Zwischen Fernweh und Firmennachfolge: Anna & Matthäus Kögel von Kögel Touristik

Shownotes

In dieser Folge von Bisschen Bodensee Business spricht Andy Ritzi mit Anna und Matthäus Kögel von Kögel Touristik aus Radolfzell. Das Familienunternehmen organisiert seit 1954 Reisen und hat sich vom klassischen Busunternehmen hin zu einem modernen Reiseveranstalter entwickelt.

Mit einem gebrauchten Bus gestartet, wuchs das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg. Von ersten Fahrten innerhalb Deutschlands bis hin zu internationalen Reisen nach ganz Europa und darüber hinaus. Heute liegt der Fokus stark auf organisierten Rundreisen, oft mit Flug und lokalen Partnern vor Ort. Gleichzeitig bleibt das Busgeschäft ein wichtiger Bestandteil.

Im Gespräch geht es um die Entwicklung des Reisens selbst: Während die grundsätzliche Art zu reisen ähnlich geblieben ist, haben sich Komfort, Erwartungen und Professionalität stark verändert. Hotels, Organisation und Reiseerlebnisse sind heute deutlich anspruchsvoller als noch vor einigen Jahrzehnten. Auch das Buchungsverhalten wandelt sich. Immer mehr Gäste buchen online, während persönliche Beratung dennoch weiterhin eine große Rolle spielt.

Anna Kögel steht bereits als Nachfolgerin bereit und bringt frische Perspektiven ins Unternehmen ein. Sie berichtet von ihren ersten eigenen Fahrten, Herausforderungen als junge Busfahrerin und davon, wie es ist, schrittweise Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig bleibt die Erfahrung der vorherigen Generation ein wichtiger Bestandteil.

Wir hören persönliche Anekdoten aus dem Reisealltag: von festgefahrenen Bussen in italienischen Wohngebieten bis hin zu verlorenen Gästen ohne Handyempfang in Namibia. Viel Spaß beim zuhören.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Andy: Anna, Matthäus Schön, dass ihr da seid. Ihr seid Reiseveranstalter und seht jeden Tag Menschen, die Reisen antreten, die in Urlaub gehen. Wie sieht das denn bei euch selber aus? Geht ihr selbst gerne noch reisen? Anna: Also ich gehe super gerne in super vielen Reisen. Ich schaue mir gerne die eine oder andere Tour an, die wir haben. Jetzt war ich erst auf Hurtigruten und habe mir mal angeschaut, wie die Südtour so abläuft und bin da eigentlich immer ziemlich offen für neue Kulturen und neue Länder. Und am meisten mag ich eigentlich das Essen in den in den verschiedenen Ländern. Andy: Matthäus Wie sieht das bei dir aus? Mathäus: Ich verreise natürlich auch gerne, insbesondere mit meiner Familie. Wir haben eine kleine Tochter. tatsächlich. Reise ich schon viel, aber nicht ganz so viel, wie die meisten Kunden denken. Andy: Und wenn ihr unterwegs seid, wer übernimmt dann die Reiseleitung? Anna: Ja, ich übernehme das dann schon auch selber. Ich bin schon diejenige, die dann sich um alles kümmert und schaut, was wir so machen können. Aber natürlich alles in Absprache. Und ich gucke immer, dass wir vor Ort auch dann einen Reiseleiter finden oder irgendwie Guides von vor Ort haben, weil die kennen sich im Endeffekt immer am besten aus und die haben auch immer gute Tipps. Andy: Und gute Connections habt ihr ja sowieso, oder? Matthäus: Ja, auf jeden Fall. Ja klar. Wir wissen natürlich, wo wir was anleiern müssen, damit wir die Informationen bekommen. Ja, also mit den Profis vor Ort fährt man immer am besten. Andy: Ja, bevor wir da noch ein bisschen genauer drauf eingehen, würde ich jetzt gerne mit unserer ersten Rubrik starten. Das ist unsere Schnellfragerunde. Was sind eure Lieblingsreiseziele? Anna: Mein Lieblingsreiseziel ist Vietnam. Steht an allererster Stelle. Und an zweiter Stelle kommt sofort Spanien. Aber ich würde auch gerne mal nach Südamerika. Matthäus: Also im Frühjahr und im Herbst gefällt es mir am besten in Andalusien, Da war ich schon relativ oft. Und im Winter sind es eigentlich die Berge in Graubünden, insbesondere natürlich Davos. Andy: Frühbucher oder Last Minute? Anna: Last Minute Matthäus: Frühbucher. Andy: Fenster oder Gangplatz? Anna: Fenster Matthäus: Gangplatz. Andy: Okay, Wer von euch kann im Urlaub besser entspannen? Anna: Ich glaub, ich kann besser entspannen, oder? Ich weiß nicht. Matthäus: Ich kann das selber nicht so gut beurteilen, aber es braucht halt schon eine Zeit, bis ich entspannen kann. Andy: Strand oder Stadt? Anna: Stadt Matthäus: Bei mir eigentlich Golfplatz. Andy: Was ist denn dein Handicap? Matthäus: Mein Handicap? Ich glaube, achtzehn momentan Andy: Sehr gut. Das war schon die Schnellfragerunde. Dann kommen wir jetzt zu unserer Kategorie. Ein bisschen Herkunft, ein bisschen Zukunft. Wir wollen was erfahren über die Geschichte von Kögel Touristik. Würden dann gerne natürlich auch darüber sprechen, wie sich das Ganze entwickelt hat über die Jahre und vielleicht auch der Blick nach vorne, was in den nächsten Jahren so geplant ist, wie die Zukunft aussieht. Wie entstand denn das Unternehmen? Matthäus: Also ich glaube, es war 1954, als mein Vater mit meiner Mutter zusammen, als sie sich entschlossen, einen Bus zu kaufen. Einen alten gebrauchten Bus, ich bin als Kind noch als in dem herumgeturnt, da kann ich mich dran erinnern. Ja, und so fing es dann an mit einem Bus und irgendwann waren es dann mal zwei. Und dann noch ein kleiner Bus und noch ein kleiner Bus. Der erste war ja ein relativ großer Bus und so ist das Ganze dann langsam gewachsen bis in die siebziger Jahre hinein. Mein Vater bot dann langsam Reisen an ins Ausland, am Anfang im Inland, dann ins deutschsprachige Ausland, Schweiz, Österreich und dann kam langsam Holland dazu. Also mein traute sich so langsam raus aus Deutschland und so fing das Ganze an. Andy: Und ihr hattet dann ja auch Reisebüros, das heißt, das war auch so ein Teil eures Unternehmens. Wie kam es dazu oder wie hat sich das dann auch davon wieder weg entwickelt? Matthäus: So um 1980 rum kam dann mein Bruder in den Betrieb und dann wurde das Reisegeschäft deutlich ausgeweitet. Also die Reiseveranstalter mit den Bussen. Dann fuhr man halt auch nach England, sowieso nach Italien bis nach Sizilien und Südspanien. Und Mitte der achtziger Jahre kamen ja dann die Reisebüros auf und wir hatten dann in der Spitze, glaube ich, fünf Reisebüros. Aber diese Reisebüros, die gegen den Anfang der zwei tausend er Jahre langsam zu Ende und wir verabschiedeten uns von den Reisebüros wieder und konzentrierten uns auf das Reisebus und auf das Reiseveranstaltergeschäft. Und inzwischen sind wir überwiegend als Reiseveranstalter tätig, zwar mit eigenen Reisebussen, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Reiseveranstaltern, zur Hälfte sind es Flugreisen oder zumindest mit Flugbegleitung. Also das man in das Zielgebiet per Flug geht und dann vor Ort mit einem Reisebus die Rundreise macht wie in Sizilien oder in Andalusien oder in Irland usw Andy: Heißt da fährt aber auch immer jemand mit dem Bus dann dorthin? Matthäus: Eine Zeit lang hatten wir das mit eigenen Reisebussen gemacht. Aber gerade mit den ganzen Regularien und den freien Tagen, die einen Fahrer braucht, war das kaum zu bewerkstelligen, so dass man da auf der legalen Seite war. Und inzwischen mieten wir eigentlich ganz überwiegend die Busse vor Ort von örtlichen, soliden Buspartnern. Andy: Okay, ich habe auch gelesen, dass die Elisabeth, deine Mutter, die erste Frau in der Region war mit einem Busführerschein. Matthäus: Das stimmt, das war so. Andy: Das ist ja auch was Besonderes, oder? Matthäus: Das war damals etwas Besonderes. Zu der Zeit hatten ja viele Hausfrauen, sag ich mal, noch keinen Führerschein. Und meine Mutter fuhr schon mit so einem kleinen Bus und hat quasi schon Reisen durchgeführt Andy: … und die Leute von A nach B gebracht. Matthäus: Genau. Ganz genau. Andy: Wahnsinn. Hast du selbst einen Busführerschein. Matthäus: Ich selber habe natürlich mit 23 gleich den Busführerschein gemacht und bin immer mal wieder große Reisen gefahren. Also schon mit 23 war ich in Schottland und im nächsten Jahr in Andalusien. Ich habe eigentlich jedes Jahr eine große Busreise damals gemacht, als ich so zwischen 23 und 30 war. War sogar am Nordkap oben mit dem Bus. Also hab da auch immer viel Freude dran gehabt und es fiel mir immer leicht. Andy: Sehr schön. Anna wie sieht es denn bei dir aus? Was sind so erstmal deine ersten Erinnerungen auch an das Unternehmen? Du warst ja dann vermutlich auch schon als Kind da viel mit dabei. Oder bist du vielleicht auch mal auf einer Reise dabei gewesen? Anna: Also am besten erinnere ich mich eigentlich an die Skiausflüge, die wir jedes Jahr gemacht haben. Der Papa ist gefahren und ich saß mit meiner Schwester dann direkt hinter ihm und habe ihm immer mal wieder was zu essen gegeben und so dann jedes Jahr diese Skikurse absolviert. Ansonsten erinnere ich mich noch an das alte Büro, den alten Betriebshof, wie wir da durch die Hallen gerannt sind und auch das ein oder andere Mal Ärger gekriegt haben. Weil es ein bisschen wild wurde. Aber ansonsten hatten wir früher noch so ganz kleine Miniatur Kögel Busse. Mit denen habe ich auch sehr, sehr gerne gespielt. Daran erinnere ich mich noch gut. Andy: Hat sich denn aus eurer Sicht das Reisen allgemein auch arg verändert? Also jetzt macht ihr das ja schon wahnsinnig lange und es reisen heute anders als früher. ' Matthäus: Also im Prinzip funktioniert die Art des Reisens, wie wir es machen, eigentlich wie früher in den sechziger Jahren. Man man fährt in ein Zielgebiet, sei es nach Holland oder nach Wien oder nach Paris oder in die Toskana Und schaut sich da diese Gegebenheiten an? Natürlich sind es komfortablere Hotels als früher. Früher, in den sechziger Jahren, hatte man wahrscheinlich nur ein Waschbecken im Zimmer. Heute sind es überwiegend vier Sterne Hotels. Das hat sich natürlich schon geändert und die Strecken, die man zurücklegen kann, sind natürlich deutlich weitere, weil die Straßen natürlich toll ausgebaut sind heutzutage, sofern es keine Staus gibt. Aber darauf achten wir in der Planung, dass wir nicht gerade montags morgens oder freitags nachmittags die weitesten Strecken fahren müssen. Andy: Und hat sich vielleicht aber auch bei den Gästen ja ein bisschen was verändert in der Art, wie Leute reisen, buchen wie die Leute Erwartungen haben an eine Reise, ist das vielleicht auch ein bisschen anders geworden mittlerweile. Matthäus: Die Erwartungen sind natürlich viel höher als früher. Keine Frage. In jeder Hinsicht. Die Professionalität ist natürlich eine andere, wie noch vor einigen Jahren. die Führungen in der Stadt oder in dem Museum, die funktionieren in der Regel mit Kopfhörer, so dass man wirklich alles hört, was der noch qualifiziertere Führer wie früher zum Besten gibt. Die Hotels sind ziemlich perfekt organisiert mit den ganzen Essen und mit dem Service. Das hat sich natürlich schon geändert. Und wie gesagt, der Komfort in den Reisebussen ist natürlich auch ein anderer wie früher. Die sind heute klimatisiert und haben selbstverständlich eine Toilette an Bord. Aber das Grundsätzliche funktioniert sehr ähnlich wie früher. Andy: Wie ist da dein Eindruck, Anna? Anna: Ja, ich habe das früher natürlich nicht so mitbekommen, aber ich würde auch sagen, dass der Anspruch schon etwas gestiegen ist an dem, was die Leute erwarten. Es ist jetzt durch die ganzen Fluggeschichten hat sich alles natürlich auch ein bisschen gewandelt, wo man hingeht und wie schnell das alles vonstatten geht. Andy: Aber ja, es ist ja auch so, dass im Prinzip sehr viel Transparenz mittlerweile herrscht. Jeder schaut ja auch erst mal vielleicht im Internet, was für Bewertungen ihr habt, wie andere Leute die Reise fanden. Vielleicht gibt es Reiseberichte in irgendeiner Form von Reisenden. Ich habe gesehen, bei euch habt ihr ziemlich tolle, viele Positive Bewertungen auf den Portalen hilft euch das extrem? Kriegt ihr das mit, dass die Leute das wirklich anschauen und da auch Wert drauf legen? Matthäus: Also wir haben eine hervorragende Bewertung, meine ich bei Google mit derzeit 4,8. Das schaffen wenige Unternehmen. Da sind wir schon stolz drauf. Ich schaue mir ein Restaurant oder ein Hotel schon an, also wir Überhaupt. Wenn wir die Hotels buchen, nehmen wir diese Portale natürlich zu Hilfe. Aber ich glaube schon, dass da einige Kunden drauf achten und sehen, dass wir eine gute Qualität abliefern. Wenn ich das so sagen darf. Anna: Das denke ich auch. Wir haben auch schon gemerkt, dass in letzter Zeit mehr online gebucht wird. Früher sind deutlich mehr Gäste in das Büro gekommen, um vor Ort zu buchen. Wir haben viel telefoniert, also viel Anrufe noch. Aber es geht mittlerweile auch deutlich mehr übers Internet, über Internetbuchungen. Da haben wir natürlich auch einen kleinen Rabatt eingestellt für alle, die im Internet buchen. Aber ich denke, das wird auch in Zukunft immer wichtiger werden. Andy: Was ist denn so die kürzeste Reise, die er anbietet? Und was ist so die längste Reise? Also, dass man das Spektrum so ein bisschen versteht. Anna: Also die kürzeste Reise, würde ich sagen, ist zu den Bregenzer Festspielen die Ausfahrt, wenn man das schon als Reise bezeichnet. Matthäus: Wenn man das schon als Reise bezeichnen kann. Ich würde sagen, vielleicht zum Jungfraujoch. Da ist man schon einen ganzen Tag unterwegs und erlebt. Ja, schon. Aber klar, Bregenzer Festspiele, Ein Tag oder Jungfraujoch ein Tag. Das sind die ganz kurzen Geschichten. Andy: Skiausfahrten. Habt ihr vorhin angesprochen? Matthäus: Skiausfahrten machen wir immer noch. Die gehen natürlich auch nur einen Tag. Aber um zu den langen Reisen zu kommen, also die längste Reise ist, glaube ich, die Hurtigrutenreise, die du gerade gemacht hast. Die geht auch nicht. Die längste, die geht zehn Tage, meine ich. Aber dann haben wir längere Reisen nach Vietnam, Kambodscha, Malaysia. Die gehen so um die fünfzehn Tage. Oder jetzt die Japanreise, die gerade unterwegs ist. Ich glaube, die geht elf Tage. Andy: Ja, also da kriegt er dann auch immer mal so Feedback, wie es läuft und erkundigt euch bei den Reiseleitern vor Ort, wie der Status ist, wie wie läuft so, wie kann man sich das vorstellen, wenn man da jetzt jeden Tag Leute auf eine große Reise schickt und dann ähm, ja irgendwie wissen muss, was passiert? Matthäus: Also wir bekommen Feedback, wenn es ein Problem gibt, Ansonsten kriegen wir das Feedback vom Reisebegleiter, wenn er zurückkommt. Aber wenn die unterwegs sind und haben keine Probleme, dann können wir ja auch nicht eingreifen. Und oftmals in Jahr fünfzehn bis zu zwanzig Reisen gleichzeitig unterwegs. Das würde ich an einem Tag kaum hinkriegen, mich mit allen zu unterhalten und da mir irgendwelche Bilder anzuschauen. Aber gerade vorhin habe ich mir die Bilder angeschaut von der Japanreise. Unser Reisebegleiter hat Bilder gepostet, die wir dann auch zum Teil ins Instagram stellen und da habe ich gesehen, dass die sich da sehr wohlfühlen und dass alles gut klappt. Offenbar. Andy: Anna jetzt bist du ja als Tochter im Unternehmen auch mittlerweile. Du hast auch studiert in dem Bereich und hast auch selbst einen Busführerschein. Wenn ich das richtig verstanden habe. Anna: Ja, genau. Mit 24 darf man den Busführerschein machen. Da habe ich den dann gemacht und war seither auch regelmäßig Bus. Also am Anfang bin ich ganz viele kleine Sachen gefahren und irgendwann kamen dann die ein oder andere größere Reise dazu. Und jetzt helfe ich so ein bisschen aus. Wenn wir zu wenig Fahrer haben oder irgendwo einen Engpass haben, dann fahre ich mal das eine oder andere. Andy: Okay, spannend. Und jetzt mal auf die Zukunft geblickt. Wie sind denn eure Planungen, wenn ihr jetzt so als Vater Tochter Gespann gerade im Unternehmen seid, irgendwann mal Nachfolge Planungen vielleicht auch im Kopf habt? Gibt es da schon Gedanken dazu? Habt ihr euch da schon drüber unterhalten? Matthäus: Wir sind ja dabei. Die Nachfolge steht ja bereit und das wird nach und nach eine Übergabe erfolgen. Andy: Wie leicht wird das fallen? Matthäus: Ja, das kommt drauf an, wie gut sie auf dem Golfplatz läuft. Wenn ich da den Ball treffe, dann hab ich da viel Spaß dran. Und sonst komme ich halt wieder ins Büro. Andy: Und wie ist das für dich, Anna, jetzt so zu wissen? Okay, ich werde irgendwann das Unternehmen übernehmen und als Nachfolgerin bereit stehen. Hast du dir da schon lange Gedanken drüber gemacht? Ist das schon relativ früh klar gewesen oder hat sich das jetzt erst in den letzten Jahren gefestigt? Der Gedanke. Anna: Also ich habe Tourismusmanagement studiert und da standen schon irgendwie so ein bisschen fest, dass ich in diese Richtung gehen werde. Und als ich dann den Führerschein angefangen habe und den dann auch fertig gemacht hatte, war es mir eigentlich schon klar, dass ich das dann, dass ich einsteigen werde und da dann auch als Nachfolger antreten werde. Und ja, ich freue mich, dass es bald so weit ist, dass ich mithelfen kann, dass ich viel lernen kann vom Papa. Er hat natürlich super viel Erfahrung, da muss ich erst mal einiges mitbekommen und lernen. Und dann bin ich gespannt, wie alles klappt. Aber ich denke, mit mit der richtigen Unterstützung wird es auf jeden Fall gut laufen. Andy: Und ich gehe davon aus, du wirst vermutlich auch wenn du nicht mehr aktiv direkt dabei bist, immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Matthäus: Natürlich, klar. Andy: Schön, Die nächste Kategorie heißt bisschen Klartext. Hand aufs Herz, Ihr habt erzählt, ihr habt selber schon viele Reisen auch begleitet, seid selbst gefahren mit dem Bus oder auch als Reiseleiter vielleicht mal eingesprungen. Gibt es da irgendwelche Anekdoten, Geschichten, verrückte Dinge, die passiert sind? Irgendwas, was euch direkt im Kopf ist? Anna: Also ich habe meine allererste Reise mit dem Bus nach Italien gemacht, mit einer privaten Gruppe, die den Bus angemietet hatten. Und wurde ich schon auf der Hinfahrt gefragt, ob ich das überhaupt könnte und ob ich schon mal sowas gemacht habe. Dann habe ich ein bisschen geflunkert und natürlich gesagt Selbstverständlich, Ich habe das schon richtig oft gemacht, obwohl es meine allererste Fahrt nach Italien war mit dem Bus. Und ich hatte glücklicherweise meine Schwester dabei. Die hat sich ein bisschen um die Gäste gekümmert und Getränke verteilt und alles Mögliche gemanagt. Unsere Reiseleitung war aus der Gruppe. Die hat es nicht professionell gemacht. Die hat sich einfach bereit erklärt, die Gruppe zu leiten. Und die hatte mir dann den Weg gewiesen. Ich hatte schon auf Google Maps geguckt, wo ich lang fahren kann. Das ist ja nicht so ganz einfach mit dem Bus wegen Höhen, Längen und Tonnenbegrenzung. Und dann meinte sie, wir sollten hier rechts abbiegen. Das war ja dann in so einem kleinen Dörfchen und dann auf einmal standen wir halt im Wohngebiet und ich bin da nicht mehr rausgekommen. Ich hab noch zu ihr gesagt Na ja, sind Sie sich sicher, dass wir da reinfahren? Ja, ja, da. Einmal um die Ecke und dann standen wir vor dieser Ecke bzw in dieser Kurve und sind dann nicht mehr weitergekommen. Dann sind alle ein bisschen aus dem Bus gestiegen, rumgeschwärmt und auf einmal kam ein Anwohner und hat sein Auto mal zwei drei Meter nach vorne gefahren. Dann konnten wir weiterfahren und dieser Herr war so nett, dass er dann gefragt hat, wo wir denn hin möchten. Dann haben wir ihm unser Ziel genannt und er meinte ja, gar kein Problem, er fährt mal voraus. Dann ist er mit seinem Fahrrad voraus gefahren und wir sind mit dem Reisebus hinterher gefahren und somit hat er uns dann den Weg gewiesen und uns quasi den Tag gerettet. Andy: Sprichst du denn auch Italienisch? Anna: Ich spreche eher Spanisch, aber dadurch komme ich mit Italienisch. Also komme ich mit dem Italienischen auch zurecht. Hab mich da ein bisschen verständigen. Andy: Matthäus, hast du vielleicht auch noch irgendeine Anekdote? Vielleicht von noch länger her? Vermutlich mal was Unerwartetes passiert ist. Matthäus: Also eine schöne Geschichte. Da war ich aber selber nicht mit dabei. War in Namibia. Und da hat die. Die Gruppe hat eine Pause gemacht. Ich, wenn ich mich richtig erinnere, an der Metzgerei oder Bäckerei Metzgerei und man hat da Pause gemacht in einer kleinen Ortschaft, auf einem längeren Weg zum nächsten Besichtigungsort. Und dann sind eigentlich alle wieder eingestiegen und die Gruppe war auch nicht so groß. Also eigentlich hat man gedacht, die sehen schon, wenn da jemand fehlt. Und der Laden war dann komplett leer, wie man mir berichtet hat. Da war niemand mehr in dem Laden, also waren alle da. Dann sind die losgefahren, aber ein Ehepaar war wohl noch auf der Toilette und kaum waren die aus der Stadt draußen, hatten die wohl keinen Handyempfang mehr. Und die Herrschaften, die in der Metzgerei Bäckerei waren, die haben dann per Handy versucht, den Reisebegleiter zu erreichen. Aber in Namibia war es wohl, so, dass man keinen Kontakt hat. Also haben die in Radolfzell angerufen und dann kam das Gespräch zu mir und dann haben wir versucht, den Reisebegleiter zu erreichen. Aber es hat dann bestimmt eine halbe drei viertel Stunde oder noch länger gedauert, bis die wieder in einem Empfangsbereich waren und wir sagen konnten Ihr müsst umdrehen. Ihr müsst jemanden holen. Dann sind die in Namibia wieder wahrscheinlich eine Dreiviertelstunde zurückgefahren und haben die wieder abgeholt. Und so, so war das. Dann ist nichts passiert. Aber war natürlich witzig, dass man wegen keinem Handyempfang in Afrika dann mal irgendwo stehen bleibt. Andy: Das ist echt spannend. Kann man sich gar nicht vorstellen heutzutage wo man permanent in Kontakt ist. Über WhatsApp, über Telefon, über sonst was. Matthäus: Also als ich in Südafrika war, da hatte man überall allerbesten Empfang. Im hintersten Eck, in jedem Lokal war WLAN frei? Ich weiß nicht. Vielleicht ist in Namibia heute auch so, aber es ist auch schon einige Jahre her. Andy: Gibt es denn noch ein Vorurteil dem ihr immer begegnet, wo ihr sagt So, damit wollte jetzt eigentlich mal aufräumen? Matthäus: Also du meinst sicherlich, was du schon angedeutet hast, dass viele Leute meinen, wir würden in Anführungsstrichen nur Busreisen anbieten. Das ist nicht so, wir bieten ja viele große Fernreisen an, das ist natürlich ein Vorurteil. Außerdem das Reisebüro in Radolfzell, das war vor zwanzig Jahren oder noch länger an die TUI verkauft haben. Da komme ich oft hin, weil die auch unsere Prospekte austeilen. Und dann sagen die mir fast jedes Mal, Da war wieder jemand da und wollte ins Reisebüro Kögel, obwohl es seit zwanzig Jahren TUI Reisebüro heißt. Es spricht aber ja für euch, dass das immer noch uns das ist, dass immer noch das Reisebüro gegenüber vom Scharfeneck. Das ist allerdings auch nicht mehr gibt. Das Reisebüro Kögel aber ist für mich kein Problem, für die Reisebüro Mitarbeiter natürlich manchmal ein bisschen nervig, nehme ich an? Ja. Andy: Wie ist das bei dir, Anna? Du hast vorhin mal angedeutet, als du deine erste Reise selbst gefahren bist, dass dir das die Leute nicht alle immer sofort zugetraut haben? Musst du dich nach wie vor da auch so ein bisschen noch beweisen? Hast du das Gefühl, dass du dir diesen Status noch erkämpfen musste in irgendeiner Form? Anna: Also beim Busfahren kommt es mir schon immer wieder. Oder kommt das schon immer wieder vor, dass Gäste fragen, ob ich das schon kann und ob ich denn wirklich die Fahrerin sei, oder? Am Flughafen wurde ich von der Polizei einmal kontrolliert. So standardmäßige Kontrolle, die dann auch skeptisch nachgefragt haben, ob ich denn wirklich fahren würde. Also das passiert schon immer wieder. Aber ich bekomme auch ganz viele positive Rückmeldungen von Kunden. die sich freuen, dass eine junge Frau hinterm Steuer sitzt und kommt auch gut an! Andy: Dann würde ich jetzt schon auf die letzte Kategorie kommen. Die ist für euch wahrscheinlich am spannendsten. Die heißt nämlich bisschen kreativ. Andis Gratis Pitch. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und hätte da so eine Idee, die ich euch jetzt einfach mal vorstellen würde. Und ihr Können sie auseinandernehmen. Ihr könnt sie annehmen. Wir können darüber diskutieren. Wir können sie auch einfach totschweigen. Und zwar habt ihr doch bestimmt immer mal auch Restplätze verfügbar. Das heißt gerade so im Busbereich gibt es ja vermutlich auch mal Reisen, wo der ein oder andere Platz noch übrig bleibt. habe ich auch gesehen, dass ihr das immer wieder mal auch bewerbt auf Social Media, auf Instagram. Und meine Idee ist der Überraschungsbus. Heißt, man bucht eine Reise bei euch, ohne zu wissen, wo es hingeht. Man kennt das vielleicht aus dem Kino. Gab es das auch früher immer diese Sneak Peak Preview. Man hat quasi ein Ticket gebucht für einen Film und wusste gar nicht, welcher Film da laufen wird. Und das würde ich übertragen auf euch. Und man bucht für einen etwas vergünstigten Preis, vielleicht auch ein bisschen in eine Kategorie einsortiert Städtereise in Europa oder so, einen Überraschungsbus. Und hat diesen Nervenkitzel nicht zu wissen bis zur Abfahrt, wo es denn hingeht. Und das würde euch die Möglichkeit geben, Restplätze aufzufüllen und könnte den Gästen die Chance geben, einfach mal was Spontanes, Verrücktes zu tun. Es gibt ja auch Leute, die gehen an den Flughafen und buchen Last Minute irgendeine Reise, die sie spontan sich überlegen. Das wäre mein Pitch, der Überraschungsbus, den ihr auch super natürlich auf der Website, wo ihr jetzt mittlerweile viele Online Buchungen auch annimmt, verkaufen könntet als Überraschung. Anna: Finde ich eine gute Idee, weil mir geht es manchmal auch so, dass ich mir überlege, wo möchte ich denn hinreisen? Und dann finde ich, finde ich kein richtiges Ziel, weil irgendwie das Angebot auch so groß ist oder man schon so viel gesehen hat und dann ist es eigentlich eine ziemlich coole Idee. Vor allem gerade für die Kurzreisen. So drei, vier Tage. Das kann man sich durchaus mal überraschen lassen und einfach irgendwas buchen, ohne zu wissen was. Im Endeffekt haben wir ja schon so eine bestimmte. Also unsere Reisen sind alle ja ähnlich aufgebaut. Von daher man weiß ungefähr schon, was auf einen zukommt. Aber ich finde es eine gute Idee. Danke, sehr schön. Matthäus: Also wir haben ja tatsächlich Reisen ins Blaue, wo die Gäste nicht wissen, wo es hingeht. Das sind in der Regel Busreisen, vier oder fünf Tage. Und das wird dann von unseren Fahrern oder Reisebegleitern Begleitern auch richtig zelebriert. Also die Gäste kommen morgens, die können nur in Radolfzell einsteigen und dann geht es halt irgendwo in eine Richtung und Da weiß man immer noch nicht, wo es hingeht. Und die. Irgendwann gegen Spätnachmittag kommt man dann im Hotel an und dann wird für den nächsten Tag auch nur bekannt gegeben, was man so ungefähr anziehen soll. Also ob man da viel zu Fuß unterwegs ist oder weniger. Also zuletzt waren wir irgendwo im Bereich Würzburg, glaube ich. Und dann fährt man halt in eine in der Stadt und hat da diese Führung gebucht und die Gäste wissen dann nicht, wo es hingeht. Also da haben wir Fans, das sind oftmals Wiederholungsgäste, die das sehr gern machen und sich da überraschen lassen. Das machen wir als Überraschung. Diese Restplatzvermarktung, die hängt nicht bei uns am Bus. Die würden wir gerne vermarkten. Aber so kurzfristig sind die Hotels längst abgestimmt. Und wenn wir da in die Werbung gehen würden? Es hat immer einen gewissen Vorlauf, dann wissen wir nicht, ob wir überhaupt noch Zimmer bekommen. Also wir müssten vorher ja mit dem Hotel abklären, ob es überhaupt zehnmal gibt. Aber, aber eine Woche vorher halten die uns keine Zimmer auf Option. Also es könnte dann sein, dass keine Zimmer mehr gibt. Also Restplatzvermarktung ist eher schwierig. Reise ins Blaue. Das machen wir. Andy: Okay, heißt, ich habe jetzt ein bisschen was gepitcht, was im Prinzip schon da ist und was auf der anderen Seite aber auch nicht so ganz richtig möglich ist wegen den Hotelverfügbarkeiten. Da muss ich mir wohl noch ein paar Gedanken dazu machen. Vielleicht fällt mir auch noch was besseres ein. Wir sind ja auch ein bisschen Bodensee Business Podcast. Wird ja ganz viele Unternehmen rund um den Bodensee beleuchten, hinter die Kulissen schauen. Vielleicht wäre ja mal so eine Unternehmensreise rund um den Bodensee. Eine Möglichkeit, dass man mal irgendwelche Firmen Unternehmensbesichtigungen macht bei verschiedenen großen Unternehmen, die es ja hier am See durchaus gibt. Vielleicht ist das noch mal ein Ansatz. Da denke ich aber noch mal drüber nach und dann werde ich euch davon noch mal anders erzählen. Matthäus: Okay, sehr gut. Andy: Dann sind wir fertig für heute. Ich sage Vielen Dank, dass ihr da wart. Hat mir super viel Spaß gemacht, auch so viel zu erfahren von euch, von eurem Unternehmen, von euren Reisen und von euren Zielen, die ihr so ansteuert und von den Zuhörerinnen und Zuhörern. Wer jetzt gerade noch im Kopf hat, eine Reise zu planen. Schaut doch mal gerne bei Kögel vorbei. Anna: Ja, vielen Dank für die Einladung. Hat uns sehr gefreut, dass wir da sein durften.

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