Industrieroboter gegen den Fachkräftemangel: Sarah Seufert von fruitcore robotics

Shownotes

In dieser Folge von Bisschen Bodensee Business spreche ich mit Sarah Seufert von fruitcore robotics. Das Unternehmen aus Konstanz entwickelt intelligente Industrieroboter und Automatisierungslösungen, die zeigen, dass moderne Robotik nicht kompliziert sein muss.

Wir sprechen über die Entstehungsgeschichte von fruitcore robotics, die an der HTWG Konstanz begann, über den ungewöhnlichen Namen des Roboters HORST und darüber, warum Automatisierung für viele Unternehmen längst keine Zukunftsvision mehr ist, sondern eine konkrete Antwort auf den Fachkräftemangel.

Außerdem geht es um künstliche Intelligenz in der Industrie, die Vision einer europäischen Physical-AI-Plattform aus Konstanz, humanoide Roboter mit zwei Armen und die Frage, ob Roboter tatsächlich Arbeitsplätze ersetzen oder vielmehr Unternehmen dabei helfen, weiterhin wachsen zu können.

Und natürlich klären wir auch, warum ein Industrieroboter Eierkartons stapelt, Slush-Eis im Heidepark ausgibt und sogar KI-generierte Kunstwerke malt.

Eine Folge über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft der Industrie – direkt vom Bodensee.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Andy: Sarah, schön, dass du hier bist.

00:00:01: Sarah: Ja. Vielen Dank, dass ich heute hier sein darf.

00:00:04: Andy: Fruitcore Robotics. Wenn du euer Unternehmen jemandem in zwanzig Sekunden erklären müsstest. Wie machst du das? Moment, ich stoppe.

00:00:14: Sarah: Okay.

00:00:16: Andy: Bereit? Ja. Und los.

00:00:18: Sarah: Wir entwickeln, produzieren und vertreiben intelligente Industrieroboter und komplette Automatisierungslösungen. Und dabei bauen wir nicht einfach nur einen Roboter, sondern wir vereinfachen Automatisierung radikal und machen Automatisierung für jeden zugänglich.

00:00:36: Andy: Perfekt. Du bist sogar unter zwanzig Sekunden geblieben. Ich habe siebzehn Komma vier sechs Sekunden gestoppt.

00:00:42: Sarah: Sehr gut.

00:00:43: Andy: Vielen Dank schon mal! Noch eine Zwischenfrage, bevor wir in die Schnellfragerunde gehen. Ja, Warum? Horst?

00:00:50: Sarah: Horst steht offiziell für Highly Optimized Robotics Systems Technology. Tatsächlich verwenden wir aber diesen langen Fachbegriff eigentlich nie, sondern immer Horst. Weil ich ja gerade schon gesagt habe. Unser Ziel ist es wirklich, Automatisierung so einfach wie möglich zu machen. Und Einfachheit beginnt schon beim Namen. Und den Namen Horst? Der ist einfach. Den kann sich jeder merken. Den kennt jeder und das sorgt auch mal für den einen oder anderen. SchmunZler.

00:01:17: Andy: Absolut. Ich finde es auch super Namen. Auf jeden Fall für so einen Roboter. Dann gehen wir jetzt in die SchnellFragerunde. Ich stelle dir kurze Fragen. Du versuchst kurz und schnell zu antworten. Ja, und dann schauen wir, was passiert.

00:01:32: Sarah: Alles klar.

00:01:35: Andy: Lieber auf der Messe oder in der Produktionshalle?

00:01:39: Sarah: Puh. Lieber auf der Messe.

00:01:41: Andy: Okay. Gibt es einen Grund?

00:01:43: Sarah: Ja, also ich bin sowohl als Aussteller als auch als Besucherin gerne auf Messen als Aussteller in. Ich bin bei Fruitcore für die Organisation der Messen verantwortlich und es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn ich teilweise nach monatelanger Vorbereitung Abstimmung Organisation dann wirklich auf dem fertigen Messestand stehe und wir auch einen erfolgreichen Messeauftritt hatten. Und ich gehe auch sehr gerne als Besucherin auf Messen, weil das ist für mich einfach die effizienteste Art und Weise, um wirklich Marktforschung zu betreiben, weil dort komme ich mit unseren Kunden oder auch mit unseren potenziellen Kunden in einen ehrlichen und direkten Austausch darüber, was sie und der Markt wirklich braucht. Und das ist das, was wir bei Fruitcore machen wollen. Wir wollen wirklich Produkte für die Kunden entwickeln, die auch einen Mehrwert für den Kunden bieten. Und deswegen ist es mir am Anfang auch ein bisschen schwer gefallen, ob jetzt Messe oder Produktionshalle, weil ich bin natürlich auch gerne in den Produktionshallen bei unseren Kunden vor Ort. Zum einen ist es mega spannend, die verschiedenen Produktionstechnologien zu sehen und wie dann aus den Rohstoffen am Ende ein fertiges Produkt wird. Und noch cooler ist es natürlich, wenn schon Kunden sind, die schon Horste im Einsatz haben und ich dann wirklich auch den Horst live vor Ort in Aktion sehen kann.

00:03:04: Andy: Schöne Referenzstorys. Ja.

00:03:06: Sarah: Genau.

00:03:06: Andy: Okay, jetzt nehmen wir wieder ein bisschen Geschwindigkeit auf. Ja, Wenn du zu Hause einen Horst hättest, wofür würdest du den am ehesten einsetzen?

00:03:15: Sarah: Das ist einfach alles rund ums Thema Wäsche. Also Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, dann Wäsche wieder in den Schrank einzusortieren, das wäre mega.

00:03:24: Andy: Aber aktuell nicht geplant. So war es für den Haushaltsgebrauch.

00:03:27: Sarah: Tatsächlich.

00:03:28: Andy: Nicht. Was ist denn dein liebster bisheriger Einsatzzweck des Horsts? Also wo er bei Kunden irgendwo eingesetzt wird?

00:03:36: Sarah: Mhm hm. Meine liebsten Anwendungen sind gar nicht mal die klassischen Industrieanwendungen, sondern eher die unkonventionellen. Wir haben beispielsweise einen Horst bei einer Eier also bei einer Hühnerfarm. Dort palettiert er die Eierkartons oder auch in einer Gärtnerei, wo die Pflanzen in die Pflanzenteile verpackt werden. Oder auch im Heidepark, wo der Horst Slush Eis für die Besucher ausgibt. Oder wir haben auch einen AI-Painter in Karlsruhe im Museum. Also da malt der Horst Bilder, KI generierte Bilder und ja, das sind halt. Zeigt halt einfach wie vielseitig Automatisierung und vor allem wie einfach Automatisierung heute ist.

00:04:19: Andy: Sind das dann eher Einzelfälle oder ist das schon auch durchaus so ein Geschäftsmodell, wo er sagt, in solche Richtungen möchte er ihr auch den Horst verkaufen?

00:04:28: Sarah: Nein, das sind tatsächlich Einzelfälle. Also unser Fokus ist wirklich auf die Industrie Anwendung auf produzierende Unternehmen. Da legen wir komplett den Fokus drauf. Und das sind dann immer mal so Anfragen, die ja immer mal wieder reinkommen und dann schauen wir mal, was wir da umsetzen und machen.

00:04:44: Andy: Heißt aber auch der Horst ist ziemlich sanft. Wenn er mit Eiern umgehen kann, muss er ja schon eine gewisse. Ja, sag ich mal ja. Ein ein Fingerspitzengefühl fast schon haben.

00:04:55: Sarah: Definitiv.

00:04:56: Andy: letzte schnell Frage Wachstum oder Stabilität also anders ausgedrückt in Businesssprache, Seed Round oder Bootstrapping.

00:05:05: Sarah: Definitiv Wachstum, aber auch ein stabiles Wachstum. Also ich mag es einfach, wenn Unternehmen nicht stehen bleiben, sondern wenn sich das Unternehmen stetig weiterentwickelt, Wenn es eine ehrgeizige Vision hat und wenn auch das Unternehmen den Anspruch hat, wirklich etwas zu bewegen. Und genau das habe ich bei Fruit Core. Also es ist nie langweilig, es ist abwechslungsreich, es ist dynamisch, es ist herausfordernd und ich kann mit meiner Arbeit wirklich etwas bewegen und ich kann aktiv Fruit Core und das Unternehmen mitgestalten. Und das macht mir einfach super viel Spaß und motiviert mich absolut.

00:05:43: Andy: Habt ihr aktuell Investoren an Bord?

00:05:45: Sarah: Ja, genau. Also wir sind Investoren finanziert und haben mehrere Investoren mit an Bord.

00:05:51: Andy: Und ihr wachst ja auch tatsächlich permanent.

00:05:52: Sarah: Genau. Ja.

00:05:55: Andy: Das war's schon mit der SchnellFragerunde.

00:05:57: Sarah: Okay.

00:05:59: Andy: Dann gehen wir jetzt in den Hauptteil des Podcasts. Sage ich jetzt mal über und wollen ein bisschen mehr erfahren. Wie kam es denn überhaupt zu der Idee? Wie hat sich das Ganze entwickelt? Eure Gründer haben sich an der HTWG in Konstanz kennengelernt und dann Fruitcore von dort aus gegründet. Mehr oder weniger.

00:06:22: Sarah: Genau.

00:06:23: Andy: Vielleicht kannst du ein bisschen erzählen, wie es dazu kam.

00:06:25: Sarah: Ja, gerne. Also unsere Gründer haben sich an der HTWG in Konstanz kennengelernt und dort haben sie sich im Rahmen von einem Forschungsprojekt intensiv mit dem Thema Robotik auseinandergesetzt. Und dabei haben sie dann auch relativ schnell festgestellt, dass es sehr viele und auch sehr leistungsstarke Roboter gibt, dass aber viele Unternehmen nicht automatisieren, weil einfach der Einstieg in die Automatisierung zu teuer, zu komplex und zu aufwendig ist. Und das wollten sie dann eben angehen und haben wirklich auch in ihrer Freizeit weiter getüftelt, weiter geforscht mit dem Anspruch, eben einen Roboter zu entwickeln, der hochwertig und leistungsstark ist aber auch deutlich preiswerter und einfacher in der Bedienung. Sie haben dann das Exist Gründerstipendium bekommen und das hat Ihnen die Möglichkeit gegeben, wirklich ein Jahr lang intensivst an der Entwicklung von einem Roboter zu arbeiten. Und im Oktober zwei tausend sechzehn war es dann so weit Der erste Prototyp ist gestanden und der hat dann eben den Namen Horst bekommen. Und ja, das Ganze ging dann tatsächlich Schlag auf Schlag. Im Mai zwei tausend siebzehn wurde dann die GmbH gegründet und im Oktober zwei tausend achtzehn erfolgte dann der offizielle Produktlaunch auf der Motec in Stuttgart. Und im Jahr zwei tausend zwanzig kam dann noch unsere Produktion in Villingen Schwenningen hinzu. Ja, genau. Und seitdem sind jetzt knapp zehn Jahre vergangen, seitdem der erste Prototyp gebaut wurde und wir haben jetzt mittlerweile mehr als ein tausend drei hundert Systeme umgesetzt und wir haben uns auch weiterentwickelt. Also von einem Roboterhersteller hin zu einer ganzheitlichen, KI gestützten Automatisierungsplattform. Und das nächste Ziel, was wir jetzt dann den nächsten Schritt, den wir vollziehen möchten, ist, dass wir wirklich zu Europas führender Physical AI Plattform werden.

00:08:31: Andy: Okay, da kommen wir gleich noch mal drauf. Jetzt noch mal an den Anfang. Du hast gemeint, die Produktion kam dann dazu, irgendwann. Davor war das dann alles mehr so weiß ich nicht. Garagenatmosphäre. Und in der Werkstatt an der HTWG oder wie kann man sich das vorstellen? Weißt du das?

00:08:47: Sarah: Ja, es war erst an der HTWG und dann war es im TZK in Konstanz.

00:08:53: Andy: Was ist das genau?

00:08:54: Sarah: Das Technikzentrum. Okay, also die Abkürzung weiß ich jetzt gar nicht genau, aber das ist wirklich auch für junge Unternehmen, für Start ups, dass ihnen da Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, eben auch bezahlbare Räumlichkeiten einfach aus sind. Und dort wurde dann wirklich auch der erste Roboter entwickelt und danach ist dann auch der Umzug in unsere Büroräumlichkeiten in der Marktstraße, wo wir auch heute noch unsere Büros haben.

00:09:24: Andy: Und die halten es auch aus. Euer Wachstum, das funktioniert gut.

00:09:28: Sarah: Ja, also wir haben am Anfang auf einem Stockwerk gestartet und haben dann noch ein weiteres Stockwerk angemietet, Dann kommen noch ein weiteres dazu. Also mittlerweile findet man uns auf drei Stockwerken.

00:09:39: Andy: Okay, Wahnsinn. Was macht denn eure Lösung? Also du hast schon ein bisschen jetzt erzählt, was ihr was, was der tut, Was? Der Plan ist damit? Ja, aber was macht denn eure Lösung anders als jetzt? Klassische Industrieroboter, Außer, dass es günstiger ist?

00:09:57: Sarah: Ja, also das ist wirklich das Thema Einfachheit. Bei klassischen Industrieroboterhersteller ist es so, dass die Roboter Programmiersoftware oftmals sehr, sehr komplex ist. Weil diese Software ist nicht für den Produktionsalltag entwickelt, sondern für Experten. Und das bedeutet, dass die Unternehmen interne oder externe Experten benötigen, um den Roboter überhaupt bedienen zu können. Und das führt natürlich auch wieder zu hohen Kosten und zu hohen Abhängigkeiten.

00:10:29: Andy: Aber muss man denn nicht einfach einmal programmieren? Ganz kompliziert. Und dann stellt man ihn hin und dann läuft er?

00:10:35: Sarah: Nicht unbedingt. Also so ein Roboter läuft ja wirklich über mehrere Jahre und oftmals ist es dann so Heute produziert er das Teil A und morgen produziert er das Teil B Und allein wenn ich diesen Teilewechsel habe, muss ich den Roboter umprogrammieren. Und dann kommt es natürlich auch vor, dass der Roboter eben heute die Anwendung macht und morgen die Anwendung. Es kommt auch immer so ein bisschen auf die Unternehmen drauf an, es gibt natürlich Unternehmen, da wird er einmal eingebaut und läuft eben die Jahre in dieser Anwendung durch. Aber wir leben ja heute eher darin, eine sehr flexiblen und schnelllebigen Welt, wo ja viele Änderungen sind. Auch bei den Produkten ist es so es sind kleine Losgrößen, dafür aber viele verschiedene Varianten. Und da benötigt man natürlich auch die Flexibilität. Und dann die Einfachheit.

00:11:24: Andy: Glaubst du, ich könnte jetzt den Horst auf irgendeinen Anwendungszweck hin programmieren oder brauche ich doch irgendeine gewisse Vorkenntnisse? Nein.

00:11:30: Sarah: Also wir haben nämlich wirklich. Wir haben eine No Code Software entwickelt. Das heißt, dass die Programmierung, die Bedienung und auch die Optimierung komplett über eine grafische Bedienoberfläche erfolgt. Also man benötigt wirklich überhaupt keine Programmierkenntnisse oder Expertenkenntnisse. Wir sagen auch immer, jeder, der ein Smartphone bedienen kann, der kann auch unseren Roboter bedienen. Und wenn ich jetzt dir, Andy, unseren Roboter bzw die Software sag mal fünfzehn Minuten erklären würde, könntest auch du schon erste Programme mit dem Roboter komplett selbstständig machen.

00:12:05: Andy: Okay, da muss ich mal drüber nachdenken, was ich denn so für Anwendungszwecke hier hätte.

00:12:09: Sarah: Du kannst gerne mal bei uns vorbeikommen und das tatsächlich auch selber mal ausprobieren.

00:12:14: Andy: Da komme ich drauf zurück. Auf jeden Fall. Das interessiert mich nämlich wirklich sehr. also jetzt hatten wir ja günstiger einfacher jetzt das Thema schneller. Ihr sagt, dass ihr euer System in wenigen Wochen komplett einsatzfähig machen könnt? Ja. Erstens Was heißt wenige Wochen? Und wie? Wie macht ihr das

00:12:35: Sarah: Also auch hier ist es wieder so Klassische Automatisierungsprojekte dauern oftmals mehrere Monate, weil jedes Mal eine individuelle Sonderlösung entsteht. Und genau das machen wir anders, weil wir fangen nicht bei Null an! Wir haben bereits vorkonfigurierte und standardisierte Automatisierungslösungen und die sind direkt einsetzbar. Also das sind die sogenannten Robotic Solutions bei uns. Die haben wir für Maschinen, Be und Entladung für Teile, Vereinzelung und für Pick and Place. Und damit decken wir circa achtzig Prozent aller Industrieanwendungen ab. Und das ist ein Komplettpaket. Also, du hältst wirklich den Roboter? Die GreiferTechnik, Eine Roboterbasis, Also eine Plattform, wo der Roboter draufsteht. Kameratechnik, Sicherheitstechnik, Zu und Abführung. Die Kommunikation mit den Maschinen ist dann schon vorhanden und die sind STANDARD. Also wenn jetzt jemand bei uns so eine Lösung bestellt, dann können wir die im Prinzip aus der Schublade ziehen und müssen nicht mit der Entwicklung erst bei Null beginnen. Und da ist es dann eben auch so klar es muss immer noch was individualisiert werden, Aber das sind circa zwanzig Prozent Individualisierung und der Rest ist STANDARD. Und so schaffen wir es einfach und schnell die Lösungen umzusetzen. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel bei dem globalen Automobilzulieferer Scherdel auch eine unserer Robotik Solutions umgesetzt. Und vom Erstkontakt bis zur Auslieferung sind vier Wochen vergangen.

00:14:06: Andy: Und mit Auslieferung meinst du auch? Also bis es dann zum Einsatz kam auch.

00:14:10: Sarah: Also genau. Also produktiv sind die Lösungen dann innerhalb von einem Tag. Also die werden geliefert werden, angeschlossen werden noch die letzten Verbindungen und so gemacht. Die Detaileinstellungen und dann kann man direkt loslegen. Also das ist im Prinzip Plug and produce. Ich steck ein und kann loslegen.

00:14:27: Andy: Mach dir dann die Feinheiten mit den Kunden vor Ort oder macht ihr das bei euch zuerst im Werk?

00:14:32: Sarah: Also wir bauen das alles schon bei uns auf, machen es komplett fertig, auch mit den Schnittstellen, dass das alles passt. Dann wird das Ganze an den Kunden geliefert und unsere Anwendungstechniker kommen aber dann auch vor Ort und schließen es einmal wirklich bei dem Kunden dann auch an.

00:14:48: Andy: Was sind denn eure Kernzielgruppen? Also du hast vorhin gemeint Industrie. Produzierendes Gewerbe. Ja, das sind so, also Automotive. Hast du jetzt gerade ein Beispiel genannt?

00:14:58: Sarah: Genau. Also von den Branchen her sind wir eigentlich in allen Branchen vertreten. Eben Automotive, Kunststoffverarbeitung, Metallbearbeitung auch in der Medizintechnik und auch von den Unternehmen. Jegliche Größen von einem kleinen Betrieb über Mittelständler, aber auch bis zum Großkonzern. Decken wir da komplett alles ab? Und jedes Unternehmen, das eine Produktion hat, kann unseren Horst wirklich nutzen und einsetzen und eben auch schon die Kleinen, weil eben die Hürden für den Einstieg so gering sind und sie es selber machen können. Aber auch das ist natürlich für die Großkonzerne auch interessant, weil die wollen natürlich auch Geld sparen und auch Einfachheit haben. Und neben den klassischen Industrieunternehmen, die eine Produktion haben, ist auch eine Zielgruppe von uns Maschinenhersteller. Also es gibt ja ganz viele verschiedene Maschinenhersteller, Werkzeugmaschinenhersteller, Lasermaschinen, CNC Maschinen und da ist ja auch so. Irgendjemand muss diese Maschinen bedienen und wir haben ja einen immensen Fachkräftemangel. Also es ist oft schwer, einfach genügend Leute zu finden und der Invest in so eine Maschine ist groß. Also da geht ja in mehrere ein hundert tausend Euro für so eine Maschine und wenn die stillsteht, sind das natürlich enorme Kosten. Und deswegen entwickeln auch wir zusammen mit den Maschinenherstellern eine Automatisierungslösung, sodass die Maschinenhersteller nicht mehr nur ihre Maschine verkaufen, sondern die direkt mit dem Roboter zusammen anbieten können. Und dadurch erreichen die Maschinenhersteller natürlich auch, dass eine höhere Maschinenauslastung dann da ist und dass auch ihre Kunden viel zufriedener sind, weil die dann auch schneller einen Return on Investment erreichen.

00:16:49: Andy: Guter Vertriebsweg? Auf jeden Fall. Das heißt, ihr macht wie so eine Art White Label Horse für die Produzenten von großen Industriemaschinen?

00:16:59: Sarah: Genau.

00:17:00: Andy: Wie viel Prozent am Gesamtauftragsvolumen macht das aktuell so aus?

00:17:05: Sarah: Circa vierzig Prozent.

00:17:06: Andy: Okay, also doch schon fast die Hälfte im Prinzip. Was sie dann mit solchen Lösungen macht, wo ihr den Roboter an die Maschinenproduzenten verkauft? Ja, Du hast vorhin schon kurz angedeutet, ihr versteht euch als Plattform mittlerweile. Also ihr wollt nicht nur diesen Roboter hinstellen und die einfache Bedienung möglich machen, sondern er wollte daraus ein ganzes Ökosystem bauen. Ja, und auch KI spielt eine Rolle mittlerweile. Vielleicht kannst du dazu noch mal ein bisschen was sagen.

00:17:36: Sarah: Ja, sehr gerne. Also KI ist für uns wirklich ein riesiger Hebel und ein absoluter Produktivitätstreiber. Also für uns ist das nicht einfach nur Buzzwording, sondern es ist essentiell. Wir nutzen KI zum einen, um wirklich auch unsere eigenen Produkte immer weiter zu optimieren, zu verbessern, auch mittels Machine Learning, um die Algorithmen zu verbessern. Beispielsweise haben wir im April eine neue Robotergeneration gelaunched mit zwei neuen Modellen, die auch deutlich leistungsstärker sind als das Vorgängermodell.

00:18:11: Andy: Heißen die zufällig Monica oder irgendein anderer Name?

00:18:15: Sarah: Das sind tatsächlich Horsts sechs hundert G2 und Horst acht hundert g2, also G2 für die zweite Generation, die neue Generation und die Zahl dahinter sagt immer die Reichweite von einem Roboter.

00:18:28: Andy: Das heißt, ihr habt im Prinzip jetzt nicht nur diesen einen. Dieses eine Produkt der Horst, sondern es gibt mehrere Horsts Genau.

00:18:35: Sarah: Ja, also wirklich, Von Horst sechs hundert bis Horst ein tausend fünf hundert haben wir eben mehrere Robotermodelle, die dann einfach auch verschiedene Traglasten und Reichweiten. Also wir können bis zu sechzehn Kilogramm Traglasten und bis zu ein tausend fünf hundert Millimeter Reichweite abdecken.

00:18:53: Andy: Aber jetzt noch mal zurück zu KI. Wie setzt ihr das ein? Also jetzt klar, um euch selbst weiterzuentwickeln und die Produktion zu optimieren und in das, was hinter dem Horst steckt, an System quasi besser zu machen? Gibt es sonst noch Anwendungszwecke für die KI?

00:19:09: Sarah: Ja, also wir setzen KI auch aktiv in unserer Software ein, um es für den Kunden eben nochmal einfacher zu machen. Und da waren wir auch tatsächlich der erste Roboterhersteller, der einen AI Kopiloten integriert hat. Und der hat nichts mit Microsoft zu tun. Das wird gerne mal verwechselt. Aber unser Copilot war schon vor Microsoft da. Aber die Funktionsweise ist die gleiche. Also wenn ich nicht mehr weiter weiß oder eine Frage habe, dann kann ich die einfach in den Kopiloten stellen. Beispielsweise Ich möchte einen Greifer integrieren. Ich habe das aber noch nie gemacht und weiß einfach nicht, wie das funktioniert. Dann kann ich den Kopiloten fragen Ich habe den Greifer. Wie integriere ich diesen? Und dann bekomme ich eine Schritt für Schritt Anleitung, wie ich diesen Greifer ganz einfach integrieren kann.

00:19:59: Andy: Kurz für jeden, der da nicht so tief drin ist. Den Greifer integrieren heißt eine andere Hand an den Arm machen.

00:20:06: Sarah: Genau. Also der Roboter ist im Prinzip der Arm. Also wir haben sechs Roboter mit sechs Achsen und vornedran muss man immer noch was dran packen, dass der Roboter die Teile greifen kann. Und das nennt man Greifer. Weil er muss ja das Teil greifen. Und da gibt es ganz viele unterschiedlichste Greifertypen.

00:20:27: Andy: Genau so, wie man quasi Aufsätze auf die Schraubenzieher auch teilweise hat. So Stecksysteme kann man da quasi dann auch. Okay. Ja, verstanden. Und wie kann ich mir das vorstellen mit diesem KI System, wo ich jetzt meine Fragen eingebe? Ist dann am Horst irgendwie ein Touchscreen ein Bildschirm oder ist das noch mal ein separiertes System?

00:20:47: Sarah: Also jeder Roboter hat ein Panel, das schaut aus wie ein Tablet und über dieses Panel programmiere ich auch Roboter. Also darüber bediene ich ihn auch. Und da kann ich eben auch auf den Kopiloten zugreifen und ihnen meine Fragen stellen. Und auch wenn zum Beispiel ich jetzt mein Programm gemacht habe und ich bekomme eine Fehlermeldung, weil ich habe irgendwas falsch programmiert, kann ich auch diese Fehlermeldung nehmen und auch in den Kopiloten geben. Und der wertet das Ganze dann auch aus und sagt okay, du musst das und das ändern, damit dein Programm wieder läuft.

00:21:21: Andy: Okay, aber machen musst du es dann selbst. Also es ist jetzt nicht so, dass er auf Befehl Dinge umsetzt.

00:21:27: Sarah: Direkt stand heute ja in der Zukunft nicht mehr.

00:21:30: Andy: Okay, das heißt in Zukunft. Ich denke nur in Quatsch Sachen natürlich immer. Ich überlege gerade, wenn ich zwei so horste habe und schreibe in den Copilot rein. Mach mal nen Dab dass er dann auch tatsächlich sofort die Bewegung ausführen kann.

00:21:42: Sarah: Genau. Also was jetzt heute schon ist, ist, dass man den Roboter mittels Sprachsteuerung bedienen kann. Also ich kann ihn im Prinzip wirklich mittels natürlicher Sprache sagen, was er machen soll, zum Beispiel Horst greife mir fünf Teile und dann greift er mir diese fünf Teile, ohne dass ich irgendwas programmiert habe.

00:22:02: Andy: Also auch erkennt er auch dann über Camera, wo diese Teile sind. Ja, das.

00:22:06: Sarah: Ist. Das geht jetzt eben schon in die Richtung von Physical AI, wo wir aktiv daran arbeiten und das geht dann eben auch. das sind dann sogenannte KI Agenten. Und diese KI Agenten, die übernehmen dann eben für mich die Einrichtung, Programmierung und Optimierung von dem Roboter. Ich gebe dann einfach nur noch mit, eben per natürlicher Sprache oder per Texteingabe, was ich haben möchte. Ich kann auch Bilder, Videos oder CAD Daten zur Verfügung stellen und sage okay, das soll das Ergebnis sein. Und diese KI Agenten setzen das dann komplett für mich um.

00:22:44: Andy: Das ist wahrscheinlich aber also klingt super, super spannend und futuristisch. Ist wahrscheinlich aber auch ein Sicherheitsthema. Gibt es da irgendeine Art Safeword für den Horst? Also wo man den stoppen kann in irgendeiner Form?

00:22:56: Sarah: Ja, also das ist auch wirklich gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Roboter muss einen sogenannten sogenannten Nothalt bzw Notaus haben. Das ist wirklich ein großer roter Knopf, der an dem Panel dran ist. Und wenn man da draufhaut, steht alles sofort still.

00:23:14: Andy: Ja, ihr habt in dem Sinne wahrscheinlich auch ziemlich hohe Auflagen, die ihr erfüllen müsst,

00:23:21: Sarah: es gibt eben die Maschinen Richtlinien, an denen man sich halten muss. Und eben der Roboter muss natürlich auch CE zertifiziert sein. Und ich habe es vorhin ja auch schon kurz gesagt, wir haben im Oktober zwei tausend achtzehn den Roboter gelauncht, aber der erste Prototyp war ja schon zwei tausend sechzehn und diese Zeit haben wir einfach auch noch mal wirklich gebraucht und intensiv genutzt, um eben auch die CE Zertifizierung zu erhalten.

00:23:45: Andy: Wenn wir jetzt in die Zukunft langsam schauen, ihr habt siebzig Mitarbeiter ungefähr und exportiert auch mittlerweile schon in ganz viele Länder. Was sind denn so die nächsten Pläne? Was steht als nächstes an? Außer jetzt diese KI Entwicklungen, die natürlich noch mal einen großen Schub dann immer wieder mit sich geben.

00:24:07: Sarah: Genau. Also Internationalisierung ist definitiv ein großes Thema für uns. Auch ein sehr großes Wachstumsthema. Allein in den letzten zwölf Monaten haben wir Partner aufgebaut, unter anderem in Mexiko, Costa Rica, USA, Indien, aber auch in zahlreichen europäischen Ländern. Aber was wirklich das nächste große Thema für uns ist, ist einfach das Thema Physical AI, weil da stehen wir technologisch gesehen gerade an einem absoluten Wendepunkt. Also das ist mit die größte Veränderung seit den letzten fünfzig Jahren, was da gerade einfach passiert. Und da ist es eben unser Ziel, wirklich Europas führende Physical AI Plattform für die industrielle Automatisierung zu werden. Und jetzt hört sich das natürlich sehr futuristisch an und wenig greifbar. Also was bedeutet das Ganze? Bisher ist es eben so, dass die Automatisierungssysteme sehr starr sind. Also ich programmiere die und genau das machen sie. Wenn sich jetzt aber ein bisschen was verändert, dann reagiert der Roboter da nicht drauf. Der macht genau das weiter, was ihm programmiert und gesagt wurde. Und das verändert sich jetzt, weil eben mithilfe von Kameratechnik und Sensorik ist der Roboter wirklich in der Lage zu fühlen, zu hören, zu sehen. Also er nimmt seine Umgebung wahr und kann dann auch auf die Veränderungen selber aktiv reagieren.

00:25:35: Andy: Ja, im Prinzip sieht man ja auch ganz viele mittlerweile humanoide Roboter, die da rumlaufen, die irgendwelche Kunststücke machen oder irgendwelche Saltos schlagen oder sonst was tun. Das ganze bleibt bei euch aber schon in Richtung Arm.

00:25:52: Sarah: Ja, also wir sind jetzt dabei einen industriellen Humanoiden zu entwickeln. Das heißt ein Roboter mit zwei Armen. Weil einfach dadurch auch Anwendungen automatisiert werden können, die bisher einfach nicht möglich waren zu automatisieren. Oder viel zu teuer und viel zu komplex. Beispielsweise Montagetätigkeiten um was zu montieren, zu schrauben brauche ich meistens einfach zwei Hände oder auch verpacken. Wenn aus der Kommissionierung kommen die unterschiedlichsten Teile zusammen und die müssen ja dann auch gegriffen und verpackt werden. Und das war bisher super schwer zu automatisieren. Aber eben mit diesen zweiarmigen Roboter wird das jetzt dann eben auch möglich.

00:26:38: Andy: Okay, aber der wird nicht aussehen wie eine Art Mensch, oder wie sind da die Pläne? Kann man da schon was verraten?

00:26:43: Sarah: Ja, definitiv. Den kann man auch schon bei uns auf der Webseite tatsächlich sehen, wie das dann aussieht. Genau. Also das ist im Prinzip wirklich ein Roboter mit zwei Armen. Und der hat dann einen Torso und davon gehen die zwei Arme ab und dann steht er auch auf einer Plattform. Die kann fest sein, die Plattform. Das kann aber auch eine mobile Plattform sein, so dass er sich bewegen kann. Aber eben wirklich für den industriellen Einsatz.

00:27:10: Andy: Also immer noch nicht die Hilfe zu Hause bei der Wäsche?

00:27:13: Sarah: Nein, immer noch für die Industrie. Okay.

00:27:16: Andy: Jetzt hast du auch gerade Internationalisierung gesagt Ihr kommt und seid natürlich in Konstanz am Bodensee. Wie stark ist denn die Region trotzdem immer noch wichtig für euch?

00:27:27: Sarah: Ja, also Konstanz ist ja wirklich der Ort, wo wir hergekommen sind. Und klar, wenn man jetzt an Roboterhersteller oder jetzt eben auch in Richtung Physical Energie denkt, denkt man nicht, dass das in Konstanz passiert. Da würde man jetzt eher da an Städte wie Berlin, München oder Zürich denken. Aber das kam halt wirklich auch dadurch zustande, dass unsere Gründer aus der HTWG heraus gegründet haben und gekommen sind und durch die Uni und durch die HTWG sind einfach auch sehr viele und sehr gute Fachkräfte für uns in Konstanz eben auch verfügbar. Oder können wir echt super Kräfte gewinnen? Und auch der Raum Baden Württemberg ist sehr industriestark. Also du machst jetzt auch den Podcast, weil du ja auch gesehen hast, hier gibt es so viele Unternehmen und deswegen wir haben auch sehr viele Kunden rund um den Bodensee, aber auch in Richtung Schwarzwald nach Stuttgart hochgenau.

00:28:24: Andy: Okay, muss mal über bisschen Blackforest Business nachdenken. Das ist dann vielleicht die nächste Entwicklungsstufe.

00:28:31: Sarah: Im Schwarzwald sitzt so das ein oder andere Unternehmen, wo man gar nicht denkt, aber auch total spannende Unternehmen.

00:28:37: Andy: dann haben wir den Werdegang jetzt schon mal von Fruitcore Robotics so ein bisschen kennengelernt. Auch den Ausblick auf die Zukunft gekriegt. Jetzt kommen wir zur Rubrik Bisschen Klartext. Ja. Du hast erzählt. Ihr könnt das günstiger machen. Ihr könnt das schneller einfacher machen. Jetzt würde ich gern konkret mal wissen Was kostet denn so ein Horst oder so ein System?

00:29:00: Sarah: Klar, also der Roboter startet bei zwölf tausend Euro. Also das ist die kleinste Variante, der Horst sechs hundertste Der startet eben bei zwölf tausend Euro. Und so eine komplette Robotik Solution, also so eine vorkonfigurierte Automatisierungslösung, die startet bei acht und zwanzig tausend Euro.

00:29:18: Andy: Und dort ist der Horst mit drin.

00:29:20: Sarah: Genau. Das ist wirklich diese komplette Lösung aus Roboter. Greiftechnik, Roboterplattform, Kamera. Genau das startet bei acht und zwanzig tausend Euro. Kommt natürlich drauf an, was eben alles drinnen ist, wie umfangreich dieses Paket ist. Also das geht dann kann natürlich dann noch höher gehen.

00:29:38: Andy: Hast du eine Vergleichszahl? Wenn du jetzt sagst so Industrieroboter sind sonst Rieseninvestitionen? Du hast glaube ich, vorhin schon mal ganz kurz angedeutet, irgendwas um die ein hundert ein hundert vierzig tausend Euro ist man da ganz schnell los.

00:29:49: Sarah: Also das war in Richtung der Maschinenhersteller, dass eben so eine Maschine geht in mehrere hunderttausend Euro. Aber aus so einer Automatisierung, auch mit einem Roboter kann auch schnell in die ein hundert tausend Euro gehen Der Roboter allein reicht nicht aus. Ich brauche eben noch die ganze Technik drumherum.

00:30:06: Andy: Aber die Software die dahinter steckt, ist es nicht möglich, dass ihr, also dass man eure super einfache Handhabung Programmierung auf einen Industrieroboter den ich schon habe, der superkompliziert ist, drauf mappt?

00:30:20: Sarah: Das ist definitiv möglich. Also das würde funktionieren. Jetzt mit anderen Industrierobotern haben wir es bisher noch nicht gemacht. Was wir aber schon gemacht haben, ist zum Beispiel. Es gibt sogenannte lineare Systeme. Das da unsere Software eingesetzt wird. Also dieses Thema Software only, das ist definitiv auch möglich. Und auch für uns super spannend.

00:30:45: Andy: Ihr produziert in Villingen. Wie gut kann man sich denn mit chinesischen Wettbewerbern überhaupt preislich messen?

00:30:55: Sarah: Ja, das ist eine sehr gute Frage. Tatsächlich ist es so, dass wir uns nicht nur rein über den Anschaffungspreis mit dem Wettbewerb vergleichen, sondern unser Ziel ist es wirklich für den Kunden die wirtschaftlichste Lösung über die komplette Lebensdauer zu erzielen. Weil eben, man darf nicht nur den Anschaffungspreis bei einem Roboter betrachten, sondern man muss die kompletten Lebenszykluskosten betrachten. Wie ich ja vorhin schon gesagt habe, kann es auch dazu kommen, dass man den Roboter umprogrammieren muss. Kann ich das selber? Brauche ich dafür Experten, die mich Geld kosten. Was ist mit Wartung und Service? Wie oft muss der Roboter gewartet werden? Was kostet das Ganze? Was kosten Ersatzteile? Und da grenzen wir uns einfach auch ab, eben durch diese einfache Programmierung. Die Unternehmen können es selber machen. Sie bleiben unabhängig. Und wir sind auch der einzige Roboterhersteller weltweit, der sechs Jahre Garantie auf den Antriebsstrang gibt. Und das ist natürlich auch noch mal eine enorme Sicherheit für die Unternehmen über die komplette Lebensdauer, weil wir eben sagen, wir haben hochwertige Roboter, die sind Made in Germany und daher können wir auch ohne Probleme diese sechs Jahre Garantie geben.

00:32:06: Andy: Ist das auch in, sag ich mal politisch komplizierten Zeiten wie jetzt ein ein Merkmal oder ein Verkaufsargument für euch dieses Thema Souveränität aus Deutschland in der Industrie, vielleicht auch in kritischer Infrastruktur? Ja.

00:32:25: Sarah: Definitiv. Also das ist absolut ein Thema. Das ist auch wirklich ein Vorteil und eben auch der Vorteil Dadurch, dass wir die Roboter nicht nur entwickeln, sondern auch produzieren, können wir auch schnell reagieren. Also wenn ein Kunde auch sagt, okay, ich möchte den Roboter in der Farbe haben, ist es kein Thema. Das können wir dann relativ einfach umsetzen und machen oder gerade eben auf die Entwicklungen für die Maschinenhersteller. Da benötigt es teilweise auch Sonderanfertigungen, Sonderentwicklung, dass es perfekt passt. Auch das können wir bei einer entsprechenden Stückzahl sehr einfach dann auch selber umsetzen und machen.

00:33:01: Andy: Ich würde gerne noch mal auf das Thema Fachkräftemangel kommen. Ja, du hast ja gesagt, dass ihr quasi das Fachkräftemangel Mangelthema bis zu einem gewissen Grad lösen könnt. Durch die Automatisierung, durch die Hilfe von einem Horst Ist es wirklich so, dass ihr diesen Fachkräftemangel löst? Oder ist es nicht eher so? Und das ist ja die Angst von vielen Menschen, auch wenn sie an Roboter denken und Automatisierungen, dass ihr eher Jobs wegnimmt, die vielleicht sonst Menschen gemacht hätten?

00:33:34: Sarah: Das ist eine absolut berechtigte Frage und die bekommen wir auch immer wieder gestellt. Und ja, wir lösen den Fachkräftemangel und nein, wir nehmen niemanden den Job weg. Und ich komm da genauso mit ein bisschen auch provokanten Aussage, nämlich industrielles Wachstum scheitert am Menschen. Bis zwei tausend dreißig werden uns sechs und achtzig Millionen Fachkräfte weltweit fehlen. Das ist im Prinzip komplett Deutschland. Also sechs und achtzig Millionen Fachkräfte, die fehlen. Gleichzeitig ist aber auch so, dass die Anforderungen an die Produktionen immer größer werden. Die steigen also. Vier und zwanzig sieben Produktion null, Fehlertoleranz, maximale Flexibilität. Aber das ist gar nicht möglich, das umzusetzen, weil einfach die Ressource Mensch, die ist begrenzt und damit ist auch die Produktionskapazität begrenzt und die Produktion können nicht skalieren. Und deswegen ist tatsächlich gar nicht die Frage, ob wir automatisieren, sondern wie schnell wir automatisieren. Und viele unserer Kunden kommen wirklich auch mit dieser Problemstellung auf uns zu, dass nämlich in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Großteil ihrer Belegschaft in die Rente geht und dass sie keine Fachkräfte mehr finden.

00:34:51: Andy: Wir sind zwar noch nicht so alt mit dem Podcast, aber ich würde es trotzdem Tradition nennen, dass ich am Ende einen Pitch halte, eine Idee vorstelle. Und ich habe mir auch für Fruitcore was überlegt

00:35:07: Sarah: Okay, ich bin gespannt.

00:35:09: Andy: Was ihr mit Sicherheit so wie viele andere natürlich auch braucht, um euer Produkt verkaufen zu können. Ist ja Awareness Aufmerksamkeit. Die Leute müssen so wie jetzt hier in dem Podcast, müssen ja erfahren was tut ihr, was könnt ihr, welchen Bereich deckt ihr ab? Ich hatte jetzt eine Idee für eine längerfristige, große, coole Awareness Kampagne.

00:35:34: Sarah: Okay.

00:35:36: Andy: Und zwar. Ihr gründet. Das klingt jetzt erstmal ein bisschen komisch, aber ich versuche es dann aufzulösen. Ihr gründet eine Band.

00:35:44: Sarah: Okay?

00:35:45: Andy: Wir nennen sie The Dark Horst oder The Electronic Horst Orchestra, oder? Da fallen mir bestimmt noch tausend weitere Namen für ein. Bestehend nur aus Horst Robotern. Musikrichtung ergibt sich relativ klar ist Fruit Core also nicht Hardcore, sondern wir machen Fruit Core als Musik. Kann man auch definieren, was das genau bedeutet? Ja, es werden Songs aufgenommen, die nur von Horst eingespielt werden, mit verschiedenen Instrumenten. Ich kann mir vorstellen, Schlagzeug funktioniert ziemlich gut, Keyboard wahrscheinlich auch. Ja, muss man mal schauen. So, Synthesizer. Vielleicht sogar Gitarre? Ich weiß nicht. Und dann? Und jetzt kommen wir langsam Zu dem, was dann wirklich die Awareness Kampagne ausmacht. Produzieren wir ein hochwertiges Video, gefilmt von Horst. Heißt Wir packen eine Kamera dran, machen einen One Take Shot heißt wirklich aus einer Bewegung heraus, die vorher programmiert wurde. und filmen ein Musikvideo zu dem ersten Song der Electronic Horst Orchestra Band. Kriegen dadurch natürlich eine riesige Presse, können sogar Konzerte abhalten. Ich weiß nicht, ob du in Kreuzlingen den Horst Club kennst. Gibt es tatsächlich einen Alternativ Club? Der heißt wirklich Horst. Gut, da ist jetzt nicht so viel Publikum, das ist relativ klein, Aber man kann auf Messen quasi Konzerte spielen, kann die Band auftreten lassen und hat riesige Möglichkeiten zu zeigen, was denn der Umfang ist. Auch mit den verschiedenen Größen natürlich, den dann verschiedene Instrumente spielen und kann das über so ein Musikvideo alles in die Welt tragen und damit Aufmerksamkeit erzeugen?

00:37:32: Sarah: Cool, finde ich eine richtig coole Idee. Also hört sich echt mega cool an, weil es einfach was komplett anderes ist und wir auch gern was anderes machen. Also einfach auch so ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen. Und ja, du warst ja mit am besten. Aufmerksamkeit heute zu bekommen ist nicht so einfach bei den ganzen Werbe und Marketingbotschaften, die man tagtäglich bekommt. Finde ich eine richtig coole Idee.

00:37:59: Andy: Sehr schön. Dann lass uns da gerne noch mal irgendwann genauer drauf eingehen und drüber sprechen. Das war's auch schon. Ein bisschen Bodensee Business Der Podcast mit dir, Sarah von Fruitcore Robotics. Vielen Dank, dass du da warst, alles erzählt hast, aufgeklärt hast und uns einen Einblick gegeben hast in eure Arbeit.

00:38:18: Sarah: Ja, vielen Dank, dass ich hier sein durfte.

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