die schlechteste Lösung gewesen wäre? Oder traue ich mich jetzt zusammen mit meiner Schwester diesen Schritt zu gehen? Und ich dachte jetzt oder nie. Und so ist PITPARDON dann entstanden.
00:08:45: Andy: Und bisher bereut.
00:08:46: Sandra: Den Schritt gar nicht. Und ich denke auch, ich könnte es nie bereuen. Glaube ich stand heute, weil ich könnte mir nur vorwerfen, es nicht probiert zu haben.
00:08:56: Andy: Das stimmt. Das ist sehr gute Einstellung. Auf jeden Fall. Jetzt hast du gerade gesagt, du hast eher BWL Marketing Einschlag gehabt in deinem Studium Und hast jetzt ein Modelabel mit deiner Schwester zusammen gegründet. Wie? Also du brauchst ja trotzdem irgendwie dieses Grundlagenwissen auch. Also wie hast du dir das angeeignet? Oder jetzt auch Schnitte zu produzieren, überhaupt das ganze Fachwissen zu haben? Wie? Wie kamst du dazu?
00:09:24: Sandra: Also ich habe es de facto nicht gelernt. Ich habe mich da so reingefuchst und ich glaube auch wenn man eine Leidenschaft für etwas hat, dann fällt es einem auch viel leichter, sich das anzueignen. Und natürlich weiß ich auch, dass es immer Menschen gibt, die in manchen Dingen besser sind, als ich es bin. Und deswegen gebe ich es auch anderen dann an die Hand. Also was glaube ich ganz wichtig ist, ist eben ein gutes Netzwerk. Und wenn ich jetzt mit unserer Strickerei aus Italien oder in Deutschland spreche, dann helfen mir da ja auch Experten. Ich gebe denen natürlich schon Scribbles an die Hand und habe bestimmte Maße im Kopf. Aber ich lasse mich dann auch gerne korrigieren, dass sie sagen Schau, so und so fängt es dann an der Schulter besser. Oder das Strick ist auch sehr speziell, muss man sagen in der Fertigung. Und da bin ich dann absolut offen. Deswegen hat man auch Prototypen bis hin zum Muster dann am Ende und wir sind im stetigen Austausch. Und die Menschen, die das tagtäglich tagtäglich machen und an der Strickmaschine sitzen, ja, da lasse ich mich total gerne mit mir Tipps geben.
00:10:26: Andy: Genau das heißt aber produzieren tut er schon ausschließlich in Italien oder auch in.
00:10:31: Sandra: Italien und in Deutschland, speziell Berlin. Genau. Okay, das ist vielleicht auch noch so ein Überbleibsel aus der Vergangenheit. Marc Cain hat ja Strick auch ein hundert Prozent in Deutschland hergestellt, oder glaube ich immer noch in Bodelshausen. Die haben eben ihren eigenen Maschinenpark. Das hat mich so fasziniert und nicht mehr losgelassen, dass ich dachte, ich muss das auch probieren. Und ich glaube auch, dass es Menschen dafür gibt, die diesen Aspekt schätzen, dass man eben auch im eigenen Land produziert. Aber ich bin ehrlich Es gibt einen Grund dafür, warum die meisten abwandern, warum es diese Textilproduktion auf der Schwäbischen Alb hauptsächlich nicht mehr gibt. Das ist einfach viel, viel teurer. Speziell in Europa zu produzieren. Ich möchte Italien gar nicht ganz rausnehmen. Aber wir wollen es probieren. Weiterhin. Ja.
00:11:18: Andy: Ja, ist ja schon auch. Kommen wir wieder zu dem Thema Qualitätsmerkmal zurück. Du hast vorhin Zara erwähnt und so, das ist natürlich schon teilweise ja fast Fashion mäßig dann auch ja sicherlich noch mal ein anderer Qualitätsanspruch und kurzlebiger, vielleicht auch teilweise die Mode, die dort produziert wird.
00:11:38: Sandra: Mit Sicherheit. Ja, und das wollen sie ja auch sein. Also Christiane Arp hat ja auch mal die frühere Chefredakteurin der Deutschen Vogue hat gesagt Eigentlich das, was die heute gefällt, darf dir morgen nicht mehr gefallen. Und ich verstehe diesen Ansatz natürlich. Also du musst ja auch eine Begehren schaffen, dass du in der neuen Saison neue Kollektionen verkaufen kannst. Aber das ist nicht unsere Herangehensweise. Wir wollen wirklich Klassiker. Aber nicht so veraltete Stricks, sondern mit wirklich modernem Twist, die du bestenfalls deiner Tochter später noch vererben kannst, wenn du sie gut pflegst.
00:12:11: Andy: Auf jeden Fall nachhaltiger, was ihr tut im Vergleich.
00:12:14: Sandra: Das würde ich behaupten. Ja.
00:12:17: Andy: Was macht denn eure Strickteile? so besonders.
00:12:23: Sandra: Das hört sich jetzt vielleicht kitschig an, aber ich glaube, es ist schon auch das Herzblut, das da drinsteckt und wie weit wir als Gründer auch in jeden Schritt involviert sind, mental und emotional. Ich glaube, das hat man so sonst einfach nicht wirklich, wenn es jetzt nicht so eine kleine Geschichte ist. Also das ist, glaube ich, wie man es sich vorstellt. Wir sitzen am Esstisch und besprechen Zeichnungen und Designs und probieren Prototypen an, tauschen uns aus. Meine Schwester und ich. Und eine Besonderheit ist vielleicht auch, dass wir tatsächlich unsere Community auch versuchen zu involvieren. Es ist so, dass wir eigentlich der Mode so ein bisschen hinterherhinken, was den zeitlichen Ablauf anbelangt. Wenn jetzt andere Große eigentlich schon die Sommerkollektion nächsten Jahres im Kasten haben, dann sind wir gerade noch an den Prototypen jetzt für Herbst Winter. Also wir sind wirklich zeitlich verzögert. Das heißt aber auch, dass wir in den Entstehungsprozess unsere Community noch mit reinnehmen können hinsichtlich Fragen, Farben, Abfragen oder bestimmte Schnitte. Wollt ihr das mit Schulterklappe oder ohne? Und dann schauen wir schon, was ist da so ein Stimmungsbild? Vielleicht auch. Das könnte einzigartig sein, würde ich sagen. Und ja, natürlich auch der Produktionsort.
00:13:36: Andy: Und was bedeutet dann dieser Zusatz Premium?
00:13:41: Sandra: Das ist sicherlich die Materialzusammensetzung auch, oder ein Gesamtpaket aus allem natürlich Produktionsweg und Merino Kaschmir. Es ist einfach was Edles.
00:13:53: Andy: Wie funktioniert denn eure Zusammenarbeit? Also, zum einen würde mich das interessieren. So ein bisschen zwischen dir und deiner Schwester natürlich. Aber auch jetzt gerade mit den ganzen Partnern, Lieferanten, Produktion in Berlin, in Italien. Wie kann man sich das vorstellen? Wie läuft sowas ab?
00:14:13: Sandra: Also zwischen meiner Schwester und mir würde ich sagen. Oder würde sie, glaube ich sagen, dass ich vielleicht eher der kreativere Part bin, aber auch so ein bisschen Ähm, ich will überall mit dabei sein, hier mit aufspringen, da mit aufspringen und sie ist mehr so, sie nordet uns dann wieder so ein bisschen ein, kann man sagen. Sie ist strukturiert, organisiert, sie kann klare Gedanken kommunizieren und fassen. Sie kann eigentlich besser sprechen als ich. Ich weiß nicht, wo sie heute ist, Aber das ist halt so ein bisschen und ich habe auch manchmal den Eindruck oder ich stelle mir vor, dass die Menschen, wenn sie unsere Produkte sehen, direkt sehen und fühlen, was ich fühle. Aber das kann man nicht immer voraussetzen. Es gehört auch ein gewisses Marketing und Vertriebstalent dazu. Das braucht es, um die Message rüberzubringen.
00:14:56: Andy: Aber den Background hast du ja auch so ein bisschen.
00:14:58: Sandra: Habe ich eigentlich auch, aber sie kann es noch so, sie hat das große Ganze im Blick. So kann man das, glaube ich, sagen. Während ich mich manchmal im Detail verliere und deswegen, glaube ich, sind wir auch ein gutes Team. Und mit den Strickereien. Also es ist wirklich so, dass wir eins zu eins mit dem mit denjenigen, die hinterher an der Strickmaschine sitzen, kommunizieren, jeden Schritt besprechen. Da ist niemand zwischengeschaltet oder so!
00:15:22: Andy: Aber wie lief das denn ab? Also jetzt hast du den Entschluss gefasst. Du willst das jetzt machen? Ihr gründet oder ihr zusammen. Ihr gründet jetzt dieses Label. Dann musste ja, hast du gesagt, du hast ein gutes Netzwerk schon gehabt über deine Position beim Marc Cain zum Beispiel auch. Jetzt musst du ja trotzdem an die Leute herantreten und sagen Hey, ich habe jetzt hier was gegründet. Wir möchten gerne Strickmode machen, möchten gerne mit euch produzieren. Macht ihr das? Sagen die dann Ja, wunderbar. Hervorragend. Hereinspaziert! Oder ist der Weg doch deutlich schwieriger?
00:15:52: Sandra: Es war die größte Herausforderung seit Gründung, wirklich Partner zu finden. Ich war am Anfang echt ein bisschen naiv. Ich habe an dieses Netzwerk noch gar nicht so gedacht, das ich eigentlich hatte. Ich habe wirklich einfach zum Telefonhörer gegriffen und erst mal ganz Deutschland abtelefoniert und habe viele traurige Absagen bekommen. Menschen, die gesagt haben Tut mir leid, die Strickerei ist kurz vor Schluss oder nimmt nur noch größere Aufträge an oder nur noch in der wie sagt man industrielle Strick oder Automobilauskleidung oder solche Dinge, Also gar keine Mode mehr, die sie machen?
00:16:28: Andy: Das heißt, du hast auch einfach gegoogelt. Strickerei Deutschland und hast dann abgeklappert.
00:16:33: Sandra: Und habe so einen von ein hundert Absagen dann doch eine Zusage erhalten. So kann man sagen. Und in Italien war es natürlich noch wilder. Oder Sandra aus Salem telefoniert rum und fragt an Ja, da waren natürlich die Stückzahlen auch ganz andere, die die gefordert haben. Also die sind, glaube ich, lachend vom Stuhl gefallen. Als ich dann mit meinen fünfzig Teilen oder so kam oder noch weniger Geld. Und dann habe ich erst gemerkt Nee, du brauchst Kontakte, du brauchst jemanden, der für dich vielleicht mal anfragt und sagt Schau, die ist vertrauenswürdig und die will da wirklich was aufziehen. Und so kam das dann. Dann hat jemand so ein Gespräch geführt mit einer italienischen Druckerei, hat gesagt Ich kenne die gut, die Sandra von einem früheren Leben. Und dann haben die sich mich erst mal angehört. Und dann kam es dazu.
00:17:22: Andy: Und dann hast du aber einen Kontakt quasi gehabt in Italien. Oder war das auch jemand aus Deutschland, aus der Modebranche?
00:17:28: Sandra: Das war eine Schweizer Agentur, die aber sehr gut vernetzt ist. In der Textilbranche.
00:17:36: Andy: Noch einen kleinen Tick näher dran an Italien als wir zumindest.
00:17:39: Sandra: Ja.
00:17:40: Andy: Okay. Super spannend. Und dann hast du gesagt, du möchtest jetzt fünfzig Teile erstmal produzieren und dann musst du das ja wahrscheinlich auch irgendwie vorfinanzieren, oder? Die wollen ja eine gewisse Abnahmemenge auf jeden Fall zugesichert bekommen, nehme ich an? Wie läuft sowas?
00:17:57: Sandra: Ja, ja, das ist so, also in Deutschland sind die Abnahmemengen noch geringer, aber dafür auch das Einzelstück teurer. Und in Italien hat es begonnen bei zwei hundert und man muss es vorfinanzieren. Also das ist tatsächlich so, brauche ich nicht um den heißen Brei reden. Ich habe mein ganzes Erspartes genommen und da reingesteckt und ich habe gedacht Alles oder nichts. Ja.
00:18:20: Andy: Das heißt auch ohne Bank, Ohne irgendwie. Du bist wirklich an deine Sparbüchse sozusagen gegangen. Ja, okay, das ist ja schon ein Riesenrisiko. Auch dann, oder? Also hast du. Dann bist ja gerade frisch Mutter geworden. Ja. Und wusstest Okay, jetzt hast du einmal die Chance, in deinem Leben das noch mal ganz neu anzufangen. Ja. Und all or nothing. Ja, absolut. Wie hast du dich da gefühlt?
00:18:44: Sandra: Ach, also, man schläft schon ab und zu nicht ganz so gut, weil man auch denkt. Ja, also, es schwankt ein bisschen. Zwischen war ich habe ich mich maßlos selbst überschätzt. Also, wie konnte, wie konnte man sich in dieses Haifischbecken wagen und und ja, wie konnte ich je was anderes tun? Also es schwankt wirklich so ein bisschen. Meine Schwester sagt auch immer wieder Schau, wie stolz wir sein können, was wir da geschaffen haben. Man verliert den Blick auch ein bisschen dafür. Oder dass man diese Kollektion auf den Markt gebracht hat. Diesen Invest und dieses Herzblut da reinstecken konnte. Aber man denkt immer, es müsste eigentlich schon schneller. Schon besser. Schon größer sein. Das ist irgendwie auch menschlich wahrscheinlich. Aber man muss sich da immer wieder auch ein bisschen zurückholen und sagen Wow, cool, was wir schon gerockt haben.
00:19:34: Andy: Und dann überweist du aber quasi Geld an dieses Stricker Strickereien vorab, hast denen die Designs gegeben. Und dann fangen die erst an mit Muster, mit Proben
00:19:45: Sandra: Ja, es gibt einen gewissen Prozentsatz, den man dann schon vorab bezahlt. Dann wird gestartet und auch vor Auslieferung zahlt man dann alles?
00:19:52: Andy: Ja und dann hatten die angefangen zu produzieren, liefern dann alles am Stück an dich. Heißt auch verschiedene Größen verschiedener Artikel Und dann hast du erst mal diese Kartons oder Kleiderständer oder was auch immer bei dir geparkt. Und dann geht es ja erst los mit der Vermarktung.
00:20:11: Sandra: Ja, das ist das Risiko, das man eben hat. Also es gibt ja auch on demand, das gibt es ja auch in der Mode, aber das ist nicht unser Modell. Es ist de facto so die Kartons werden speziell auch zu mir nach Hause geliefert. Die stehen da erst mal, man denkt sich Wow, jetzt muss man die an den Mann bringen. Aber ich bin überzeugt von unserem Produkt, von der Qualität. Und wir haben das große Glück, dass es sehr gut angenommen wird.
00:20:34: Andy: wenn du jetzt so vielleicht mal die ein oder andere Zahl vielleicht noch nennen kannst, wie, wie viel habt ihr jetzt genau produzieren lassen, wie viel ist schon weggegangen oder wie viel Teile habt ihr verkauft?
00:20:47: Sandra: ich denke so Alles in allem haben wir etwa fünf hundert Teile insgesamt geordert. Und ja, und wir dürfen jetzt im Herbst Winter schon eine kleine neue Kollektion herausbringen.
00:21:03: Andy: Das ist super. Das wollte ich nämlich als nächstes fragen, was denn so der nächste Schritt ist. Das heißt, ihr habt jetzt in letzter Zeit fleißig an einer neuen Kollektion gearbeitet?
00:21:11: Sandra: Genau. Ja.
00:21:13: Andy: Und was kann man da erwarten? Was gibt es Neues oder Spannendes?
00:21:17: Sandra: Also wir haben eben auch solche, sagt man Never out of stock pieces, von denen wir glauben, dass es einfach immer unser Dauerbrenner in Anführungsstrichen. Und die werden auch einfach bleiben. Vielleicht in leicht abgewandelter Form in einer anderen Farbstellung. Aber es ist natürlich so Wenn man Stammkunden gewonnen hat, dann musst du den ja auch was Neues bieten. Weil die haben sich ja dann unter den sieben Teilen schon das rausgesucht, was für sie in Frage kam.
00:21:43: Andy: Und mit der hervorragenden Qualität halten die ja auch. Die müssen ja quasi nicht so schnell nachgeordert werden.
00:21:49: Sandra: Und dann musst du ja auch was Neues bringen. Und das wollen wir ja auch. Das ist ja auch der kreative Prozess, oder dass man was Neues erschaffen kann und. Aber es hält sich immer noch in einem kleinen Rahmen. Also jetzt für Herbst Winter kommen vier neue Teile heraus. Genau. Und wir sind schon ganz gespannt. Ich habe vorher noch mal eine Email gecheckt. Morgen erwarten mich noch mal neue Prototypen. Und das ist eigentlich immer das Schönste, finde ich, diesen Karton aufzumachen. Du, zum Ersten Mal. Siehst du es wirklich vor dir? Ja. In Farbe. Und dann die zu tragen, Zu testen. Zu optimieren. Ja.
00:22:24: Andy: Und was sind so? Was ist so der Dauerbrenner oder so? Das meistgekaufte Stück bei euch? Was ist so? Ist das dieser Cardigan? Oh ja.
00:22:32: Sandra: Unser Cardigan. Sally. Ja, das könnte aber auch daran liegen. Zum einen ist es wirklich ein traumhaft schönes Teil. Das ist einfach so, es hat eine wunderschöne Haptik, es ist richtig weich und eben auch diese klassische Merino Kaschmir Mischung. Und ich glaube, den Cardigan, den kann es auch offen tragen, als Jäckchen, als Pullover. Es ist halt sehr vielseitig einsetzbar und.
00:22:53: Andy: Man kann so ein Teil von der neuen Kollektion mal rausnehmen, wo du sagst, da freust du dich ganz besonders drauf.
00:23:00: Sandra: Ja, es wird einen geben, der auch wieder unseren unser klassisches Zierdreieck haben wird. So ein bisschen auch Boxerschnitt und ja, also seid auf jeden Fall gespannt. Das wird schön.
00:23:14: Andy: Ja, super. Jetzt muss ich noch mal ein Stück zurückspulen. PITPARDON Wie kommt man denn auf diesen Namen? Also ich. Ehrlich gesagt war ich das erste Mal gelesen. Hatte es französisch ausgesprochen pied. Pardon. Ja, weil ich irgendwie direkt mit. Weil sich Mode und Frankreich irgendwie so in Verbindung hatte. Italienisch ist aber jetzt ja auch nicht. Ist eher Englisch gesprochen. Ja, vielleicht kannst du das noch kurz erklären.
00:23:35: Sandra: Also die unromantische Antwort lautet Es war super schwierig, einen Namen zu finden, den es noch nicht gibt. Also auch wirklich das das die die Domain noch verfügbar ist, das Insta Profil und und und. Social Media Kanäle, das ist das eine. Und zum anderen, ja, ist es eigentlich ein Zusammenspiel aus zweierlei. Das ist jetzt auch eine wahre Geschichte. Ich bin als Kind immer geritten und in dem Stall, in dem wir waren, gab es einen schwarzen Hengst, der hieß Pit. Und ich fand, es war so ein anmutiges Tier. Ist mir nie aus dem Kopf gegangen. Und jetzt habe ich nicht meine Söhne so benannt, aber ein anderes Baby und das Wort Pardon, im Englischen ausgesprochen, finde ich auch edel. Passt irgendwie zu uns. Und das in Kombination mit Pardon. Habe ich so ausgesprochen, meine Schwester. Geil. Und dann war es noch verfügbar. Dann haben wir gar nicht mehr groß überlegt.
00:24:29: Andy: Ja, das sind ja meistens dann die besten Entscheidungen. Wenn so sowas dann einerseits aus einer Geschichte heraus entsteht, gleichzeitig aber auch einfach sofort so ein Gefühl hat Oh, das ist es. Das ist jetzt der Name, den nehmen wir.
00:24:42: Sandra: Ja, bereue ich bis heute nicht.
00:24:45: Andy: Sehr gut. Jetzt kommt diese Herbst Winterkollektion raus. Wie oder wo siehst du euch denn mit dem Label? So in den nächsten fünf Jahren? Wo wollt ihr hin? Was sind so die Ziele?
00:25:00: Sandra: Das ist auch eine nicht ganz einfache Frage, weil wir hatten ja gesprochen. Wir wollen organisch wachsen. Wir schauen auch kapazitär. Was können wir, was können wir stemmen, Was schaffen wir und lassen uns auch echt so ein bisschen treiben? Ich meine, ich würde lügen, wenn ich nicht behaupte, dass das mein Ziel ist, Dass ich irgendwann davon leben können möchte. Weil Selbstständigkeit bedeutet halt auch, dass du noch mehr investierst als jetzt in einem gewöhnlichen Angestelltenverhältnis. Das ist einfach so, man schaut doch noch mal aufs Handy. Nur noch schnell die eine Email beantworten, Nur noch ganz kurz wo anrufen, Weil es ist natürlich auch so, wenn du es selber nicht machst. Jetzt in unserem Fall als Two Women Show. Dann macht es eben keiner und dann geht es auch nicht voran. Aber ich habe da auf jeden Fall Geduld und ich weiß, dass es braucht, um zu wachsen. Und die Zeit möchte ich auch geben.
00:25:50: Andy: Das heißt aktuell auch jetzt noch nicht wirklich profitabel in dem Sinne, dass du davon leben könntest.
00:25:55: Sandra: Nein, stand heute nicht. Aber das ist auch so laut Businessplan, wie man so schön sagt, nicht vorgesehen. Ja.
00:26:01: Andy: Den habt ihr aber auch tatsächlich am Anfang gemacht oder gegründet habt habt ihr, auch wenn er jetzt keine Investoren, Geld oder Finanzierung irgendwie gebraucht habt, habt ihr euch so eine Art Businessplan gemacht, wo ihr sagt das sind jetzt die Ziele?
00:26:13: Sandra: Ja, wir sind schon so ein bisschen spießig, auch bei der IHK dann vorstellig geworden und haben uns ein paar Tipps eingeholt. Das hat mir auch tatsächlich geholfen, Möchte ich jedem empfehlen.
00:26:23: Andy: Sehr schön. Dann würde ich gerne jetzt auf die Kategorie ein bisschen Klartext. Hand aufs Herz kommen. Wie stressig ist denn der Alltag zwischen Startup und Familie?
00:26:38: Sandra: Also es ist schon ein extremer Spagat. Das ist es wirklich. Man ist halt ja gut. Aber ich. Ich tröste mich auch immer so ein bisschen damit, dass, wenn ich jetzt zu meinem alten Arbeitgeber zurückgekehrt wäre oder auch mich gar neu beworben hätte, ist es ja auch nicht anders, oder? Also zumindest ich bin eben ein Typ Mensch. Ich bin auch da dann mental und emotional extrem involviert und ich habe nicht selten auch abends noch auf dem Sofa gesessen und irgendwas dafür getan, einfach weil es mir auch Spaß gemacht hat. Oder Gedankenkarussell Was könnte man an Instacontent noch produzieren? Das verschwimmt ja auch irgendwie. Und das ist jetzt mit der Selbstständigkeit natürlich nicht anders. Noch mal in extremerer Form. Es schlagen zwei Herzen ein bisschen in einem und man hat manchmal das Gefühl, man wird beidem nicht gerecht. Aber das gehört wahrscheinlich auch dazu.
00:27:27: Andy: allen, die zuhören und vielleicht gerade an einem ähnlichen Punkt stehen wie du damals, die quasi überlegen Soll ich mich selbstständig machen? Ich habe da eine Idee, bin aber noch nicht ganz sicher. Was würdest du denen sagen? Würdest du den Mut zusprechen wollen?
00:27:39: Sandra: Ja, ich würde sagen, geht noch einen Schritt weiter. Auf jeden Fall. Ich glaube, man darf jetzt auch nicht ganz blauäugig irgendwo reinrennen. Aber es gibt auch aus dem Umfeld schnell mal Menschen, die sagen Och, mach das doch nicht und schau, das ist doch Risiko. Und jeden Monat ein fixes Gehalt auf dem Konto ist auch ein schönes Gefühl. Und es stimmt ja auch alles. Und es mag auch nicht für jeden der richtige Weg sein. Aber wenn man es in sich spürt und denkt, ich muss das machen, weil ich sonst bereue, dass ich es nicht probiert habe, dann gibt es, gibt es keine andere Lösung.
00:28:08: Andy: Das ist doch mal ein super Tipp hier ein bisschen Bodensee Business für alle, die zuhören. Gibt es irgendwas, was du im Vorfeld auch wenn du mit Businessplan und sehr konservativ dich versucht hast, darauf vorzubereiten, was da alles passieren wird, was kommen wird, was die Aufgaben sind? Gibt es irgendwas, wo du sagst das hast du trotzdem komplett unterschätzt?
00:28:25: Sandra: Puh, gute Frage. Also ich sitze oft da und denke mir Um Gottes Willen, also man ist so, ja, man ist so, wie ich speziell bin, ein bisschen überfordert von der Summe an Aufgaben, auch die überhaupt nicht themenverwandt sind. Also Dinge, bei denen ich früher zu Kollegen gesagt habe Wie kann euch das Spaß machen? Wie kann man so was machen wie Buchhaltung oder so, gell? Und das bin ich halt gar nicht. Und jetzt bin ich es doch. Also man muss sich auch in Dinge eindenken und viel Zeit investieren, die einem so gar nicht gefallen. Das muss ich zugeben. Ich habe schon gedacht, ich konzentriere mich dann gemeinsam mit meiner Schwester auf das richtig Coole. Und das andere läuft schon irgendwie. Nee, das braucht auch seine Aufmerksamkeit. Und man braucht vielleicht auch viel länger dafür als manch ein anderer.
00:29:11: Andy: Naja, kann ich nachvollziehen. Und trotzdem ist wahrscheinlich ja der Antrieb, den man hat, weil man etwas tut, was man liebt. Stärker als diese kleinen Aufgaben, die auf einen zukommen, auf die man vielleicht nicht so viel Lust eigentlich hat. Ja.
00:29:25: Sandra: Überwiegt dann auf jeden Fall. Ja, ich glaube, sonst würde man, würde man es sein lassen.
00:29:32: Andy: Hand aufs Herz Wie viele Kartons stapeln sich denn aktuell in deiner Wohnung?
00:29:38: Sandra: Also ich glaube, ihr würdet es nicht für möglich halten, wenn ihr wirklich in meinen Hausflur tretet oder Wohnungsflur. Ich sehe das selber gar nicht mehr, weil es erfüllt mich mit Freude auch. Aber mein Mann würde da jetzt anders antworten. Also ich glaube, der dachte wirklich, es ist jetzt nicht Ihr Ernst. Als der LKW vorgefahren ist, da dachte es nicht Ihr Ernst. Aber für mich ist es natürlich auch mit einem schönen Gefühl verbunden. Auch wenn Kartons dann verschwinden, weil sie leer sind, ist es für mich etwas Positives, dass neue nachkommen. Weil es ist ja für mich ein gutes Zeichen, dass ich nachbestellen darf und kann. Und klar, auf Dauer wäre das auch nicht die Lösung. Dann braucht man irgendwie ein Lager. Aber Stand heute ist es für mich super praktisch. Ich habe alles immer da.
00:30:18: Andy: Also wenn ich jetzt auf PITPARDON Dot Com gehe, ja, ist die Seite, glaube ich. Ja, und da jetzt einen Pullover oder irgendetwas bestelle für mich, dann kommt bei dir die Bestellung an? Du gehst bei dir zu Hause mal ins nächste Zimmer rüber, holst du aus dem Karton das Teil raus, verpackst es und schickst es dann los?
00:30:37: Sandra: Definitiv. So ist es. Ja. Ja. Also, wir haben schon ein kleines Büro. Und da habe ich mir eben eine Ecke eingerichtet, wo ich verpacke. Und meine Schwester eben auch. Und das wird von uns gemacht.
00:30:49: Andy: Ja, Ihr wohnt aber nicht zusammen?
00:30:50: Sandra: Nee, aber im selben Gebäude. Ja.
00:30:53: Andy: Dann habt ihr doch trotzdem kurze Wege. Auf jeden Fall. Ja. Und sieht das bei dir ähnlich aus mit den Kartons, die sich stapeln?
00:30:59: Sandra: Nee. Sie hat gesagt. Mach du das mal! Okay. Ja, aber ich muss auch noch dazu sagen, dass wir wirklich große Unterstützung von unseren Eltern erfahren. Also, mein Papa war schon immer einer. Es gab nichts, was er nicht konnte. Und er denkt sich auch in die Sache mit ein und hilft wo er kann. Das ist richtig schön. Und meine Mama sowieso.
00:31:18: Andy: Und alle, die vielleicht ein bisschen kritisch waren am Anfang, die hast du mittlerweile schon überzeugt oder gibt es immer noch so im Bekanntenkreis, Freundeskreis oder auch Familie. So ein paar Stimmen, die sagen So, willst du das jetzt wirklich noch weiter durchziehen?
00:31:30: Sandra: Oder Die gibt es immer, die gibt es immer. Aber ich glaube auf jeden Fall, Es sind mittlerweile schon viele Menschen auf mich zugekommen. Die, die das dann bewundern und ich dann auch selber für mich wieder merke. Okay, wow, wenn die Außenwahrnehmung so ist, dann muss ich, müssen wir uns das vielleicht auch mal wieder vor Augen halten, was wir schon alles geschaffen haben. Also ich glaube doch, manche sind überrascht, was was dann doch dabei rum kam.
00:31:53: Andy: Ja, das heißt im Grunde, ich kenne das auch ein bisschen von mir, Man. Es gibt ja nie ein Ende. Also es geht ja immer weiter. Man muss ja immer weiter kommen und dadurch vergisst man manchmal vielleicht auch das wertzuschätzen, was man schon hinter sich hat, was man schon geschafft hat, Dass man sich diese Momente vielleicht auch mal bewusst nimmt, Ab und zu zurückzublicken und mal kurz stolz zu sein auf das, was man schon erreicht hat.
00:32:15: Sandra: Und ich glaube, das kommt dann oft durch Feedback von außen, dass einem das so ein bisschen vorhält und sagt Schau mal, wie cool. Ja.
00:32:22: Andy: Jetzt kannst du dich ein bisschen zurücklehnen. Jetzt kommen wir nämlich zu unserer obligatorischen Kategorie Ein bisschen kreativ Andys Gratis Pitch. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, auch für Pit, Pardon und für euer Label,
00:32:35: Sandra: Ich bin gespannt.
00:32:36: Andy: Ich glaube, jeder Mensch hat ja so ein Kleidungsstück im Schrank, mit dem er oder sie eine Geschichte verbindet. Sei es, weiß ich nicht. Die Jeans, mit der man die erste eigene Wohnung gestrichen hat, wo man noch so kleine Flecken drauf sieht oder das Kleid vom Abiball oder irgendein Shirt, was man eigentlich schon längst hätte aussortieren müssen, weil es einem nicht mehr passt. Man kann sich aber trotzdem nicht davon trennen, weil man irgendeine Verbindung noch im Kopf damit hat. also, man hat diese Verbindung nicht, weil die Kleidungsstücke irgendwie ja zwingend, unbedingt immer besonders schön sind, sondern weil man irgendeine emotionale Verbindung dazu hat und man eine Geschichte erzählen kann. Die Idee ist, dass ihr euren Kleidungsstücken. Du hast vorhin erzählt, ihr versucht auch schon, die Community so ein bisschen mitzunehmen, auch in den Entstehungsprozess. Ihr gebt den Kleidungsstücken aber vom ersten Tag an noch mehr eine ganz eigene Geschichte. Heißt ihr schafft diesen emotionalen Wert zu den Kleidungsstücken schon früher und nicht erst, wenn die Leute das tragen und dann ihre eigenen Verbindungen damit schaffen, indem nicht nur jetzt sage ich mal ihr über Materialgrößen oder Waschanleitungen irgendwas berichtet und die auch vielleicht auf den, auf den Labels etc. drauf habt, sondern auch wie ist die Idee entstanden, warum dieser Garn? Wie ist es bei der Produktion angelaufen? Wo gab es vielleicht auch mal ein paar Rückschläge oder Hürden, die man überwinden musste? Wie genau wird es denn produziert? Wie sieht sowas überhaupt aus? Wer ist vielleicht derjenige, der da an der Maschine saß und das tatsächlich gestrickt gewebt hat? Heißt Every piece a story also wirklich so ein Behind the scenes, was du dann auch im Onlineshop natürlich super kommunizieren kannst bei jedem Teil. Weil ihr habt ja jetzt nicht, sage ich mal, zwei hundert Teile oder zwei hundert unterschiedliche Stücke. Das heißt, es ist ja wirklich Premium und und überschaubar von der Menge. Jeden Teil wirklich so eine die eigene Geschichte zu geben, die man erzählen kann, über Videos, über Interviews mit dem Produzenten, über Social Media dann weitervertreiben kann, um den Leuten diese emotionale Verbindung zu eurer Kleidung schon noch einen Schritt früher zu geben. Ja, das wäre die Idee. Every piece a story, pit. Pardon.
00:35:12: Sandra: Schön. Also, du triffst es echt auf den Kopf, weil wir hatten das auch schon angedacht und hatten sogar schon einen Termin festgesetzt und wollten nach Italien fahren. Es stand alles schon und wir wollten eben diese Behind the Scenes Bilder produzieren. Es hat dann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht geklappt, aber unbedingt, weil es steckt ja so viel darin, man muss es nur visualisieren oder um es der Community auch zu zeigen. Und am Ende verkauft man Emotionen. Ein Teil ist emotional aufgeladen, bevor jemand es sich in den Warenkorb legt. Und das ist auf jeden Fall der richtige Weg. Glaube ich auch.
00:35:49: Andy: Ja gut, dann freue ich mich und würde mich natürlich auch freuen, wenn ich da mehr darüber erfahre, oder? Gerne können wir uns natürlich auch darüber unterhalten, wenn er da Unterstützung braucht. Beim Storytelling oder bei sonstigen Aufgaben.
00:36:02: Sandra: Und wir denken an euch.
00:36:05: Andy: vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Zwischen Start up und Family auch noch hier in dem Podcast zu kommen, darüber zu erzählen und ganz offen auch so ein paar, ja nicht ganz so einfache Momente mit uns zu teilen, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank!
00:36:22: Sandra: Gerne. Ich finde die Idee so cool mit dem Podcast und ich habe mich riesig gefreut, als ich gehört habe, ich da vorbeikomme.
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