Positiv mit Druck umgehen: Lena Hügel und Julika Keller von ZABELDruck

Shownotes

Wie übernimmt man als Geschwisterpaar ein Familienunternehmen und entwickelt es gleichzeitig weiter?

In dieser Folge von Bisschen Bodensee Business spreche ich mit Lena Hügel und Julika Keller, besser bekannt als die Zabelschwestern. Gemeinsam führen sie die Druckerei ZABELDruck in Radolfzell in zweiter Generation und zeigen, warum Print auch heute noch Menschen begeistern kann.

Wir sprechen über ihre Kindheit zwischen Druck- und Popcornmaschinen, eine emotionale Firmenübergabe bei der ihnen schnell die Entscheidungsfreiheit gelassen wurde und Unternehmertum als Schwestern-Team. Außerdem geht es darum, wie sie einer traditionellen Branche mit neuen Ideen, Social Media und ihrer Marke Zabelschwestern frischen Wind verleihen.

Wir diskutieren auch darüber, wie nachhaltig ihre Druckerei ist, was ein Print-Tasting bei ihnen bedeutet und warum manche Produkte erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn man sie auch fühlen und riechen kann.

Und natürlich gibt es auch wieder Andys Gratis-Pitch, der in die Nase steigt und Erinnerungen weckt.

Wer gerne Druck erleben möchte, hier entlang zu ZABELDruck Und folgt gerne den Zabelschwestern auf Instagram: Zabelschwestern

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Transkript anzeigen

00:00:00: Andy: Die Zabel Schwestern Julia und Lena Ich freue mich wahnsinnig, dass ihr da seid. Und ich würde gerne direkt starten mit einem Thema, was unseren Podcast betrifft. Ich habe euch angefragt, ob ihr nicht helfen könnt, ein Notizbuch, ein bisschen Bodensee Business zu produzieren, zu drucken und jetzt nutzen wir einfach die Gelegenheit doch direkt mal, dass wir hier kleine Papierproben anschauen und gucken, was wir für Möglichkeiten haben. Jetzt müssen wir natürlich die Leute, die nur hören, irgendwie mitnehmen und erzählen, was wir hier in der Hand haben.

00:00:33: Julika: Wir haben die jetzt unterschiedliche Materialien mitgebracht, weil wichtig ist natürlich auch, wie stark wird der Innenteil? Du kannst mal einen achtzig Gramm Papier fühlen, Was so schön rau ist, hat eine schöne Weiße und du wirst gleich merken, dass wenn du das ein hundert Gramm daneben legt, dass das eine ganz andere Welt ist.

00:00:52: Andy: Zeig doch mal! Okay, das hört man auch ein bisschen Rascheln hier. Aha. Okay. Schön. Genau. Toll.

00:01:01: Julika: Wir sind jetzt bei achtzig Gramm. Das ist quasi wie das normale Kopierpapier. Und dann merkt man schon, Mit ein hundert Gramm sind wir natürlich schon deutlich stabiler. Von der Rauhheit ist es perfekt, um darauf zu schreiben. Auch mal mit einem Kugelschreiber oder mit einem Füller. was ja bei einem Notizbuch nicht so schlecht ist.

00:01:17: Andy: Und das ist immer auf. Also wenn wir von ein hundert Gramm sprechen, auf den Quadratmeter gerechnet. Das heißt, diese A5 Seite hat nachher nicht ein hundert Gramm.

00:01:24: Julika: Nein, nein, nein, nein. Der Quadratmeter.

00:01:27: Andy: Okay.

00:01:27: Julika: Aber dadurch sind wir natürlich schön stabil. Und es schimmert auch nicht so schnell durch wie normales achtzig Gramm. Also daher bei einem Notizbuch nicht so schlecht, wenn man ein bisschen mehr bei der Grammatur dazu gibt.

00:01:41: Andy: Okay. Das heißt, du würdest auch die ein hundert empfehlen.

00:01:43: Julika: Ich würde auch die ein hundert empfehlen.

00:01:44: Andy: Okay. gut.

00:01:45: Julika: Beim Umschlag haben wir unterschiedliche Varianten. Ich persönlich finde es auch immer ganz schön, wenn man ein bisschen stabilen Umschlag macht und den vielleicht auch noch veredelt. Man kann dann noch eine Folie drüber machen. Die gibt es auch mit Haptik. Die hat dann zwei Vorteile. Zum einen Natürlich schützt sie das Produkt, was bei einem Notizbuch, was man ja gerne mitnimmt, ja auch schon mal hilfreich ist. Und hat natürlich einen haptischen Effekt.

00:02:13: Andy: Das ist jetzt so soft touch. Also ich fasse jetzt hier gerade verschiedene Papiere an Muster und merke so richtig, wie hier ja so ein sanftes Gefühl drauf ist.

00:02:25: Julika: Folie, die mit Hitze aufgebracht wird und mit dem Papier verschmilzt.

00:02:30: Andy: Fühlt sich auf jeden Fall gut an, aber ich finde das Soft Touch hat natürlich schon was, ne? Ja.

00:02:34: Julika: Was besonderes macht einfach schon mal so einen Aha Effekt beim Anfassen, was man ja auch gerne bei den Kunden erzeugen möchte.

00:02:41: Andy: vielen Dank schon mal fürs Mitbringen. Auf jeden Fall. Jetzt kommen wir aber mal inhaltlich auf euch zu sprechen. Ihr seid jetzt eine neue Generation in der Druckerei. Es ist ja auch eine traditionelle Branche. Gibt es irgendwas, was ihr anders macht als eure Eltern bisher?

00:02:59: Julika: Ja, ich glaube schon. Also zum einen sind wir ja zu zweit. Wir sind zwei junge Frauen. Auch Mütter. Von der Seite schon, glaube ich. Irgendwie auch ein bisschen andere Herausforderungen. Ich glaube, wir fallen auch generell in der Branche auf, weil. Ja, es ist schon noch oft sehr männerlastig. Und ja, ich glaube, wir machen einfach ein paar Dinge einfach ein bisschen anders, weil wir viel auch mit Social Media kombinieren. Weil wir unseren Kunden ganz viele Ideen mitgeben. Weil wir zeigen wollen Was kann man eigentlich mit Print alles machen? Unser Slogan ist Print erleben und das leben wir eigentlich so komplett aus? Und ja, ich glaube, da sind schon ein paar Dinge, die uns unterscheiden.

00:03:47: Andy: Ihr seid als Zabel Schwestern sozusagen auf Instagram unterwegs. weil ihr auch selber ja gar nicht mehr Zabel heißt, um euch da so ein bisschen zu präsentieren. Richtig?

00:03:59: Julika: Ja, und um auch so die Herkunft und die Verbindung natürlich mit dem Unternehmen auch wieder zu schließen. Und der Name bleibt natürlich ganz gut im Kopf, weil wir wurden auch schon früher immer so irgendwie die Zabel Schwestern genannt, weil wir auch schon immer viel zusammen unterwegs sind. Wir verstehen uns schon immer ganz gut. Und jetzt haben wir halt unseren Namen noch mal reingepackt.

00:04:19: Andy: Ja, gibt es denn auch einen Zabel Bruder?

00:04:21: Julika: Nee, nee.

00:04:22: Andy: Okay, das heißt, ihr seid weggelassen. Okay, alles klar. Ich würde gerne jetzt in die schnelle Fragerunde schon gehen. SchnellFragerunde heißt Ich stelle euch kurze, schnelle Fragen, worauf wir relativ kurz antworten können. Legen wir los. Digital oder Offset?

00:04:42: Julika: Digital Offset.

00:04:44: Andy: Habt ihr euch abgesprochen? Oder ist das wirklich so? Ist so matt oder glänzend?

00:04:50: Julika: Matt. Matt.

00:04:51: Andy: Okay, da seid ihr euch einig. Wenn ihr ein Papier wärt, welches.

00:04:56: Julika: Ich will auf jeden Fall was mit Volumen. Ich glaube, so ein Pfund Kotten wäre ich.

00:05:02: Andy: Okay.

00:05:03: Julika: Ich bin beim Offset. Naturpapier.

00:05:05: Andy: Okay. Naturpapier. Das ist also quasi die Assoziation, die du auf dich übertragen.

00:05:10: Julika: Naturpapier.

00:05:12: Andy: jetzt. Achtung, Wortspiel. Wie geht ihr mit zu viel Druck um?

00:05:18: Julika: Zu viel Druck gibts für uns nicht. Also, wir lieben Druck.

00:05:23: Andy: Das verstehe.

00:05:24: Julika: Ich.

00:05:24: Andy: Jetzt aber noch mal drauf bezogen. Ihr habt Verantwortung für Mitarbeiter. Ihr seid Geschäftsführerin in eurem Unternehmen, heißt Es besteht ja schon auch durchaus Druck, Löhne bezahlen zu müssen, am Ende des Monats genügend Umsatz zu machen, Also auch mal auf so einen Druck dann jetzt gemünzt, dass ihr natürlich den Druck mögt, den ihr selber herstellt und produziert. Ganz klar.

00:05:49: Julika: Also ich glaube, wenn ich da jetzt für mich antworte, tut mir ganz gut, dass wir zu zweit sind. Wir können uns da viel austauschen und auch so ehrlich austauschen, weil der andere ja irgendwie ähnlich tickt und in der gleichen Situation ist. Ich finde, es tut ganz gut, darüber auch zu sprechen, weil das sind natürlich Dinge, die darf man nicht unterschätzen, die sind da. Und ja, das macht schon einen gewissen Druck, finde ich. Was man da abliefern muss. Ich glaube, es tut auch ganz gut, wenn man so ein familiär gutes Umfeld hat, wo man gute Freunde auch. Ja, die Kids. Wenn man da irgendwie dann heimkommt und macht was ganz anderes tut, glaub ich auch gut, wenn man sich so kleine Ausgleiche schafft und auch drüber spricht.

00:06:35: Andy: Julika.

00:06:36: Julika: Da kann ich eigentlich gar nicht mehr so viel ergänzen. Also ich sehe das auch so wie Lena. Also auch ich glaube gerade, dass wir da im Team sind natürlich ein super großer Vorteil für uns. Wir sind natürlich auch damit aufgewachsen. Wir waren auch immer schon irgendwie, ja mit vielen Problemen, was so in der Wirtschaft es gibt ja in in Verbindung, in Konfrontation und ich finde, man lernt auch sehr schnell, wenn man selbstständig ist, dass es sich halt immer wieder eine Türe aufmacht und daher geht. Jeder Druck hat nachher einfach irgendwie immer noch ein gutes Ergebnis gibt. Das ist so was, wo wir glaube ich, beide ganz fest dran glauben und auch gelernt haben, dass es wirklich immer wieder was Gutes daraus entsteht.

00:07:18: Andy: Für euch ist Druck einfach grundsätzlich immer positiv belegt das Wort, weil es natürlich zu eurem Job gehört. Habt ihr irgendeinen Ausgleich, dass ihr irgendwie sagt Keine Ahnung. Joggen, Yoga, Meditation, irgendwas?

00:07:32: Lena: Ja, wir gehen beide ins Pilates. Ich segele gerne. Ich gehe auch im Winter gern Skifahren oder bin einfach gern irgendwo draußen.

00:07:43: Andy: Okay.

00:07:44: Julika: Also, wir gehen gemeinsam ins Pilates. Wir verbringen sogar die Freizeit miteinander. Ich segele auch im Sommer sehr gerne. Dann Natürlich sind wir einfach viel draußen. Auch durch die Kids ist man natürlich immer irgendwo in Bewegung. Ja.

00:07:57: Andy: Mega, Das war die SchnellFragerunde. Cool, da haben wir schon richtig viel erfahren jetzt über euch. Ich würde jetzt gerne auf die nächste Rubrik eingehen. Ein bisschen Herkunft, ein bisschen Zukunft. Fangen wir doch mal aber ganz vorne an Zabel Druck Die Druckerei Zabel, gegründet neunzehn hundert fünf und achtzig, habe ich gelesen. Habt ihr Erinnerungen? Könnt ihr was erzählen? Zur Geschichte damals?

00:08:29: Lena: Also Erinnerungen an fünf und achtzig? Jetzt nicht mehr, aber, Also ich habe total viele Erinnerungen an früher und an die Druckerei. Also allein schon dieser Geruch, den auch Mama und Papa immer so mit nach Hause gebracht haben. Das ist, glaube ich, gar nicht. Man denkt so, das ist die Farbe. Aber es ist, glaube ich, nicht die Farbe, sondern Papierstaub. Hört sich gar nicht so sexy an, aber riecht irgendwie für mich ganz besonders und hat schon so ein heimeliges Gefühl. Und wir haben als Kinder auch immer wieder schon mithelfen dürfen. Wir haben zum Beispiel immer die Schießer Unterwäsche Etiketten ausbrechen dürfen, saßen da so daheim am Küchentisch und durften ein bisschen mithelfen. Und ich fand das immer total spannend, so Teil davon zu sein und auch schon als Kind so ein kleines Taschengeld dazu zu verdienen. Also ich habe da sehr positive Erinnerungen dran.

00:09:23: Andy: Die Druckerei gegründet haben aber eure Eltern, also ihr seid die zweite Generation sozusagen.

00:09:28: Lena: Genau.

00:09:29: Andy: Okay, wie ist es bei dir?

00:09:31: Julika: Ich habe auch mega viele Erinnerungen an früher, also fängt ja eher so ein bisschen privatere, so die Popcornmaschine, die im Archiv stand, die wir nie benutzen durften, wofür wir lange kämpfen mussten, wie wir vom ersten Drucker das Pfeifen beigebracht haben, weil der Stand immer da hat, immer nur gepfiffen. Und das war natürlich schon faszinierend Als kleines Kind. Aber auch der Geruch ist natürlich schon etwas sehr Prägendes.

00:09:54: Andy: Ihr wart schon als kleine Kinder im Prinzip zwischen den Druckmaschinen unterwegs und hab da irgendwie rumgetobt und wart sehr früh in Berührung mit dem ganzen Unternehmen und habe wahrscheinlich auch zu Hause mitbekommen, wenn es gut lief, wenn es nicht so gut lief, wie da die Diskussionen waren.

00:10:11: Lena: Ja, also das kann man vielleicht schon noch ergänzen. Das ist schon was, glaube ich, was einen prägt, wenn man das so mitkriegt, auch so diese unterschiedlichen Phasen. Und ja, wie geht so eine Firma? Also bei uns war natürlich das Thema Druckerei immer super präsent, weil unsere Eltern beide in der Druckerei auch gearbeitet haben und wir uns mittags immer zum Mittagessen getroffen haben. Da hat man schon viel. Also es gab nicht so eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatem, sondern es war einfach eins.

00:10:43: Andy: Und ist das bei euch jetzt immer noch so?

00:10:46: Julika: Nein, also bei uns daheim nicht. Witzigerweise. obwohl mein Mann ja selber auch in der Druckerei arbeitet. Also wir könnten das theoretisch genauso machen, aber wir haben auch so ein bisschen eine klare Regelung. Also Feierabend ist dann doch irgendwie Feierabend. Klar, bleibt sich nicht ganz trennen. Immer mal wieder quatscht man natürlich schon drüber. Geht uns am Wochenende ja auch mal, dass wenn wir uns sehen oder eine coole Idee haben, dann müssen wir uns das auch schnell sagen und zeigen. Also ganz trennen lässt sich es nicht.

00:11:14: Andy: Aber ist das auch vielleicht was, was ihr gelernt habt? Also was ihr sagt, das wollt ihr vielleicht ein bisschen anders machen, als das eure Eltern gemacht hatten?

00:11:21: Lena: Ja, glaub schon. Weil witzigerweise finde ich, merkt man schon. Also unsere Eltern, die wollen schon oft privat auch über die Druckerei reden und die wollen auch immer alles wissen. Wenn die dann selber nicht in der Druckerei sind, dann fragen die immer und ach und das muss ich dir noch sagen, dass die Grenzen nicht ganz so ab. Aber ich rede jetzt auch mit meinem Mann zu Hause gar nicht so viel über die Druckerei, weil zum Beispiel die Kinder, die wollen auch immer alles wissen. Die sind super neugierig und fragen wirklich? Und was hast du heute gemacht und wie war das? Und habt ihr was Großes gedruckt und so? Also die sind da total neugierig, aber wir sprechen nicht so viel zu Hause über die Druckerei.

00:12:00: Andy: Heißt aber wenn man schon mal, dann jetzt doch in Richtung Zukunft blicken. Wenn du jetzt gerade sagst, die Kinder sind schon super interessiert und haben total Interesse daran zu erfahren, was los war, was gedruckt wurde. Seht ihr die schon in der Rolle, irgendwann mal nachzurücken?

00:12:17: Lena: Also noch ist der oberste Berufswunsch Tierpfleger in der Wilhelma.

00:12:22: Andy: Okay.

00:12:23: Lena: Mal schauen, wie sich das entwickelt. Also. Also bei uns war es auch so, uns wurde das komplett offen gelassen und das haben auch unsere Eltern von Anfang an immer so gesagt. Ihr müsst überhaupt nichts. Wenn es passt, dann passts. Und ich glaube, so handeln wir das auch.

00:12:41: Andy: du sagst jetzt gerade, es wird euch immer freigestellt, Ihr könnt machen, was ihr wollt. Es gab nie irgendwie So, Hey, ihr müsst jetzt die Nachfolge antreten. Wir wollen irgendwann mal uns zur Ruhe setzen. Jetzt seid ihr aber trotzdem beide da gelandet. Wie kam es dazu?

00:12:56: Julika: Das hat sich auch so entwickelt. Also ich war schon immer ein großer Fan von der Branche, muss man schon sagen. Also ich bin auch nach dem Abi dann studieren gegangen in die Fachrichtung Druck und Medientechnik. Also bei mir war der Weg, dass ich auf jeden Fall in dieser Branche bleiben möchte, schon immer irgendwo sehr präsent. Als ich dann nachher zurückgekommen bin, bin ich auch in den Betrieb eingestiegen, habe es mir aber auch immer am Anfang offen gehalten, ob das wirklich nachher so meine Passion ist, jetzt auch die ganzen Mitarbeiter zu führen und was halt wirklich auch als Selbstständiger alles dazugehört. Also die Druckbranche macht ja super viel Spaß. Ich war mir am Anfang auch nicht sicher, ob mir das ganze außenrum, also was dann? Versicherungen und alles was ein Geschäftsführerposten ja mit sich bringt. Auch so genau mein Fachgebiet ist. Als es dann gerade in Corona und auch mit den Kindern, was ja schon auch ein großer Einschnitt war, ins Gespräch kam, dass Lena eventuell auch Interesse hätte, mit ins Geschäft einzusteigen, War halt plötzlich die Möglichkeit da, dass wir das zusammen machen als Team. Und wenn man dann halt seinen Sparringspartner direkt mit reinkriegt, war das eine Chance, wo ich dachte, dann müssen wir die doch auch ergreifen.

00:14:03: Andy: Das heißt, das war noch mal so der letzte Prozentpunkt, der dir auch die Sicherheit gegeben hat. Ich habe es ja vorhin schon kurz erwähnt. Zu zweit ist alles ein bisschen leichter, einfacher. Man kann drüber sprechen. Über alles. Und wie war bei dir der Weg, Lena?

00:14:15: Lena: Bei mir war der eigentlich ganz anders. Also ich wollte immer irgendwie was Kreatives machen. Dann habe ich direkt mal BWL studiert.

00:14:24: Andy: Okay, super kreativ.

00:14:25: Lena: Jetzt nicht ganz so kreativ. Hat auch nicht funktioniert. Habe ich dann auch direkt gelassen und selber gemerkt, dass das nicht so passend für mich war. Und dann habe ich eigentlich ja, ich wollte nicht unbedingt so in den Familienbetrieb mit rein und konnte mir das anfangs nicht so vorstellen und habe dann eine kaufmännische Ausbildung gemacht und mich mehr so auf den Marketingbereich konzentriert und spezialisiert. Und ja, dann sind eben so die Jahre vergangen und dann hat es irgendwie gut zusammengepasst. Also ich glaube, Corinna war da schon für uns so der Booster, wo wir gesagt haben, jetzt müssen wir irgendwie schnell auch eine Entscheidung treffen, wie machen wir mit der Firma weiter? Und da kam dann eben auch ich ins Spiel und dann konnte ich mir das plötzlich mit Julika einfach richtig gut vorstellen. Und das war eigentlich, glaube ich, auch das Ausschlaggebende, dass die Jule halt mit an Bord war und wir dann auch gemerkt haben, eigentlich passen so unsere Stärken, die super unterschiedlich sind, auch gut zusammen. Wir können da ein gutes Geschäftsmodell aufbauen.

00:15:35: Andy: Heißt auch, dass du die kaufmännische Seite übernimmst und du die Produktion, oder? Also, weil du jetzt gerade gesagt hast, kaufmännische Richtung hast du mal ursprünglich eingeschlagen, BWL Studium zumindest angefangen.

00:15:47: Lena: Ähm, ja, auch da, also im kaufmännischen Bereich teilen wir uns eigentlich komplett auf. Es ist jetzt nicht das das reine Ich mache, sondern da sind wir eigentlich so gesplittet und beide wirklich auch schon tief drin.

00:16:00: Andy: habt ihr seitdem je Momente gehabt, wo ihr es bereut habt?

00:16:05: Lena: Also ich nicht, muss ich sagen. Also ich habe jetzt zwar ganz kurz drüber nachgedacht, weil da kann man ja auch nicht immer so pauschal Nee, nee, auf keinen Fall. Nee, ich habe das absolut nicht bereut. Ich finde, es macht so viel Spaß. Man hat auch so viele Möglichkeiten, die Dinge einfach reinzubringen. Man hat viele Herausforderungen, wie Jule gerade vorher gesagt hat. Ja, man muss sich ja auch um Versicherungen kümmern, man muss sich drum kümmern. Ja, wie wollen wir unsere Tür abschließen? Wie werden die Fenster sauber? Es sind ganz viele Dinge, die eigentlich mit dem Geschäft an sich nicht so zu tun haben oder die man auch nicht lernen kann, aber um die sich trotzdem jemand kümmern muss. Aber ich finde, es macht mit unserem Team mega viel Spaß. Und ich finde, wir haben schon auch so eine gewisse Flexibilität, so eine gewisse Freiheit einfach auch. also ich bereue es nicht.

00:17:01: Julika: Nein, ich auch nicht. Also es ist ein super spannender Bereich. Wir ergänzen uns in den richtigen Momenten. Wir haben ein tolles Team, das hinter uns steht und mit dem wir jeden Tag uns weiterentwickeln können. Und ich finde es schon auch spannend, wenn man halt auch so selber frei entscheiden darf Wo wollen wir wirklich hin? Also das hat man ja nicht so, wenn man jetzt in einem festen Angestelltenverhältnis irgendwo arbeitet. Da ist ja doch irgendwie immer jemand da, der halt nachher vielleicht entscheiden darf. Und ich finde es schon schön, wenn man einfach sagen kann Hey, das wollen wir und das Risiko gehen wir jetzt ein. Und das probieren wir. Und vielleicht ist das noch eine Idee für uns. Und ja.

00:17:37: Andy: Wie hat die Übergabe denn dann funktioniert? Mit den Eltern?

00:17:42: Julika: Sehr gut. Also ich glaube, man hört da ja auch viele Geschichten immer. Irgendwie haben wir auch viele gehört. Aber ich muss jetzt schon sagen, ich bin jetzt seit über zehn Jahren schon im Betrieb mit dabei und wurde aber auch von Anfang an immer da sehr gut begleitet und habe so step by step auch Aufgaben bekommen. Was so ein fließender Übergang schon war.

00:18:02: Andy: Ihr habt das aber schon selber intern alles geregelt. Ihr hattet jetzt nicht irgendwie noch mal weiss ich nicht irgendwelche Berater von extern oder so dazugehört.

00:18:09: Julika: Wir hatten auch Berater noch mit dabei. Ich glaube, ganz ohne funktioniert es auch nicht. Das ist natürlich auch eine mega emotionale Geschichte für beide Seiten, finde ich. Zum einen Natürlich ist es ja ein großes Erbe, was wir da auch antreten. Und wir kriegen da natürlich auch wie das dritte Baby eigentlich in unsere Obhut. Aber ja, also das macht schon so ein bisschen besonders.

00:18:31: Andy: Und wie gut können die Eltern loslassen?

00:18:34: Lena: Gut, finde ich. Also das konnte auch unser Vater relativ schnell auch wirklich gesagt Ihr trefft jetzt die Entscheidungen und hat dann auch nicht gesagt ja, das habt ihr so jetzt entschieden. Ich hätte es anders gemacht, sondern hat dann wirklich gesagt Hey, eure Entscheidung. Ihr macht das. Und also ich finde, er kommt gerne noch Und er arbeitet auch noch mit. Er hat noch so seine Spezialgebiete. Aber ich glaube, es ist auch für ihn okay, was anderes zu machen.

00:19:06: Andy: Du hast jetzt gerade gemeint, er habe da sehr viel Vertrauen gekriegt. Auch von ihm, dass er sehr schnell gesagt hat Ihr entscheidet selbst. Ihr trefft die Entscheidung, müsst dann auch mit den Konsequenzen natürlich entsprechend leben. Ist es etwas, was sie auch so ein bisschen für euch mitgenommen habt, dass sie auch so mit euren Mitarbeitern umgeht? Also Verantwortung übertragen machen lassen.

00:19:27: Lena: Ja, also ich finde, das ist schon so die Philosophie von der ganzen Firma oder die, die wir auch weitergeben. Wir sind ein kleines Team. Wir müssen uns aufeinander verlassen. Wir machen da auch verschiedene Dinge, um das aktiv zu fördern und. Ja, also ich glaube, wir können da ganz gut Vertrauen und auch Verantwortungen übergeben und sind natürlich auch froh über jeden, der irgendwie noch eine Idee hat oder sagt Hey, lass uns doch mal in die Richtung denken, Also so arbeiten wir schon zusammen.

00:19:58: Julika: Stimme ich vollkommen zu.

00:19:59: Andy: Wer entscheidet denn, wenn ihr euch nicht einig seid?

00:20:02: Julika: Ich.

00:20:07: Andy: Du lachst nur, aber sagst noch nichts dazu sagen.

00:20:11: Lena: Also ja, Ich glaube, das stimmt. Im Zweifel entscheidet die Julika. Aber ich finde, das Schöne ist eigentlich, wenn man zu zweit ist, dass man manchmal vielleicht noch so eine Extraschleife drehen muss, um den anderen von seiner Idee zu überzeugen. Also es wird einem nicht so leicht gemacht. Man kann nicht einfach sagen So ist es. Sondern ja, manchmal muss man noch mal für seine Idee kämpfen, noch mal ein paar Argumente aus der Schublade holen. Und ich wüsste jetzt nicht, wo. Schon mal eine Entscheidung wirklich gegen Nee.

00:20:45: Julika: Entgegen sind wir uns immer einig. Ja, also irgendwie. Wir drehen dann wirklich so viele Schleifen, bis wir eigentlich beide da sitzen und sagen okay, doch, das ist jetzt die beste für uns.

00:20:55: Andy: Klingt doch nach einem guten Weg. Auf jeden Fall Entscheidungen zu treffen. Jetzt noch mal zur Druckbranche selbst. Jetzt bist du ja auch schon, hast du gesagt, schon ziemlich lange auch im Unternehmen drin. Hast auch schon in die Richtung ja gelernt. Wie hat sich aus deiner Sicht in die Druckbranche. Auch in den letzten fünfzehn Jahren verändert.

00:21:17: Julika: Die hat sich natürlich schon stark verändert. Also ich finde, sie war in vielen Sachen auch sehr fleißig, gerade was die Nachhaltigkeit angeht. Ist natürlich bei uns auch ein großes Thema. Wir sind auch früh von prozesslosen Platten und so umgestiegen, damit wir weniger Chemie haben. Also in dem Bereich hat sie sich natürlich stark verändert. Sie hat sich natürlich auflagentechnisch und produktmäßig verändert. Wir merken natürlich auch, wir haben immer wieder so Hochphasen von manchen Produkten. Dann verschwinden sie mal wieder für ein paar Jahre, dann kommen sie aber wieder, weil halt irgendwie alle merken, ach, irgendwie wäre es doch schön, wir hätten es wieder in Printform. Also gerade so Newsletter merken wir Mitarbeiterzeitschriften, so Sachen kommen alle irgendwie wieder. Es gibt immer so eine Periodika dafür.

00:21:55: Andy: Finde ich heißt eben passt euch letztendlich oder müsst euch auch immer wieder neu anpassen. Dann auf diese neuen Trends oder neue Dinge, die passieren.

00:22:03: Lena: Ja doch.

00:22:04: Julika: Schon auch, aber das macht die ganze Sache ja auch so spannend. Also wenn man halt immer auch wieder ein bisschen sich selber auch ein bisschen neu erfinden kann. Wir haben jetzt ja auch gesagt, wir wollen ja Print auch einfach so ein bisschen erlebbar machen. Wir arbeiten natürlich auch viel mit Duft, was es dann halt noch mal so ein bisschen besonderer macht und was halt auch so Chancen gibt, so ein Produkt neu und anders zu erfinden.

00:22:23: Andy: Was heißt mit Duft? Das heißt, ein Druck wird mit Duft belegt und kann dann Keine Ahnung. Man druckt eine Banane und dann riecht sie auch danach.

00:22:31: Julika: Genau. Also theoretisch genauso. Also wir drucken die Banane, drucken noch mal einen Lack drüber und dann kann man da, sobald man drüber fährt, riecht alles nach Banane im besten Fall.

00:22:42: Andy: Und was sind da so die Top Düfte, die man da so hat?

00:22:46: Julika: Ich liebe Waschmittel.

00:22:48: Andy: Okay. Ah, verstehe. Das heißt auch wirklich für die Produkte, die im Prinzip drin sind, dass man die trotz hygienischer Verpackung schon draußen auch riechen kann.

00:22:59: Julika: Könnte man theoretisch so machen, ja. Oder einfach auch, um ein gutes Gefühl zu geben. Ist ja auch oft schön, aber es gibt auch Zirbe, oder? Wir machen das natürlich auch viel für Nahrungsmittel Heftchen, das man dann halt Zimt oder Lorbeer je nach Jahreszeit auch mit aufgedruckt.

00:23:16: Lena: Sonnencreme zum Beispiel für ein Hotelmailing oder so. So, jetzt an Urlaub denken oder Lavendel zur Entspannung. Also es gibt unendliche Düfte und man kann sich auch seinen eigenen Duft sogar verkapseln lassen.

00:23:28: Andy: Bringt mich auf eine Idee. Da komme ich aber später noch mal drauf zurück. Wir haben gerade über die Entwicklung der Druckbranche gesprochen, dass sich viel verändert und immer wieder was Neues kommt. Manche Dinge verschwinden und kommen später wieder irgendwie zurück und werden wieder mehr. wie ist euer Gefühl dafür, wie die Konkurrenz zu Onlinedruckereien ist?

00:23:49: Lena: ich glaube, die haben auch absolut ihre Daseinsberechtigung, gerade für standardisierte Produkte oder Visitenkarten. So einfachere, einfachere Dinge. Super. Ich glaube, wo wir halt gut ins Spiel kommen, ist einfach, wenn der Kunde Sicherheit braucht. Was seine Daten angeht Eine ordentlichen Datencheck, vielleicht auch noch mal eine Beratung, einen Tipp, einen Trick, wo er einfach jemand schnell auch erreichen kann, vorbeikommen kann oder ein Real machen möchte. Oder wir machen das für ihn oder Fotos oder so von seiner Produktion. Also so alles wo es persönlich wird, wo es ums Erleben geht, wo man ja vielleicht noch mal eine Idee obendrauf braucht, glaube ich. für STANDARD Online auch super.

00:24:37: Andy: Habt ihr selber schon mal was online drucken lassen?

00:24:39: Lena: Ähm, ja, Kugelschreiber okay, aber. Also ich weiß nicht, ob es an mir lag. Ich kann es nicht empfehlen, weil man braucht auf jeden Fall eine Brille um zur Druck.de lesen zu können.

00:24:54: Andy: Ich mache noch einen kleinen Schwenk hin zur Regionalität. Ihr seid auch ziemlich engagiert in der Region, Habt mich selbst ja auch eingeladen gehabt zu eurem Zeller Lunch zum Beispiel. Könnte dazu vielleicht noch was erzählen.

00:25:09: Julika: Der Zeller Lunch, den haben wir jetzt vor einem Jahr gegründet. Wir wollten einfach die ganzen Jungunternehmer so ein bisschen an einen Tisch bringen, weil wir natürlich selber auch immer mal wieder Themen haben, wo es schön ist, wenn man jemand anderen mal kurz fragen kann Hey, du. Wie? Wie löst ihr das? Also ganz einfache Sachen mal mit welchen euer Steuerberater oder solche Themen auch einfach mal anzusprechen. Wir haben zwar viele schon gekannt im Vorfeld, aber wenn man die nur privat trifft, wenn man die jetzt auch nicht jedes Mal anquatschen auf geschäftliche Themen. Und dadurch haben wir eben gesagt, es wäre schön, wenn wir irgendwie so einen Raum hätten, wo wir uns einfach treffen können, ganz gezielt, um solche Themen auch wirklich mal zu besprechen, um uns kennenzulernen, um uns auszutauschen, gerade zu dem Blick in die anderen Branchen auch ein bisschen zu kriegen.

00:25:52: Andy: Und das kommt gut an, wird das gut angenommen?

00:25:55: Lena: Ja, das kommt also vom ersten Termin an, da waren wir schon doppelt belegt gleich und es sind auch begrenzte Plätze und das kommt super an! Also wir treffen uns immer zum Mittagessen und es geht gar nicht ums Verkaufen oder so, sondern wirklich um sich kennenzulernen, um sich zu vernetzen, um zu wissen, wer ist denn da so eigentlich in der Region um mich rum.

00:26:20: Andy: Und wie weit zieht ihr da so einen Kreis? Von woher kommen so die Leute?

00:26:24: Lena: Also dadurch, dass wir es eben in der Mittagspause machen, haben wir den Kreis relativ eng. Also so ein Kern, Radolfzell und Graz ein bisschen so singen Konstanz so den Landkreis quasi an, okay.

00:26:37: Andy: ich würde jetzt auf eine Rubrik kommen, die heißt Bisschen Klartext. Hand aufs Herz. Wir hatten gerade eben schon über Onlinedruckerei gesprochen. Du hast gemeint, hat seine Daseinsberechtigung. Es gibt Dinge, die sind dort wunderbar. Andere Dinge könnt ihr besser. Wie sehr nerven euch aber manchmal auch Sätze oder wie oft hört ihr auch so Sätze wie Ach, online ist es aber ja billiger.

00:27:04: Lena: Ja, das ist ja wie im echten Leben irgendwo ist ja meistens immer billiger oder günstiger. Ich glaube, es gibt für jeden den richtigen Kunden. Nervt mich manchmal tatsächlich schon ein bisschen. Aber ja, wenn man darüber nachdenkt, dann findet man ja auch schnell die Gründe. Woran liegt was? Was haben wir da für einen Mehrwert zu bieten?

00:27:28: Andy: Ja, ihr hört das schon durchaus öfter mal, dass ihr Anfragen bekommt, dann Angebote abgibt und die Leute dann sagen ja, ist mir jetzt doch zu teuer und ich finde es online günstiger.

00:27:39: Julika: Nein, das ist eigentlich eher nicht. Ich glaube, es gibt schon auch so die typischen Onliner und es gibt auch die, die halt einfach so bei einer regionalen Druckerei drucken oder drucken wollen.

00:27:49: Andy: spielt ja auch so ein bisschen der Regionalstolz dann mit, vielleicht. Oder Leute, die sagen Hey, ich möchte die Unternehmen unterstützen hier in der Umgebung.

00:27:56: Julika: Ich glaube schon auch Und natürlich, dass es natürlich schon immer ein anderer Service auch einfach ist, was wir bieten können. Also neben uns zwei und unserem Team. Wir haben überall Fachleute dranhängen. Du kannst vorbeikommen. Ja, auch gerade wenn man ein hochwertiges Magazin macht, wie viel Zeit man da rein gesteckt hat in die Texte, in die Bilder, Man hat einen Fotografen kommen lassen. Und dann freuen sich die Kunden auch wirklich, wenn sie dann mal kommen können, mal ein Papier anfassen können, mal sagen können Oh, vielleicht auch noch mal ein bisschen mehr, ein bisschen weniger. Oder habt ihr noch eine Idee? Können wir noch irgendwas Besonderes machen? Darf ich zur Druckabnahme kommen? Ich bin so gespannt, wie es ausschaut. Und dann kommen sie, kriegen einen Kaffee, können sich an die Maschine stellen, können alles selber riechen, anfassen, noch mal ihren letzten Blick drüber werfen und wissen dann aber auch Hey, das sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Oder halt auch noch mal sagen Jetzt ist aber doch vielleicht ein bisschen gelb. Können wir noch mal ein bisschen? Und ich glaube, das macht schon auch so eine Faszination aus. Und es ist natürlich ja auch so ein Projekt, ja irgendwie noch mal ab.

00:28:55: Lena: Man kann auch zum Print Tasting kommen bei uns.

00:28:58: Andy: Okay, was ist das?

00:28:59: Lena: Weil wir eben sagen Print erleben. Und wir wollen so die Sinne damit ja irgendwie anlocken. Und drum kann man bei uns rausfinden Was bin ich denn für ein Papiertyp? Bin ich so eine neunzig Gramm Papier? Oder bin ich doch vielleicht eher so ein zwei hundert fünfzig Gramm Typ? Bin ich eher so rauer? Bin ich was Weiches? Was passt da so zu mir? Aber auch eben was für ein Duft. Also das können wir jetzt hier natürlich alles schön erzählen. Riecht nach Banane, aber man muss das manchmal selber Und drum haben wir so einen Print Tasting entwickelt, wo die Kunden oder auch Interessierte einfach mal wirklich fühlen können, sehen können, riechen können, durchlaufen können und selber rausfinden können, was passt eigentlich zu mir? Was passt zu meiner Brand?

00:29:42: Andy: Habt ihr da auch Schulen oder lernt ihr auch? Im Prinzip dann schon von klein auf die Leute an, so ein bisschen das Bewusstsein zu schaffen, auch für das Handwerk?

00:29:53: Lena: Ja, also bei uns ist ganz oft der Kindergarten. weil da passt das Alter halt auch super. Da sieht man ja auch gerade Kinder lernen ja eigentlich nur über Anfassen, Schmecken und halt über diese Sinne. Und das ist eigentlich genau das, was wir machen. Und dann kommen die und dann zeigen wir denen, wie zum Beispiel ein Malbuch entsteht. Aber wir haben natürlich auch Schulklassen. Wir machen ganz viel Praktikas bilden aus. Also das ist für uns ganz wichtig.

00:30:20: Andy: Das heißt, er lernt damit ja auch so ein bisschen, eure zukünftigen Kunden vielleicht an das wertzuschätzen, und habt somit vielleicht dann ja schon den Auftrag von in zehn Jahren geschaffen.

00:30:33: Lena: Vielleicht, Vielleicht. Oder den Azubi in zehn Jahren.

00:30:37: Andy: Ja, stimmt, ist natürlich auch ein Employer Branding Thema. Da seid ihr ja auch. Ich habe es vorhin schon erwähnt mit eurer Zabel Schwestern Marke sag ich jetzt mal bei Instagram unterwegs. Wie groß ist da so das Feedback?

00:30:52: Lena: Das mega groß. Also wir werden da wirklich ganz viel drauf angesprochen. Oh, Ich habe das gesehen. Was macht ihr da? Und ich habe dazu noch eine Frage. Also, wir bekommen da von Anfang an echt richtig gutes Feedback und machen das auch gern und zeigen das natürlich auch gerne und wollen auch zeigen, wie man es kombinieren kann, wie man Print mit digital wirklich cool kombinieren kann.

00:31:17: Andy: Also ich folge euch ja auch und sehe das schon. Kriegt das ein bisschen mit was ihr macht. Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen, das auch noch weiter auszubauen und da dranzubleiben, weil so eine Personal Brand in dem Fall für zwei Personen sogar super mächtig ist. Natürlich. Also als Medium zu zeigen, was man tut, was man kann und um eine persönliche Bindung zu schaffen, Du hattest Nachhaltigkeit vorhin auch schon mal kurz erwähnt. Wie nachhaltig ist denn so eine Druckerei? Es wird ja eher unterstellt Ja, man druckt doch jetzt nichts mehr. Das ist doch nur Papiermüll und macht doch lieber digital. Was könnt ihr antworten

00:31:54: Julika: Ja, also es hat sich sicher ein bisschen verändert. Das sind sicher manche Sachen weggebrochen, aber ich finde, das fängt ja schon an, wenn man morgens aufsteht, wenn man den Kühlschrank aufmacht. Es gibt eine bedruckte Brotdose, der Joghurtbecher es ist ein Etikett um die Milchflasche außen rum. Man läuft zur Bushaltestelle, kommt an Plakaten vorbei, man hat vielleicht eine Zeitung oder ein Buch mit dabei. Also da würde ich uns noch lange nicht tot schwatzen, weil wir ja auch einfach. Ich finde eher, auch jetzt durch die neue Zeit werden wir eher wieder so ein bisschen mehr auch das Vertrauensmedium. Also wenn was Gedrucktes ist, man hat was handfestes in der Hand.

00:32:28: Speaker 4: Ja.

00:32:29: Andy: Stimmt. Und du hast vorhin ja auch erwähnt, dass weniger Chemie mittlerweile eingesetzt wird. Ja, vermutlich auch irgendwelche Zertifizierungen vielleicht oder so.

00:32:38: Lena: Ja. Also uns ist das Thema super wichtig. Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Wir haben das auch von Anfang an schon immer so praktiziert und wir haben heute so einen modernen Maschinenpark und den haben wir auch genau deshalb, weil wir gesagt haben, wir wollen da auch wirklich immer auf dem neuesten Stand sein, den nächsten Schritt mitgehen. Wir sind FSC zertifiziert Dann drucken wir mit veganen Biofarben und wir haben dem Ganzen dann auch noch vor zwei Jahren so ein bisschen das Krönchen aufgesetzt, würde ich mal sagen, weil wir haben uns Gemeinwohl zertifizieren lassen und das finde ich schon ein bisschen so die Königsdisziplin, weil sich das ja um alle Bereiche dreht, also die Gemeinwohlbilanz dreht sich wirklich um den Lieferanten, um unsere Kunden, um unsere Mitarbeitenden, um uns selber, um Werte, Kultur, Transparenz. Und ja, da haben wir vor zwei Jahren uns ziemlich umfangreich mit beschäftigt. So im ganzen Team. Und ich glaube, da sind wir wirklich richtig weit.

00:33:45: Andy: Cool, Du hast gerade Maschinenpark gesagt. Das Wort finde ich schon superspannend für eine Druckerei. Ihr seid ja jetzt kein Bauunternehmen, oder? So Du meinst damit die Druckmaschinen, die ihr habt, oder? Verarbeitungsmaschinen? Das sind ja wahrscheinlich riesige Investitionen, die euch da in die Halle stellt, oder?

00:34:01: Lena: Ja, also dadurch, dass wir acht und neunzig Prozent aller Aufträge inhouse produzieren, das heißt, wir drucken nicht nur, sondern wir verarbeiten auch alles bei uns inhouse weiter. Wir haben zwei und zwanzig, drei und zwanzig Maschinen bei uns stehen und manche liegen da im Millionenbereich.

00:34:22: Andy: Unsere letzte Kategorie im Podcast ist immer Andis Gratis Pitch und ich hatte ganz viele Ideen schon vorab mir gemacht. Durch das Gespräch habe ich jetzt aber eine ganz andere Idee. Ihr habt von Duft gesprochen. dass ihr Duft Lacke auf die Papiere bringt, um das Erlebnis noch mal um eine weitere Dimension zu erweitern. Ihr habt aber vorhin auch gesagt, dieser Geruch, frisch gedrucktes Papier riecht so toll für euch. Ihr kennt das Kindheitserinnerungen. dieses olfaktorische Erlebnis, also der Geruchssinn. Was haltet ihr von einer Zabel Olfactory ihr macht eine Art Eu de Offset Also ein Duft, was man als Duftkerze als. Weiß nicht, ob sie es als Körperduft auch an der anbietet oder nicht. Aber ihr bringt nicht fremde Gerüche aufs Papier, sondern ihr bringt den Geruch oder Papiergeruch an andere Orte.

00:35:26: Lena: Also das klingt auf jeden Fall sehr spannend, finde ich. Ich finde die Idee richtig cool, weil bei uns laufen ganz viele Leute rein und sagen Oh, ich rieche das hier so gern.

00:35:38: Andy: Und damit könntet ihr ganz neuen Zweig noch mal drankriegen an euer Geschäft und den Duft von Zabel gedrucktem Papier in Flaschen, Kerzen, Raumdüfte wie auch immer verarbeiten.

00:35:54: Lena: Sehr coole Idee.

00:35:56: Andy: Könnt ihr ja mal mitnehmen. Drüber nachdenken.

00:35:58: Lena: Ja, also ich habe schon. Das Regal steht. Ich sehe schon vor mir unsere Papierkarte.

00:36:07: Andy: Sehr gut. Okay, das war's auch schon. Ich denke, wir sind am Ende. Ich sage Vielen Dank, dass ihr gekommen seid. Dass ihr so offen und ehrlich und frisch und frei gesprochen habt über euer Geschäft, auch über was euch beschäftigt und bewegt, wie ihr euch einigen könnt. Auch manchmal, wenn es nicht immer so einfach ist. Hat mir super viel Spaß gemacht. Danke euch.

00:36:29: Lena: Wir sagen Danke. Ja, Vielen Dank für die Einladung. Danke schön.

00:36:33: Andy: Und dann kommen wir jetzt noch mal auf unser Notizbuch zurück. Da werde ich dann jetzt gleich noch mal mit euch, wenn der Ton abgestellt ist, noch mal drüber sprechen, wie wir das verarbeiten und welches Papier wir genau nehmen.

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